Die Klimaschutzgemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn plant eine Eventreihe und eine große Umweltmesse. Für die hat Bergsteiger-Legende Reinhold Messner bereits zugesagt.
Vor rund viereinhalb Jahren hat sich Höhenkirchen-Siegertsbrunn als Klimaschutzgemeinde positioniert. Zum fünfjährigen Bestehen plant die Gemeinde unter Federführung der Umweltbeauftragten im Gemeinderat, Dorothee Stoewahse, sowie Dritter Bürgermeisterin Andrea Hanisch und Wirtschaftsförderer Uwe Zwick eine großangelegte Veranstaltungsreihe zum Thema Nachhaltigkeit. „Wir wollen das Thema wieder mehr ins Bewusstsein rufen“, sagt Stoewahse. Außerdem sei der Titel Klimaschutzgemeinde eine „Hülle, die es zu füllen gilt“. Kern der Reihe wird die Umweltmesse „Impuls nachhaltige Zukunft“ sein, die am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Mai 2025, in der Mehrzweckhalle Höhenkirchen-Siegertsbrunn stattfinden soll – inklusive eines umfangreichen Vortrags- und Bühnenprogramms.
Bürger für Nachhaltigkeit begeistern
Hanisch und Stoewahse entwickeln derzeit mit einer Gruppe engagierter Bürger die Vortrags- und Eventideen. Dieser Kreis von Ehrenamtlichen sei extrem motiviert. „Da ist wahnsinnig viel Kreativität vorhanden“, lobt Stoewahse. Die wird man aus Sicht der Dritten Bürgermeisterin auch brauchen. „Wir wissen, dass wir alle Register ziehen müssen, um möglichst viele Bürger für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern, um jeden abzuholen“, sagt Hanisch. Deshalb arbeitet man nicht nur mit erfahrenen Agenturen und dem professionellen Messeveranstalter Mattfeldt & Sänger zusammen, sondern fährt auch, was die Referentenauswahl betrifft, schwere Geschütze auf.
Das wohl größte Ass im Ärmel: Reinhold Messner. Die Bergsteiger-Legende aus Südtirol, die sich seit Jahrzehnten für den Umweltschutz engagiert, wird am Mittwoch, 14. Mai, einen Vortrag in der Mehrzweckreihe halten. Der Vertrag mit dem Abenteurer und Buchautor ist laut Hanisch in trockenen Tüchern, das genaue Thema seines Vortrags steht dagegen noch nicht fest. Es soll aber zur Veranstaltungsreihe passen. „Er hat mehrere Vorträge im Portfolio“, sagt Stoewahse. Fest zugesagt habe dem Messe-Team auch BR-Radiomoderatorin Susanne Rohrer, erzählt Hanisch. Sie soll während der Messe moderieren und die Tage journalistisch begleiten.
Modenschau mit upgecycelten Kleidern
Punkten will man bei den Bürgern zudem mit der Bandbreite an Themen. „Wir wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit kein Randthema in unserer Gesellschaft ist, das nur junge Leute unterstützen sollten“, sagt Hanisch. So reichen die möglichen Themenschwerpunkte von erneuerbaren Energien, nachhaltigen Lebensmitteln, Mode und Kosmetik, Haushaltsprodukte, umweltfreundliche Transportlösungen, ökologischer Garten- und Landschaftsgestaltung bis hin zu Baustoffen und Architektur, Umweltbildung und nachhaltigem Tourismus.
Hanisch ist vor allem vom Thema Upcycling begeistert. „Wir wollen zeigen, dass man nicht jedes Kleidungsstück, das man seit zwei Jahren nicht getragen hat, wegschmeißen muss“, sagt sie. Aus diesem Grund würde es eine Modenschau mit upgecycelten Kleidungsstücken geben. Diese würden sogar extra für die Nachhaltigkeitsmesse hergestellt. „Jemand aus der Modebranche wird jungen Leuten, möglicherweise Schülern, zeigen, wie das geht“, erzählt Hanisch. Auch werde im Rahmen der Eventreihe von Schülern eine Kleidertausch-Party organisiert, ergänzt Stoewahse. Die Volkshochschule wird ein Repair-Café einrichten, in dem man unter Anleitung kaputte Geräte reparieren kann.
Chance für regionale Gewerbetreibende
Für Hanisch bedeutet übrigens nicht nur Umweltschutz Nachhaltigkeit. Sie spannt den Bogen auch zu bayerischen Traditionen wie dem Tragen der Tracht oder der Blasmusik. „Dass solche Traditionen über Jahrhunderte überdauert haben, ist auch eine Form von Nachhaltigkeit“, findet die Dritte Bürgermeisterin. Das will sie der jungen Generation bewusst machen. Die Umweltmesse wiederum ist aus Sicht von Stoewahse und Hanisch auch eine Form von Wirtschaftsförderung. „Wir wollen unseren Gewerbetreibenden die Möglichkeit geben, sich regional zu präsentieren“, sagt Hanisch. Die Messe sei dafür die beste Plattform. „Wir hoffen, dass unsere Gewerbetreibenden dies auch als Chance sehen.“
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Hallensanierung gefährdet Messe nicht
Aufgrund der umfangreichen Sanierung der Mehrzweckhalle an der Bahnhofstraße können dort derzeit keine Großveranstaltungen stattfinden. Wie berichtet, rechnet Bürgermeisterin Mindy Konwitschny damit, dass die wesentlichen Arbeiten an der Halle spätestens im März abgeschlossen sein werden. Dann könnte auch die Brandmeldeanlage, die mittlerweile Voraussetzung dafür ist, dass viele Besucher in die Halle dürfen, installiert werden. Aber selbst wenn sich die Arbeiten noch einmal verzögern, ist die Ausrichtung der Messe im Mai laut Konwitschny nicht in Gefahr. Im äußersten Notfall werde an den Ausstellungstagen die Feuerwehr einspringen und die Brandwache übernehmen, betont die Bürgermeisterin. Dies sei in Ausnahmefällen möglich.