Feuriges Spektakel am Faschingssonntag: Ein Ort zwischen Himmel und Hölle

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Jetzt kommt der Feinschliff: (v. l.) Max Jungkunz, Josef Rieger, Matthias Wurmer, Georg Brennauer und Hannes Hornsteiner beraten über eine Szene. © Josef Hornsteiner

In Mittenwald wird zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder ein Fasnachtsspiel am Faschingssonntag aufgeführt. Die Arbeit, die sich die Mitglieder der Faschingsfreunde O.V. im Vorfeld machen, ist gigantisch: Sogar das Himmelstor und die Höllenpforte werden nachgebaut.

Es ist eiskalt in der Puit – doch das hält Luzifer (Josef Rieger) nicht davon ab, höchstpersönlich das Höllenfeuer zu entfachen. Mit seinem Dreizack schickt er den ersten Verdammten in den feurigen Schlund der Unterwelt. Wer es ist? Das bleibt das Geheimnis der Mittenwalder Faschingsfreunde o. V. (ohne Verantwortung). Noch wird in der Kuranlage Puit geprobt.

Dort übernehmen Matthias Wurmer (Schmitzer) und Georg Brennauer senior am Faschingssonntag eine Aufgabe, die so alt ist wie das Christentum selbst: Wer hat sich das himmlische Paradies verdient und für wen geht es tief hinab in Luzifers Reich zu ewigen Höllenqualen – oder, noch schlimmer, in den „Himmel der Preiß’n“?

Wer kommt ins Paradies, wer in die Hölle?

Seit Dezember arbeiten die Mittenwalder an dem Stück, das am Faschingssonntag, 2. März, in der Kuranlage uraufgeführt wird. Dass sie inmitten von Gungln, Faschingsbällen und den Vorbereitungen zum Unsinnigen Donnerstag – dem Höhepunkt der Isartaler Fasnacht – noch Zeit finden, Texte und Regieanweisungen zu proben, verdient größten Respekt. Nicht nur Wurmer zollt ihnen Anerkennung. Auch Ton- und Lichttechnik müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein – eine Aufgabe für jene, die hinter statt auf der Bühne arbeiten. „Auch von ihnen haben wir zum Glück genug“, sagt Wurmer.

Das Bühnenbild steht bereits zum Großteil. Innerhalb eines Tages errichteten fleißige Helfer die Himmelspforte – kunstvoll verziert, sogar mit Lüftlmalerei. Noch ruht der Eingang ins Paradies provisorisch auf gestapelten Euro-Paletten. Die Hölle unterhalb der Bühne ist noch ein rupfenbehängtes Gerüst. An den letzten Feinheiten wird in den kommenden Tagen gearbeitet. „Zuerst spielt die Musik, dann singt Ihr. Du bleibst genau da stehen und wartest auf dein Stichwort.“ Wurmer gibt letzte Anweisungen. Hannes Hornsteiner (Hofschmied) verliest die Neuankömmlinge an der Himmelspforte. Noch lässt sich nur erahnen, welche Wirkung das fertige Stück entfalten wird. Putten und Teufel, Sünder und Heilige, Schlawiner und Fromme – die Figurenvielfalt verspricht schon jetzt beste Unterhaltung.

Themen gibt es genug

Wurmer und Brennauer freuen sich höllisch, dass sich erneut ein ganzer Tross Freiwilliger in Mittenwald gefunden hat, um das Stück „Himmel und Hölle“ mit Leben zu füllen – und freilich mit jeder Menge Schmäh und Seitenhieben. Wen es diesmal trifft? Das bleibt abzuwarten. Potenzielle Kandidaten für eine Bühnenpräsenz gibt es laut Wurmer zur Genüge: langwierige Hotelprojekte, nächtliche Lärmbelästigungen, verkotete Badewiesen. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, sollte am Faschingssonntag in der Kuranlage Puit dabei sein.

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