„Nicht jeder hat eigenen Parkplatz“: Verärgerung über Halteverbot auf stark befahrener Straße
Neue Fahrbahnmarkierungen für Halteverbote auf einer viel genutzten Straße in Weilheim stoßen Anliegern auf. Doch die Stadt verteidigt sich.
Sie glänzen noch in ganz frischem Weiß, die Zickzacklinien, die die Stadt Weilheim vor wenigen Tagen auf der Fahrbahn der Geistbühelstraße aufbringen ließ – und zwar auf Höhe des Neubaus, der dort gerade auf dem so genannten Dietmayr-Anger entsteht. Doch bei manchen Anliegern sorgen diese Linien für Zornesröte. Dadurch seien mehrere öffentliche Autostellplätze an der Straße entfallen, moniert eine Anwohnerin und wandte sich deshalb an die Heimatzeitung. Denn auf diese Parkplätze seien die Bewohner mitunter angewiesen: 53 Mieter gebe es im schon Jahrzehnte bestehenden Wohnkomplex südlich der Geistbühelstraße, sagt die Weilheimerin, „und nicht jeder hat einen eigenen Parkplatz“.
Stadt verteidigt sich: Fast nur schon bestehende Markierungen erneuert
Gerhard Bäck, der Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, betont auf Tagblatt-Anfrage jedoch, es seien fast ausschließlich Markierungen erneuert worden, die schon mal bestanden, aber in den vergangenen Jahren im Zuge diverser Grabungen und Baumaßnahmen an der Geistbühelstraße verblasst oder gänzlich verschwunden waren. Lediglich „einen kleinen Lückenschluss“ zwischen schon bestehenden Halteverboten habe man jetzt zusätzlich vorgenommen: „Da hatte gerade noch ein Auto reingepasst“, so Bäck.
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Parkplatznot herrsche auch, weil Garagen teils für andere Zwecke genutzt werden
Nötig seien die Halteverbote, weil die Geistbühelstraße „relativ stark befahren“, aber sehr eng sei und kaum „Ausweichraum“ bestehe, wie der Stadt-Mitarbeiter erklärt. Und mit dem großen Neubau auf dem Anger nördlich der Straße komme in diesem Bereich nun eine weitere Tiefgaragenausfahrt hinzu. Zugleich bestehe aufgrund der vielen Wohngebäude rundherum „hoher Parkdruck“.
Zu den Parkproblemen in vielen Wohnbereichen Weilheims trägt Bäck zufolge allerdings bei, dass Garagen „zum Teil für andere Zwecke genutzt“ und Autos deshalb auf der Straße geparkt würden. Auch würden im Alltag mitunter bestehende Tiefgaragenplätze nicht genutzt, weil es bequemer sei, das Auto oberirdisch abzustellen. Auch dadurch würden öffentliche Stellplätze knapp, so Bäck.
„Das ist ein Riesenaufwand“: Stadt erneuert Straßenmarkierungen quer durch Weilheim
Übrigens: Weil in jüngerer Zeit in Weilheim bekanntlich zahlreiche Straßen immer wieder aufgerissen wurden und dadurch Fahrbahnmarkierungen verschwunden sind, ist die Stadt nach Angaben des Verkehrsspezialisten gerade dabei, Zug um Zug solche Markierungen zu erneuern – und zwar quer durchs Stadtgebiet. „Das ist ein Riesenaufwand“, sagt Bäck. Es dürfte in nächster Zeit also in einigen Bereichen Weilheims Verwunderung über ganz neu wirkende Straßenmarkierungen geben. Doch zumeist würde dabei nichts verändert, heißt es aus dem Rathaus, sondern nur eigentlich schon Bestehendes wieder hergestellt.