Schloss Ringberg in Kreuth gewährt Öffentlichkeit einen seltenen Einblick

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Eindrucksvolles Bauwerk: 1912 hat Herzog Luitpold in Bayern den Grundstein für Schloss Ringberg gelegt. Es dauerte rund sechs Jahrzehnte, bis der Bau vollendet war. © Max-Planck-Gesellschaft

Majestätisch thront Schloss Ringberg über dem Tegernseer Tal. Der Anblick ist den Bewohnern bestens vertraut. Am Samstag, 12. Juli, bietet sich der Öffentlichkeit nun eine der seltenen Gelegenheiten, einen Blick hinter die Schlossmauern zu werfen.

Kreuth - Es ist der Reiz des Verborgenen, der alle zwei Jahre zahlreiche Menschen zu Schloss Ringberg lockt. Das Tagungszentrum der Max-Planck-Gesellschaft liegt hoch über dem Kreuther Tal und ist normalerweise Forschern und Wissenschaftlern vorbehalten, die hinter den historischen Mauern ihre Fachthemen erörtern und den Austausch pflegen. Nur alle zwei Jahre lädt die Gesellschaft bei einem Tag der offenen Tür die Öffentlichkeit dazu ein, die Tagungsstätte mit ihren Außenanlagen frei zu besichtigen. Am Samstag, 12. Juli, ist es wieder soweit.

Leiter der Tagungsstätte: „Nachfrage ist ungebrochen“

Rund 3500 Besucher nahmen zuletzt im Jahr 2023 die Gelegenheit wahr. Für den kommenden Samstag erwartet Jochen Essl, Leiter der Tagungsstätte, ein ähnlich großes Interesse. „Die Nachfrage ist ungebrochen“, sagt er. Wer einmal das Schloss vom See aus wahrgenommen habe, frage sich unwillkürlich, was sich dahinter verbirgt. „Wenn man dann auch noch feststellt, dass man nicht einfach so hineinkommt, weckt das natürlich Begehrlichkeiten“, weiß Essl.

Früher waren es zum Großteil Einheimische, die das auf halber Höhe des Ringbergs gelegene Schloss besuchten – viele von ihnen „Wiederholungstäter“, wie Essl berichtet. Mittlerweile kämen zum Tag der offenen Tür auch viele Urlaubsgäste und Ausflügler aus dem Raum München.

Dank Anbau konnten Zimmerkapazitäten ausgebaut werden

Besonders stolz ist Essl, den Besuchern den Anbau präsentieren zu können, der erst im Herbst 2022 fertiggestellt wurde und die Zimmer-Kapazität der Tagungsstätte von 35 auf jetzt 42 anwachsen ließ. Die Erweiterung des von Herzog Luitpold in Bayern errichteten Bauwerks hat viel Mühe und Geld gekostet, sei aber der absolut richtige Schritt gewesen, erklärt Essl. „Seit wir den Neubau eröffnet haben, ist auch der immer ausgebucht.“ Der Anbau liegt ein Stück entfernt vom Haupthaus, vor allem die Professoren würden die Ruhe dort zu schätzen wissen, berichtet der Leiter der Tagungsstätte.

Räume auf Schloss Ringberg lange im Voraus ausgebucht

50 bis 60 Gäste beherbergt Schloss Ringberg pro Veranstaltung, die Räumlichkeiten sind laut Essl meist eineinhalb Jahre im Voraus ausgebucht. Trotz Anbau reichen die Kapazitäten noch immer nicht aus, um alle Tagungsteilnehmer zum Nächtigen in dem historischen Umfeld unterzubringen. „Wir müssen weiterhin auch auf Unterkünfte im Tal ausweichen“, sagt der Tagungsstätten-Chef.

Musikschüler begleiten am Samstag Tag der offenen Tür

Am Samstag zwischen 10 und 17 Uhr haben nun alle Interessierten Gelegenheit, hinter die Kulissen der riesigen Schlossanlage zu blicken. Die Besucher werden zu Beginn von Turmbläsern begrüßt, anschließend musizieren verschiedene Gruppen der Musikschule Tegernseer Tal an unterschiedlichen Plätzen des Schlossareals.

Besucher können prominente Wissenschaftler live erleben

Ab 11 Uhr gibt es im Hörsaal die Gelegenheit, „prominente Wissenschaftler live zu erleben“, wie Essl sagt. Drei Vorträge von Vertreten der Max-Planck-Institute stehen auf dem Programm: 11 Uhr: Professor Alexander Borst: „Wie rechnen Nervenzellen“; 12.30 Uhr: Dr. Maximilian Fabricius: „Die Weltraummission Euclid“; 14 Uhr: Professor Immanuel Block: „Vom Quantensimulator zum Quantencomputer: Experimentieren mit den kältesten Objekten des Universums“.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet auch bei Regen statt. Es bestehen laut Essl zwar Parkmöglichkeiten in Oberhof, dennoch sei eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu empfehlen, sagt er. Für die Auffahrt zum Schloss wird ab 9.45 Uhr ein kostenloser Buspendelverkehr eingerichtet. Weitere Informationen zum Programm gibt es online auf www.schloss-ringberg.de/termine.

gab

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