In einer Gemeindeklausur zum Thema „Wohnen im Alter“ wurde sich auf die Umsetzung eine ambulante Pflege-WG für altersgerechtes Wohnen in Gmund geeinigt.
Gmund – Als „sachlich und konstruktiv“ beschrieb Gmunds Bürgermeister Alfons Besel die Gemeinderatsklausur zum Thema „Wohnen im Alter“, welche Anfang Juni bereits stattgefunden hatte. Das Großprojekt soll nun mit einer ambulanten Pflege-WG geplant werden.
An der Klausur teilgenommen hatten neben Besel 14 Gemeinderatsmitglieder, drei Beschäftigte der Gemeinde sowie Stefan Mayer, Geschäftsführer der Firma CaraVita Pflegemanagement Beratungs GmbH. CaraVita entwickelt Konzepte zum Thema „Wohnen für Generationen“ und berät öffentliche und private Investoren. Zu wesentlichen Erkenntnissen kamen die Teilnehmer in den Punkten „Finanzierung des Großprojektes“, „Entscheidungsfindung ambulant betreuter Wohngemeinschaft (abWG)“ sowie „weitere bauliche Aspekte“.
Finanziert werden soll das Projekt nun nicht aus der Gemeindetasche, sondern mit verschiedenen Förderungen oder einer Finanzierung durch Dritte. „Ich bin besonders froh, dass eine komplette Selbstfinanzierung vom Tisch ist“, freute sich Michael Huber (Grüne) in der Sitzung. Mögliche Fördermittel wären die Programme PflegesoNah sowie KommWFP, welche auch miteinander kombiniert werden könnten.
Zukunftsweisendes Projekt: „Wohnen für Generationen“ in Gmund wird konkreter
Mayer verwies in der Klausur darauf hin, die Wohnungen etwas kleiner zu planen, da die Größe für die einkommensorientierte Förderung (EOF) wichtig ist. Zudem müsse in den Plänen stets ein zweites Bett eingezeichnet sein, um EOF-förderfähig zu sein. Die Gemeinschaftsräume könnten möglicherweise mit einer Förderung über das Amt für ländliche Entwicklung erfolgen, denkbar seien auch ein Verein oder eine Bürgerstiftung.
Für Mayer sei es auch denkbar, dass die Gemeinde bei einem zu großem Finanzierungsbetrag ein Gebäude weniger baut, beziehungsweise nur einen Teil davon und die restlichen ein Investor. Christine Zierer (FWG) sah in diesem Modell mit der Finanzierung durch Dritte noch einen „massiven Diskussionsbedarf“. Auch Herbert Kozemko (CSU) befürchtete, dass „diese komplizierten Konstrukte keinen Sinn machen“ und das Großprojekt deshalb gänzlich von einem Investor finanziert werden sollte.
Finanzierungsmodelle im Fokus: Förderungen, Dritte und mögliche Investoreneinsätze diskutiert
Ein weiterer großer Punkt war das Thema ambulante Pflege-WG. Da dort die Beschäftigten besonders stark gefordert seien, brauche es auf jeden Fall eine besonders gute Personaldecke. Die Gemeinde will daher einen größeren Dienst für die WG beauftragen. Möglich wäre auch die Gründung eines Vereins, um Spenden für den Betrieb der abWG zu akquirieren.
Mayer verwies in der Klausur zudem noch auf wichtige Details wie etwa Wohnungen für die Nachtdienst-Mitarbeiter der abWG, dies „erleichtere auch das Anwerben neuer Beschäftigter“. Zudem sollte jede Wohneinheit der WG mit einer Dusche ausgestattet werden, um diese auch als Zweitnutzungsmöglichkeit als „Rüstigen-WG“ nutzen zu können. Auch Räumlichkeiten für Physiotherapeuten oder einer Fußpflege sollten vorgesehen werden.
Mit einer Gegenstimme stimmte der Gmunder Gemeinderat für die Umsetzung des Projekts „Wohnen im Alter“ sowie der Pflege-WG, jedoch mit einem flexiblen Grundriss. Eine Grundkalkulation soll mit den entsprechenden Fördermöglichkeiten erarbeitet werden, ebenso soll die EOF geprüft werden. Sabrina Jäger
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