Mit Bechern den Rhythmus klopfen: Ein Benefizkonzert voller Überraschungen

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Schon immer mit dabei: die Gründerband des Benefizkonzerts „Phondue“. © gefö

Unterschleißheimer Musiker geben wieder alles für Menschen in Not. Vor 23 Jahren haben ehemalige Realschüler den „Lichtblicke“-Abend gegründet.

Je enger es für den Rechtsstaat wird, desto lauter beschwören Freigeister und Demokraten das Ideal der Vielfalt. „Mein Herz schlägt bunt, meine Welt ist bunt“, hat Moderator Benjamin Straßer das Publikum zum diesjährigen Lichtblicke-Benefiz im Bürgerhaus begrüßt.

Seit 23 Jahren spielen die Musiker für Menschen in Not, sammeln Spenden für diejenigen, die vom Schicksal nicht begünstigt sind. Ganz gleich ob in Afrika, Südamerika oder vor der eigenen Haustür in Unterschleißheim.

Die Lichtblicke-Konzerte haben einen festen Platz im Unterschleißheimer Kulturkalender. Die dritte Oktoberwoche ist Lichtblicke-Zeit. Im Laufe der Jahre haben die ehemaligen Realschüler auf diese Weise 300 000 Euro eingespielt und an karitative Projekte gespendet. Heuer verständigten sich die Musiker um Moderator Straßer darauf, die erfahrungsgemäß zu erwartenden 20 bis 25 000 Euro „Shelter Box“ und „Unterschleißheim hilft“ zu überlassen.

Spenden gehen an „Shelter Box“ und „Unterschleißheim hilft“

Die Organisation „Shelter Box“ ist dafür bekannt, bei Naturkatastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen dort zu helfen, wo sich sonst niemand hinwagt. „Unterschleißheim hilft“ ist den Musikern vom Beirat für Soziales und Familie der Stadt ans Herz gelegt worden. Die Aktion unterstützt unverschuldet in Not geratenen Familien. Wenn die Waschmaschine kaputt oder der Schulausflug zu teuer ist, helfen sie aus. Allein im vergangenen Jahr wurden 30 Anträge auf Hilfen bewilligt.

Der Verein „Lichtblicke“ hat seine Wurzeln in der Realschule der Stadt. Die Mitglieder zweier Schülerbands – Ruhestö㈠(h)rung und Phondue – beschlossen nach der Mittleren Reife, einfach weiterzumachen. Daraus entwickelten sich die Benefizkonzerte. Ruhestö㈠(h)rung hat sich inzwischen aufgelöst. Auch Phondue verabschiedete sich im Vorjahr von der Bühne. Die Musiker und Gesangskünstler aber blieben zusammen.

Groß war die Überraschung, als das Phondue-Quartett heuer wieder aufspielte. Der altgediente Roland Stöhr hatte in Spanien eine Weile die Sonne genossen. Kaum zurück, griff Stöhr zu seinem Bass. Phondue ist zurück auf der Bühne. „Ihr Feuer brennt noch immer“, stellte Moderator Straßer das Quartett dem Publikum vor. Die bald 30-jährige Bühnenerfahrung sei den Musikern kaum anzusehen, neckte der Moderator. Vielleicht ein wenig um die Stirn herum.

Bürgerhaus in Unterschleißheim ist voll besetzt

Im voll besetzten Bürgersaal ließ sich das Publikum von der ersten Minute an mitreißen. Whitney Houston, Sinead O‘Connor – ein Ohrwurm folgte auf den nächsten. Aus der Kavelar-Familie, deren Mitglieder sowohl für Ruhestö(h)rung als auch für Phondue spielten, rückte bereits im Vorjahr die nächste Generation ins Rampenlicht auf. Die zehnjährige Karla – Tochter von Tobias, Nichte von Michael – ließ sich heuer etwas Besonderes einfallen.

Moderator Benjamin Straßer begrüßte das Publikum zum diesjährigen Lichtblicke-Benefiz im Bürgerhaus.
Die zehnjährige Karla perfektionierte den „Cup-Song“ der Band „Lulu and the Lampshades“ auf ihre eigene Art.  © gefö

Den auf einem alten Kinderspiel basierenden Becher-Song hatten dereinst „Lulu and the Lampshades“ gesungen. Der Versuch, den Song „When I‘m Gone“ mit den Händen und einem Becher rhythmisch zu begleichen, wurde später durch den Film „Pitch Perfect“ populär. Karla perfektionierte den „Cup-Song“ auf ihre eigene Art. Das Publikum war begeistert. Übrigens: Bei YouTube existieren zahlreiche Videos mit Anleitungen.

Moderator Benjamin Straßer begrüßte das Publikum zum diesjährigen Lichtblicke-Benefiz im Bürgerhaus.
Moderator Benjamin Straßer begrüßte das Publikum zum diesjährigen Lichtblicke-Benefiz im Bürgerhaus. © gefö
Für Stimmung sorgten auch die Sängerinnen Kathrin Steiner (l.) und Imke Möller-Bertram.
Für Stimmung sorgten auch die Sängerinnen Kathrin Steiner (l.) und Imke Möller-Bertram. © gefö
Volles Bürgerhaus: Das Publikum im Bürgersaal in Unterschleißheim spendete fleißig.
Volles Bürgerhaus: Das Publikum im Bürgersaal in Unterschleißheim spendete fleißig. © gefö

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