Der Lieberhof wird saniert und erweitert. Ein dreigliedriges Ensemble soll entstehen. Die Eröffnung ist für 2027 geplant.
Tegernsee - Im Juli war den Mitgliedern des Bauausschusses bereits vorgestellt worden, wie sich Dirk Budde, neuer Eigentümer des denkmalgeschützten Lieberhofs am Fuß der Neureuth, die Zukunft des früheren Einfirsthofs und ehemaligen Gasthauses vorstellt. Vom Tisch sind demnach der Neubau eines einzigen zusätzlichen Gebäudes am Hang mit 20 Betten und Tiefgarage unterhalb des Lieberhofs mit Tiefgarage – obwohl eine Baugenehmigung dafür vorliegt.
Ein dreigliedriges Ensemble soll nun entstehen, bestehend aus einem „Zuhaus“ mit zwei Suiten, einem Zwischenbau mit Spa- und Wellnessbereich und Garten auf dem Flachdach sowie einem „Stallgebäude“, in dem sich ebenfalls zwei Suiten und eine Galerie in der Dachschräge befinden.
Im Ausschuss ging es nun darum, ob der bestehende Bebauungsplan geändert werden muss, oder ob, wesentlich einfacher, mehrere Abweichungen den Weg frei machen. Über zwei Anträge musste abgestimmt werden.
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Zunächst ging es um den Lieberhof selbst. In enger Abstimmung mit Kreisbaumeister Christian Boiger und aufgrund vorliegender Genehmigungen ließ Budde das Gebäude bereits teils entkernen und das Dach erneuern. Im Erdgeschoss soll sich wie bisher der öffentliche Gastrobetrieb abspielen. „Wir werden die Gastronomie künftig selber betreiben“, sagt der Bauherr, der mit der Budde-Gruppe unter anderem das Landgut Wickerbachmühle im hessischen Hochheim betreibt und mit einer Eröffnung des Lieberhofs 2027 rechnet.
Um dem Denkmalschutz gerecht zu werden, soll im Obergeschoss nicht kleinteilig, sondern großzügig geplant werden. Eine rund 235 Quadratmeter große Betreiberwohnung soll entstehen. Weil im gültigen Bebauungsplan aber nur von einer 80-Quadratmeter-Wohnung die Rede ist, braucht‘s eine Ausnahmegenehmigung. Zudem sollen sechs Gästezimmer mit zwölf Betten entstehen.
„Die große Wohnung ist kein Zugeständnis, sondern Voraussetzung, um das Denkmal mit seinen zahlreichen Elementen zu erhalten“, machte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) deutlich. Entstehen soll zudem eine neue Terrasse, die die Sitzfläche für Gäste zusammen mit der bestehenden Terrasse auf 180 Quadratmeter vergrößert. Die geforderte Anzahl von 31 Parkplätzen werde nachgewiesen, so Bauamtsleiterin Bettina Koch. Geplant ist auch eine Garage für drei Fahrzeuge, für die eine Ausnahme gemacht werden muss. Mit 5:1 Stimmen befürwortete der Ausschuss diesen Teil des Antrags.
Einstimmig waren die Bauausschuss-Mitglieder zudem bereit, etliche Ausnahmen für den Neubau der Gebäude am Hang zu machen. Die betrafen die gedrehten Firstrichtungen, das begrünte Dach und die Dachterrasse des Zwischenbaus, eine geringfügige Überschreitung der Baugrenzen wegen der neu geplanten Gebäude und neue, wenngleich niedrigere Höhen des „Zuhauses“.
Rudolf Gritsch (CSU) begrüßte die bereits im Juli vorgestellten und erneut geringfügig geänderten Pläne. Das Vorhaben sei in sich schlüssig, es werde weniger bebaut als in der Vergangenheit geplant. Auch handle es sich um modernes, aber denkmalgeschütztes Bauen. „Den ursprünglichen Bebauungsplan hatte ich nur mit ausgeprägten Bauchschmerzen hingenommen“, erinnerte Gritsch.
Auch Andreas Obermüller (FWG) äußerte sich positiv: „Der Lieberhof ist eine gastronomische Perle. Weil das Tegernseer Tal kein Museum ist und wir eine vernünftige Entwicklung wollen, stellen die Pläne eine gute Entwicklung dar.“ Marcus Staudacher (Grüne) hielt die Pläne ebenfalls für zustimmungsfähig. Hagn machte darauf aufmerksam, dass ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werde, in dem die nachträgliche Umwandlung in Privatwohnungen ausgeschlossen ist.
Dirk Budde reagiert am Tag nach der Sitzung erfreut. Er hoffe nun auf eine schnelle Genehmigung durch das Landratsamt und werde zuerst den Lieberhof komplett fertigstellen. Erst dann könnten die Neubauten folgen. Auf einen Zeitpunkt dafür wollte er sich auf Nachfrage nicht festlegen.