„Gefährlich und unqualifiziert“: Trump setzt auf Gorka – Berufung löst Empörung aus

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Der rechtsextremen Sebastian Gorka wird der neue „Terrorismus-Berater“. Gorka wurde 2017 aus der ersten Trump-Regierung geworfen, weil er als zu extrem galt.

Washington D.C. – Donald Trumps Besetzung seiner künftigen Regierung löste in den vergangenen Wochen viel Empörung aus: Ein Impfgegner soll das Gesundheits-Ressort leiten und Hightech-Milliardär die Staatsausgaben kürzen. Doch für besonders viel Entsetzen sorgte die Ernennung von Sebastian Gorka zum stellvertretenden Assistenten des Präsidenten und zum leitenden Direktor für Terrorismusbekämpfung.

Teilnahme an rechtsextremen Treffen: Experten warnen vor Gorka im Weißen Haus

Der Grund: Gorka gilt als rechtsextrem. Wie The Guardian berichtet, sei er regelmäßiger Teilnehmer von Veranstaltungen wie der Conservative Political Action Conference (CPAC), dem jährlichen Treffen der rechtsgerichteten Clans in Maryland. Außerdem soll er Mitglied des ungarischen faschistischen Ordens der Vitez sein.

Kein Wunder, dass seine Berufung ins Weiße Haus Besorgnis auslöst: Alex Floyd, ein Sprecher des demokratischen Nationalkomitees, bezeichnete Gorka als „einen Rechtsextremisten, der ebenso gefährlich wie ungeeignet ist, die amerikanische Strategie zur Terrorismusbekämpfung zu leiten“.

Donald Trump hält einen Zettel in der Hand, hinter ihm stehen zahlreiche Freunde und Unterstützerinnen.
Donald Trump mit zahlreichen Unterstützern. Darunter Sebastian Gorka (z.v.r). © afp

Der frühere UN-Botschafter und dritte Nationale Sicherheitsberater von Trump in dessen erster Amtszeit, John Bolton, sagte im Gespräch mit CNN, Gorka sei „ein Hochstapler“, der „in keine US-Regierung“ gehöre und dessen Auswahl „kein gutes Zeichen für die Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung“ sei.

Trump hält an Auswahl fest: Gorka verfüge über 30 Jahren Erfahrung in der nationalen Sicherheit

Die derzeitigen Berater Trumps waren Berichten zufolge entsetzt. Eine namentlich nicht genannte „Person aus dem Umfeld von Trumps nationalem Sicherheitsteam“ sagte der Washington Post: „Fast das gesamte Team hält Gorka für einen Clown. Sie fürchten sich davor, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Trump hingegen findet, Gorka sei ein „legaler Einwanderer“ mit „mehr als 30 Jahren Erfahrung in der nationalen Sicherheit“, darunter Lehrstühlen und Stipendien an großen Institutionen. Verhindert werden kann die Besetzung von Gorka aber kaum, denn anders als bei anderen hochrangigen Kandidaten für die nationale Sicherheit, zum Beispiel Tulsi Gabbard als Direktorin des nationalen Geheimdienstes – muss dieser Posten nicht von einem Senat bestätigt werden.

Trump beruft Gorka erneut: Erste Amtszeit 2017 endete nach sieben Monaten

Interessant ist, dass Gorka bereits in Trumps erster Amtszeit als nationaler Sicherheitsstratege im Weißen Haus tätig war. Damals endete aber seine Arbeit nach sieben Monaten, weil er laut Medienberichten die Sicherheitsfreigabe nicht erhalten habe und als zu extrem galt. Beobachter sagen voraus, dass Gorkas zweiter Aufenthalt im Weißen Haus unter Trump ebenso kurz sein wird.

Gegen Gorka gab es in der Vergangenheit beispielsweise eine Anklage wegen eines Vergehens im Jahr 2016, weil er eine Pistole durch die Sicherheitskontrolle eines Washingtoner Flughafens mitgenommen hatte. Außerdem soll gegen ihn während seiner ersten Amtszeit unter Trumps in Ungarn ein Haftbefehl gegen ihn vorgelegen haben. Der Grund: ebenfalls ein Waffendelikt. Gorka bestritt jegliches Fehlverhalten und beide Verfahren wurden letztendlich eingestellt.

„In der scheinbar endlosen Parade von Spinnern, Vollidioten, Schwachköpfen, Fanatikern, Verrückten und allgemeinen Vollidioten, die Trump folgen“, sei laut dem Kolumnisten Charles P. Pierce vom US-Männermagazin Esquire niemand ‚lächerlicher‘ als Sebastian Gorka (bg).

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