Luzifer hat beim Fosnochtsgspü alle Hände voll zu tun

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Über tausend Zuschauer strömen in die Kuranlage Puit, um das Fosnochts-Gspü zu erleben. © Josef Hornsteiner

Über tausend Zuschauer verfolgen das Fosnochtsgspü „Himmel und Hölle“ in der Kuranlage Puit. Ein humorvoller Seitenhieb nach dem anderen folgte.

Und schon war er unten – im Schlund der Hölle. Für diesen despektierlichen Badegast (Simon Kofler) hatten Erzengel Gabriel (Matthias Wurmer) und Petrus (Georg Brennauer) im Himmel keinen Platz. „Ich wollte doch nur nackig auf dem Badeplatz liegen, da kamen hunderte von Ziegen“, hatte er zuvor geklagt. Diese hinterließen auf natürlichem Wege ihre Spuren. „Eine Frau ist gerade vom Baden gekommen, da hatte ihr Handtuch schon Sommersprossen angenommen.“ Also weg mit den „blöden Geißen, die am Ferchensee die ganze Liegewiese zersch...“ Eine Forderung, auf die die beiden Himmelsgestalten beim Faschingsspiel keineswegs eingehen wollten. Vor tausenden Zuschauern schnappte sich Luzifer (Josef Rieger) den Badegast höchstpersönlich und zog ihn von der Bühne der Kuranlage Puit direkt in den Höllenschlund.

Zuvor hatte der Chef des Goaßvereins (Anton Kriner) vor der Himmelspforte ein flammendes Plädoyer für seine Tiere gehalten: „Es ist eine scheane Tradition, im Sommer die Tiere auf der Scheibenalm zu hom.“ Über den Ferchensee seien sie mit den Geißen immer gegangen. „Das hat so ein schwindliger Badegast nicht verstanna.“

Schürte fleißig das Höllenfeuer an: Luzifer (r., Josef Rieger) und s‘Engerl (l., Georg Brennauer junior).
Schürte fleißig das Höllenfeuer an: Luzifer (r., Josef Rieger) und s‘Engerl (l., Georg Brennauer junior). © Josef Hornsteiner

Es war einer von zahlreichen Seitenhieben am Faschingssonntag in der Puit – gegen Denunzianten, gierige Musikanten oder „Zeitungsschmierer“. Tränen haben die Zuschauer gelacht, als der „Landeskommandant aller Schützen der Alpenregion“ (Matthias Klotz) die Himmelspforte betrat, nachdem ihn „vor Aufregung der Schlag getroffen hat“, wie der himmlische Schreiberling (Hannes Hornsteiner) verlesen hatte. Die Anklage gegen den Mann in Tiroler Tracht: nächtliche Ruhestörung durch „geschlampertes Getrommel um Mitternacht“ in „Nieder- und Hochstraßen“. Mit einer mitreißenden Ansprache geißelte der Kommandant die Aufregung um ihn: „Der schlimmste Mensch in unserem Land, das ist und bleibt der Denunziant.“

Himmlisch, teuflisches Vergnügen: Die Darsteller auf der Bühne der Kuranlage Puit.
Himmlisch, teuflisches Vergnügen: Die Darsteller auf der Bühne der Kuranlage Puit. © Josef Hornsteiner

Es gab reichlich Kundschaft – sowohl für den Himmel als auch für die Hölle. Ein Jäger (Matthias Wurmer junior) wurde in den Himmel aufgenommen. Er hatte seine Wildkamera im Ort getestet und dabei allerhand Merkwürdiges aufgenommen – unter anderem eine Niederländerin, die sich während des gigantischen Staus im Februar 2024 an einer Hauswand im Ort erleichterte. So arg, dass gleich „die Lüftlmalerei verschmierte“.

Dieser Sonntagnachmittag in der Puit hatte es in sich. Die „Schmitzers Festspiele“, wie Luzifer sie in Anlehnung an den Hausnamen des Initiators Matthias Wurmer angekündigt hatte, trafen voll ins Schwarze.

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