Die Gemeinde Karlsfeld schließt einen Kooperationsvertrag mit dem Kreisjugendring. Denn man will der Jugendarbeit neuen Schwung geben.
Karlsfeld – „Wir hoffen, damit die Jugendarbeit wieder ins Laufen zu bringen“, so Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe zum Kooperationsvertrag, den er sowie die Vorsitzende des Kreisjugendrings Dachau, Julia Neumann, jetzt unterzeichneten. Der Hauptausschuss hatte vergangene Woche in nicht-öffentlicher Sitzung einen dementsprechenden Beschluss gefällt.
Jugendhaus und die Aufsuchende Jugendarbeit übergeben
Gemäß der Vereinbarung werden zwei von drei Säulen der Jugendarbeit in Karlsfeld künftig nicht mehr von der Gemeinde sondern vom Kreisjugendring verantwortet: das Jugendhaus und die Aufsuchende Jugendarbeit, also der Streetworker-Einsatz. Die Jugendsozialarbeit an der Mittelschule bleibt hingegen in der Hand der Gemeinde. Damit schlägt Karlsfeld den umgekehrten Weg ein wie die Gemeinde Bergkirchen, die die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring aufgekündigt hat und die Jugendarbeit ab 2025 wieder selbst übernehmen will (wir berichteten).
Für die Jugend in der Gemeinde gab es seit einiger Zeit immer weniger Angebote: Das Ferienprogramm Mini-Karlsfeld konnte vergangenen Sommer nicht stattfinden. Die Öffnungszeiten des Jugendhauses wurden mangels Personal immer mehr ausgedünnt. Der Posten einer zweiten Streetworkerin konnte nicht besetzt werden. Und zum Ende des Jahres kündigte auch die Sozialpädagogin und Streetworkerin Charide Christin von der Ahe.
„Wir haben über zwei Jahre intensiv neue Kräfte gesucht“, sagt Kolbe. Vergeblich. Deshalb habe man sich zu einem „Paradigmenwechsel“ entschieden und dem Kreisjugendring diese Aufgaben übertragen. „Der hat mit seinem Portfolio bessere Möglichkeiten“, so Kolbe. Er sprach von einem „Zukunftsprojekt“, das als „zarte Pflanze aber auch gehegt und gepflegt werden muss“.
KJR bringt Kontakte, Fähigkeiten und Erfahrungen mit
Der Kreisjugendring bringt sein Portfolio, also seine Kontakte, Fähigkeiten und Erfahrungen schon seit einiger Zeit in Karlsfeld ein, wie Geschäftsführer Ludwig Gasteiger sagte. Etwa bei der Ganztagsbildung an den Grundschulen einschließlich der Mittagsbetreuung. Das Konzept „Partnerschaft für Demokratie“ an der Mittelschule ist ein Erfolgsmodell. Das habe der bundesweit erste Preis für demokratische Schulentwicklung gezeigt, den die Mittelschule 2023 gewann.
Für die neue Aufgabe wolle man die Synergien und Ressourcen nutzen, die dem Verband zur Verfügung stehen, sagte die Vorsitzende Julia Neumann. Jugendarbeit solle wieder Spaß machen.
Die Leiterin der neuen Jugendarbeit in Karlsfeld, Katja Faig, hat schon ein Festival im Blick und will vor allem für das Jugendhaus längere Öffnungszeiten anbieten. Dafür braucht es freilich Mitarbeiter. Es wird eine Leitung für das Haus gesucht, eine pädagogische Kraft und jemand für die aufsuchende Jugendarbeit. Wenn auch das Personalmanagement ausgelagert wurde – die Kosten bleiben der Gemeinde: rund 650 000 Euro, wie Hauptamtsleiter Francesco Cataldo mitteilte. Der Vertrag läuft erst einmal für fünf Jahre. Ab dem 2. Februar 2024.
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