Auf der Baustelle für den „Campus Tölz“ sind die beiden ersten Rohbauten fertig. Beim ersten Mieter, dem „Tizio“, laufen die Vorbereitungen auf den Einzug auf Hochtouren.
Bad Tölz – 2025 wird Bad Tölz zum Hochschulstandort. Auf einer Baustelle am nordöstlichen Stadtrand sind mittlerweile die ersten beiden Gebäude des künftigen „Campus Tölz“ zu erkennen. Und im Hintergrund laufen beim ersten Mieter, der hier einziehen wird, die Vorbereitungen „auf Hochtouren“, wie Ingrid Wildemann-Dominguez sagt. Sie ist Geschäftsführerin des „Tizio“, also jener Außenstelle der Hochschule München, die kommendes Jahr in Bad Tölz den Betrieb aufnehmen möchte.
Baustelle für „Campus Tölz“ schreitet voran
Der „Campus Tölz“ ist wie berichtet ein Großprojekt, das der Investor Hannspeter Schubert auf dem Areal zwischen Lettenholz und dem Unternehmen SAM (vormals Sitec) realisiert. Auf 25.000 Quadratmetern Grundstücksfläche entstehen in drei Bauabschnitten vier Gebäude, die Unternehmen aus den Bereichen Innovation, Forschung und Technologie eine Heimat bieten sollen.
Im April 2024 wurde der erste Spatenstich gefeiert. Seither gehe es mit dem Bau „sehr gut“ voran, erklärt ein Sprecher von Schuberts „Technologie Park Tölz Grundstücksgesellschaft“, auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir sind voll im Zeitplan und werden den Rohbau für Bauteil B im Dezember abschließen, im Januar dann für Bauteil C“, teilt er mit. Danach folge der Innenausbau. Mit interessierten Unternehmen, die sich auf dem „Campus“ ansiedeln könnten, „sind wir in engem Austausch“.
Hochschule München eröffnet Außenstelle in Bad Tölz
Der erste Mieter stand freilich schon lange vor Baubeginn fest: das „Tizio“. Die Abkürzung steht für „Transfer- und Innovationszentrum im Oberland“. Es soll der erste Standort der Hochschule München außerhalb der Landeshauptstadt werden und ist eines von bayernweit 25 vom Freistaat geförderten Zentren, die der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft dienen. Vom Freistaat gibt es eine Anschubfinanzierung in Höhe von 6,9 Millionen Euro für das „Tizio“, zudem übernehmen die Stadt Bad Tölz und der Landkreis die Miete für die ersten fünf Jahre.
Doch auch ohne fertiges Gebäude in Bad Tölz hat das „Tizio“ bereits Anfang 2023 die Arbeit aufgenommen – und zwar in Person von Geschäftsführerin Ingrid Wildemann-Dominguez. Sie ist im Oberland keine Unbekannte, war zuvor Regionalmanagerin bei der ehemaligen Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises Miesbach. Neben ihrem Dienst㈠ort an der Hochschule München hat sie ein Verbindungsbüro im Tölzer Rathaus bezogen. Jetzt sei sowohl bei den Professoren der Hochschule als auch bei ihr selbst die Vorfreude groß, sagt sie. „Unser Ziel, in unsere Räume im Campus Tölz einzuziehen, ist in Sichtweite.“ Zwar gebe es noch kein offizielles Einzugsdatum. Doch der Plan, dass dies im kommenden Jahr passieren werde, stehe „unbedingt“, so Wildemann-Dominguez.
Meine news
Personal-Einstellungen für „Tizio“ in Bad Tölz
Für die vier vorgesehenen Labore mit den Forschungsthemen Tourismus, Robotik, Additive Fertigung und IT-Simulation läuft laut der Geschäftsführerin gerade die Einstellungen von wissenschaftlichen Mitarbeitern. Zudem sei man mit der Beschaffung von Maschinen befasst. Dazu gehört laut Wildemann-Dominguez zum Beispiel ein Service-Roboter. In der Praxis könne der einmal in Hotels „anstelle eines Concierge“ unterwegs sein und den Gästen Getränke, Zeitungen, eine Zahnbürste oder anderes bringen. Im „Tizio“ werde er zu Forschungszwecken im Tourismus-Labor eingesetzt. Einen klassischen Lehrbetrieb werde es im Tölzer „Tizio“ übrigens nicht geben, stellt die Geschäftsführerin klar. Studenten würden sich hier eher projektbezogen aufhalten.
Daneben ist Ingrid Wildemann-Dominguez seit Antritt ihrer Stelle stark mit Netzwerk-Arbeit im ganzen Oberland beschäftigt. Schließlich sollen im „Tizio“ einmal regionale Unternehmen in Forschungsprojekten mit der Hochschule zusammenarbeiten. Auf dem Programm der Geschäftsführerin stehen daher viele Besuche bei Unternehmen in der Region. „Ich werde überall sehr nett aufgenommen“, berichtet sie. Zudem ist das „Tizio“ bei vielen Veranstaltungen präsent oder beteiligt. Das geht vom kommunikativen Format „Nachhaltigkeits-Barcamp“ über eine Podiumsdiskussion über die Zukunft des Handwerks in Gmund bis hin zur Weihnachtsfeier des Wirtschaftsforums Oberland.
(Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)
Die Hochschule München habe im Oberland auch schon Studierendenprojekte durchgeführt, berichtet Wildemann-Dominguez, etwa in Lenggries und Wolfratshausen. Auf den Weg gebracht sei zudem ein größeres Forschungsprojekt mit der Wolfratshauser Firma EagleBurgmann zum Thema Künstliche Intelligenz, ein weiteres mit einer großen Firma aus dem Landkreis starte im Februar. „Es gibt auch kleinere Projekte, wie zum Beispiel Weiterbildungsprogramme, in denen wir Unternehmen zum Thema Additive Fertigung schulen“, so die Geschäftsführerin. „Auch das ist gut geeignet, um miteinander in Kontakt zu kommen.“ (ast)