Lieberhof in Tegernsee bleibt weiter geschlossen

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Der Lieberhof bedarf einer tiefergehenderen Sanierung als gedacht. Wann der denkmalgeschützte Gasthof am Fuß der Neureuth wieder öffnet, steht noch nicht fest. © THOMAS PLETTENBERG

In diesem Sommer schon hätte Dirk Budde den Lieberhof gern wiedereröffnet, zumindest den Biergarten. Doch was als kleine Renovierung geplant war, hat sich zur diffizilen Sanierung eines Denkmals entwickelt. Die wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Tegernsee - „Bisher haben wir eigentlich nur kaputt gemacht“, meint Dirk Budde. Wie berichtet, hat der Unternehmer vor einem Jahr den denkmalgeschützten Gasthof Lieberhof am Fuß der Neureuth erworben. Historische Gebäude zu sanieren, ist eine Leidenschaft, die er mit Ehefrau Maria teilt. Wie viel Geschichte tatsächlich in ihrem neuen Eigentum am Tegernsee steckt, zeigte sich allerdings erst bei näherer Betrachtung durch Experten. Der Plan, schnell zu renovieren und im Sommer 2025 wiederzueröffnen, erwies sich als Illusion.

„Es ist sehr viel historische Substanz im Hintergrund“, berichtet Budde. Als der bröckelige Putz entfernt war, traten unter anderem sogenannte Strickwände aus Holz zutage, kunstfertig hergestellt und lange verdeckt. Auf der anderen Seite erwies sich Hinzugebautes neueren Datums als so mangelhaft, dass es nur entfernt werden konnte. „Da lag so vieles im Argen, dass wir es rausreißen mussten“, erklärt der Bauherr.

Intensiv begleitet wird die Kernsanierung von der Denkmalschutzbehörde. Die Zusammenarbeit mit Kreisbaumeister Christian Boiger sei sehr konstruktiv, sagt Budde. Aber es werde angesichts der Anforderungen durch den Denkmalschutz schon noch eine ganze Weile dauern, bis er den Gasthof wieder eröffnen könne: „Unser Architekt muss umdenken.“

Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiedereröffnung nennt Budde angesichts der Unwägbarkeiten lieber nicht. Ins Auge gefasst ist der Sommer 2026. Neben den Gasträumen mit Biergarten sind acht Zimmer vorgesehen.

Zukunft des Lieberhofs: Öffentliche Gaststätte oder Ecentlocation?

Offen ist zum jetzigen Zeitpunkt auch, in welcher Form der Gasthof künftig betrieben wird: wie früher als Lokal mit festen Öffnungszeiten oder nur als vorab buchbare Eventlocation? „Das Ziel ist schon, den Gasthof öffentlich zugänglich zu machen“, sagt Budde. Was möglich sei, hänge aber auch von den Rahmenbedingungen an der schmalen Neureuthstraße ab. Dabei, so Budde, sei es auch für den Lieberhof wichtig, wie es mit dem Bauprojekt Almdorf weitergehe. Wie berichtet, ist oberhalb des Lieberhofs schon seit über einem Jahrzehnt ein Luxus-Hotelprojekt geplant, die Baufläche mit Bauzäunen abgegrenzt. Die Projektentwickler haben jüngst verlauten lassen, es gebe interessierte Investoren, das Vorhaben werde umgesetzt.

Angesichts der zu erwartenden Bauarbeiten und dem Ansturm auf den angrenzenden Neureuth-Parkplatz an sonnigen Sonntagen sieht Budde ein Stellplatzproblem, obwohl der Gasthof über 30 eigene Parkplätze verfügt. Wie die Situation geregelt werden könne, wirke sich auch auf das Betriebskonzept für den Lieberhof aus, meint Budde.

Neubau neben dem Lieberhof: Pläne werden derzeit geändert

Dabei hegt auch er Neubaupläne. Sie bewegen sich allerdings in einer deutlich kleineren Dimension als das, was auf der Wiese unterhalb des Gasthofs bereits genehmigt ist. „So einen Riesenbau kann man doch da nicht reinsetzen“, meint Budde zum Konzept der frühren Eigentümer. Er wolle ein Haus errichten, das sich dem Gasthof deutlich unterordne. Mit der Stadt sei er wegen einer Tektur, also einer Änderung der Baupläne, im Gespräch.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) bestätigt dies. Er könne sich vorstellen, dass der jetzt vorgelegte Entwurf dem Stadtrat besser gefalle als das bereits genehmigte Gebäude, meint er.

Die Zukunft des Lieberhofs hat den Stadtrat schon häufig beschäftigt. 2015 hatte sich die Stadt per Satzung ein Vorkaufsrecht gesichert, um zu gewährleisten, dass das Anwesen ein Gasthof bleibt und nicht zur Residenz eines Superreichen wird. Dieses Ziel sieht Rathauschef Hagn auch dann erreicht, wenn der Lieberhof tatsächlich zur Eventlocation werden sollte: „Auch das ist eine Gastronomie.“

Maria und Dirk Budde
Das Ehepaar Maria und Dirk Budde hat den Lieberhof vor einem Jahr gekauft. © Dirk Budde

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