Flut an „Eismärchen“-Alternativen: Rund 375 Schüler beteiligen sich an Umfrage

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

Kommentare

Das Eismärchen bleibt bei vielen Jugendlichen das favorisierte Wintervergnügen. Es sei alternativlos, so ein Kommentar in der Umfrage. Vorgeschlagen wurde auch, Spenden zu sammeln, damit es im kommenden Winter doch stattfinden kann. © Wolfgang Schörner

Die vom Stadtrat beschlossene Umfrage unter Kinder und Jugendlichen in Penzberg nach Alternativen zum „Eismärchen“ hat eine Flut an Vorschlägen ausgelöst. Sie reichen vom Schneelabyrinth bis zur Jurte auf dem Stadtplatz. Ein Kommentar lautete aber auch: „Hannis Eismärchen ist alternativlos.“

Der Penzberger Stadtrat hatte im vergangenen Mai einem Antrag der PM-Fraktion zugestimmt, eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen an Penzberger Schulen zu starten. Sie sollten gefragt werden, welches „Wintervergnügen“ sie sich auf dem Stadtplatz als Alternative zum „Eismärchen“ wünschen – ohne hohe Kosten, viel Energie und laute Musik. Die Umfrage fand in den zwei Wochen vor den Sommerferien statt. Antworten kamen aus zwei der sieben Schulen, der Bürgermeister-Prandl-Grundschule und dem Gymnasium. Dazu heißt es im Abschlussbericht, der der Heimatzeitung vorliegt, dass der von Ehrenamtlichen ausgearbeitete Fragenkatalog dem Rathaus bereits am 18. Juni vorlag, die Stadt ihn aber erst am 18. Juli an die Schulen versandte, dort also nur zehn Schultage Zeit blieben.

Antworten von Grundschule und Gymnasium

Dennoch beteiligten sich aus Grundschule und Gymnasium immerhin circa 375 Schülerinnen und Schüler. So heißt es in der Umfrage-Auswertung, die ebenfalls von Ehrenamtlichen übernommen worden war. Die Fragebögen wurden zum Teil von Klassen gemeinsam ausgefüllt, zum Teil von einzelnen Schülern. Das Ergebnis ist eine Flut von Vorschlägen.

Viel Eis und Schnee

Bei den knapp 70 Grundschulkindern drehen sich zwei Drittel der „Wintervergnügen“-Vorschläge um Schnee und Eis. Sie reichen von einer Schnee- oder Eisrutsche über einen Schneeparcours mit Tunnel, Rampe, Iglus und Rutsche bis zu Schneeskulpturen und einem Platz für Schneeballschlachten. Teils liefern sie sogar Vorschläge für die Realisierung mit („ohne Arbeiter“). Weniger nachgefragt ist bei ihnen laut Auswertung ein Weihnachtsmarkt. Allerdings wünschen sich einige Grundschüler Bastelstände und eine winterliche Atmosphäre mit Lagerfeuer oder Feuerschale.

Wintertipi oder Jurte auf dem Stadtplatz

Bei den fast 310 Gymnasiasten, die an der Umfrage teilnahmen, rücken, je älter sie sind, Schnee und Eis in den Hintergrund. Mehr gefragt als Alternative sind Christkindlmarkt, Essensstände und kreative Aktivitäten. Eine Reihe von Wünsche betreffen Zelte, einen Wintertipi oder eine Jurte als „temporäre Gebäude“ auf dem Stadtplatz, in denen man sich treffen kann oder Workshops und Veranstaltungen stattfinden, mit Sitzgruppen und Lichterketten, kleiner Bühne und Weihnachtscafé.

Aus der Unterstufe des Gymnasiums stammen Vorschläge für Kreativ-Inseln, an denen Christbaumkugeln und Laternen per Upcycling gebastelt oder Lebkuchen und Plätzchen gebacken werden. Unter den Vorschlägen finden sich auch eine Holzwand auf dem Stadtplatz, auf die Graffiti gesprüht werden können, ebenso Weihnachtsvolleyball, eine Outdoor-Spielecke sowie Veranstaltungen wie eine Weihnachtsdisco, Open-Air-Kino und Jahrmarkt – und die Idee, den nötigen Strom für die Beleuchtung per Fahrrad-Dynamo zu erzeugen.

Christkindlmarkt über mehrere Tage

In der Mittelstufe und Oberstufe des Gymnasiums gewinnt ein Weihnachtsmarkt eine größere Bedeutung, mit Essensständen, die einem Streetfoodfestival ähneln und über mehrere Tage oder die ganze Adventszeit auf dem Stadtplatz bleiben. Gewünscht werden wie in der Unterstufe kreative Angebote wie ein Wintergebäckwettbewerb sowie ein Zelt, in dem man zusammenkommen kann.

„Hannis Eismärchen ist alternativlos“

Auch wenn es in der Umfrage um alternative „Wintervergnügen“ ging, das „Eismärchen“ blieb ein Thema. „Wir wollen nur Hannis Eismärchen, von uns aus auch ohne Musik“, schrieben zwei Siebtklässler, die sich als Alternative allenfalls ein „temporäres Gebäude“ auf dem Stadtplatz für Spiele und Bastelworkshops vorstellen können. „Hannis Eismärchen ist alternativlos“, heißt es in einem Mittelstufen-Kommentar. Oder: „Schlittschuhbahn ist eigentliche die beste Lösung! Außerdem steht es eigentlich im Lehrplan, dann sollte das Ministerium mitzahlen.“ Vorgeschlagen wird auch, fürs „Eismärchen“ Spenden zu sammeln, einen Spendenlauf zu veranstalten und Sponsoren zu suchen. Wobei laut Abschlussbericht anerkannt wird, dass nicht nur das Geld, sondern auch die laute Musik ein Problem ist.

Ob von den Vorschlägen etwas realisiert wird oder ob doch das „Eismärchen“ im nächsten Winter stattfindet (siehe Kasten oben), obliegt nun dem Penzberger Stadtrat. Er kommt das nächste Mal Ende September zusammen.

Veranstalter-Suche für „Eismärchen“

Die Suche nach einem externen Veranstalter für das „Eismärchen“ läuft weiter. Das teilte die Stadt am Mittwoch auf eine Anfrage der Heimatzeitung mit. Die Frage, ob sich bereits Bewerber gemeldet haben, wurde nicht beantwortet. Wie berichtet, hat der Stadtrat im vergangenen Mai auf Basis eines CSU-Antrags einstimmig beschlossen, wegen der Finanzlage nach einem externen Veranstalter für den kommenden Winter zu suchen. Dafür wurden einige Hindernisse aus dem Weg geräumt, die die Einigung mit einem potenziellen Veranstalter im Winter 2024/2025 verhindert hatten. So soll keine Platzmiete verlangt werden. Außerdem sollen Bauhofleistungen nicht abgerechnet werden.

Klappt es nicht mit einem externen Veranstalter wird laut Beschluss geprüft, ob die Stadtverwaltung das „Eismärchen“ doch selbst stemmen kann, was allerdings als unwahrscheinlich gilt.

Auch interessant

Kommentare