Am Faschingssonntag begeisterten die Wallgauer mit ihrem Gaudispektakel „Wallgautestival“ – doch hätte es um ein Haar nicht stattfinden können. Aufgrund der zahlreichen Terroranschläge in jüngster Zeit sind die Sicherheitsvorkehrungen so hoch wie nie, was Organisatoren vor große Herausforderungen stellt.
Ziemlich reibungslos und unkompliziert verlief zunächst die Organisation des diesjährigen Faschingsspektakels am Faschingssonntag in Wallgau – bis kurz vor Schluss. Aber was wäre eine Veranstaltung ohne eine kleine Herausforderung? „Wäre ja auch langweilig, wenn einmal alles glattginge“, sagt Martina Schöpf vom Organisationskomitee.
So mussten sich Schöpf und ihr Team kurz vor dem großen Tag noch intensiv mit Sicherheitskonzepten auseinandersetzen. Die zahlreichen Terroranschläge sowie deren Androhungen gegen Fasnachtsveranstaltungen in jüngster Zeit machten das nötig. „Natürlich war das Thema im Vorfeld bereits besprochen worden“, sagt Schöpf. „Es lagen auch Pläne vor – allerdings nicht in dem Umfang, wie es das Landratsamt letztendlich forderte.“ Nun musste am Sonntag ausnahmslos jede Nebenstraße gesperrt werden, für jeden Wagen galt die Auflage, dass sich dort zwei Begleitpersonen in Zivil und Warnwesten postieren. Ein hoher Aufwand für eine kleine Gemeinde wie Wallgau. „Wo sollte man all die Helfer herbekommen?“, fragte sich nicht nur Schöpf. „Wenn die Auflagen noch härter werden, macht das Ganze wirklich keinen Spaß mehr zu organisieren“, kommentierte sie die zunehmenden Herausforderungen.
Doch gemeinsam meisterten die Wallgauer alle Hürden. Einmal mehr bewies das Dorf seinen besonderen Zusammenhalt. Dem „Wallgautestival“ stand nichts mehr im Wege. Am Faschingssonntag schien es fast, als wäre niemand mehr in den Häusern – so viele Menschen tummelten sich auf den Straßen. Und nicht nur Wallgauer feierten mit: Auch Besucher aus den Nachbargemeinden und aus anderen Landkreisen fanden den Weg ins Isartal, um sich in diesen Zeiten, in denen Schockierendes und Besorgniserregendes die Nachrichten bestimmen, ein wenig bespaßen zu lassen.
Punkt 13 Uhr konnte sich der Festivalumzug endlich in Bewegung setzen
Punkt 13 Uhr setzte sich der bunte Festivalzug in Bewegung. Da konnten sich die Zuschauer bereits einen ersten Eindruck von den Attraktionen verschaffen und überlegen, welche Stationen sie später auf dem Festivalgelände rund um das Haus des Gastes ausprobieren wollten. „Wir kommen schon seit gut zehn Jahren alle zwei Jahre nach Wallgau, weil sie sich immer etwas Tolles einfallen lassen“, erzählte eine Besucherin aus Wackersberg.
In Mittenwald hat am Faschingssonntag das Fosnochtsgspü „Himmel und Hölle“ in der Kuranlage Puit stattgefunden
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In der Tat: Kreativität wurde beim „Wallgautestival“ großgeschrieben. Bei den Schottischen Highlandern konnten Besucher ihre Kraft beim „Isarkieselsandsackwerfen“ unter Beweis stellen. Die „Koadlack Hippies“ sorgten mit einer urigen Sauna für Wärme, die närrischen „Schwammerl-Keksen“ und beste 70er-Jahre-Unterhaltung für gute Laune. Einen Drehwurm garantierte das eigens für das Festival gefertigte „Weißbierkarussell“, das den ganzen Nachmittag über gemächlich seine Runden drehte. Und da Schwimmen in der heutigen Zeit eine wichtige Fähigkeit ist, zeigten die „KanoiBixen“ mit Lifeguard Mitch im „Kanoibad“ die richtige Technik, führten Synchronschwimmen vor und brachten die Besucher mit Aquagymnastik in Schwung. Wer aus dem Kanalbad wieder auftauchte, erhielt zur Belohnung ein „Kanoiwasser“ und das begehrte „Kanoipferdchen“. Auch der Nachwuchs der Wallgauer Trommler, die „Affenbande“, stellte eindrucksvoll seine Kletterkünste unter Beweis. Ein Highlight war der „Flying Fox“ – eine Seilrutsche, die für jede Menge Spaß sorgte. VON REGINA BERWEIN