TSV Jetzendorf feiert 100. Geburtstag mit Gaudi-Olympiade und vielem mehr

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Kinder- und Jugendarbeit wird beim TSV Jetzendorf seit jeher großgeschrieben, das wurde bei der Jubiläumsturnschau eindrucksvoll gezeigt. © ost

Drei Tage lang feiert der TSV Jetzendorf in der Bauhofhalle sein 100-jähriges Bestehen. Für das Wochenende ist ein buntes Festprogramm geplant.

In Jetzendorf wird derzeit nur gefeiert: Am Wochenende feiert die Freiwillige Feuerwehr 150-jähriges Bestehen (wir berichteten), und eine Woche später sind die Sportler dran, die ebenfalls an drei Tagen in der Bauhof-Halle den 100. Geburtstag des TSV Jetzendorf begehen. 

Der TSV ist mit über 1500 Mitgliedern der mit Abstand größte Verein in der Gemeinde Jetzendorf. Doch auch dieser Verein hat einmal klein angefangen, wie ein Blick in die Chronik zeigt. Bei der Gründung im Sommer 1924 war noch nicht von einem TSV die Rede, damals gründete der Schneidermeister Heinrich Wagner einen Männerturnverein, in dem sich Sportler aus Jetzendorf und Hilgertshausen zusammenfanden, um gemeinsam zu turnen und Handball zu spielen. Fußball wurde auf einem vom Baron kostenlos zur Verfügung gestellten Platz am Prielberg gespielt. Die Tore wurden, wie alte Fotos beweisen, aus Latten gezimmert.

Seit 2018 steht nun Klaus Rackerseder an der Spitze des 1500 Mitglieder zählenden TSV Jetzendorf.
Seit 2018 steht nun Klaus Rackerseder an der Spitze des TSV Jetzendorf. © ost

Zum ersten Vorsitzenden wurde der Müller und Sägewerksbesitzer Franz Off gewählt, als Turnwart stand der erfahrene Turner Heinrich Wagner zur Verfügung. Die heute weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Jetzendorfer Turner nahmen bereits in der Gründerzeit an Gau- und Kreisturnfesten teil. Ein wichtiger Förderer und engagierter Freund des Sports war Baron Karl von Freyberg, der die ersten Turngeräte besorgte und den Platz für die Turnhalle im alten Sommerkeller der Brauerei zur Verfügung stellte. Im Jahre 1929 kam es jedoch wegen der immer größer werdenden Schar von Turnern zu größeren Meinungsverschiedenheiten, die sogar den Sportbetrieb zum Erliegen brachten.

Hans Winklmair war über Jahrzehnte geschätzter Turnvater in Jetzendorf und zugleich Stimmungsmacher, früher an der Tuba und zuletzt mit der Drehorgel.
Hans Winklmair war über Jahrzehnte geschätzter Turnvater in Jetzendorf und zugleich Stimmungsmacher, früher an der Tuba und zuletzt mit der Drehorgel. © ost

1932 war es Pfarrer Waldherr, der den Sport zu neuem Leben erweckte. Waldherr hat am 13. September 1932 das DJK-Banner gestiftet und seit diesem Tag führt der TSV Jetzendorf bei Feierlichkeiten dieses Banner mit. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde der TSV 1935 zwangsweise in die NS-Sportorganisation überführt und der Sportbetrieb der DJK 1946 eingestellt. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg trägt im TSV die Handschrift des damaligen Vorsitzenden Emil Stamminger, dem späteren Ehrenvorsitzenden. Stamminger hat den TSV von 1957 bis 1973 geführt und dafür gesorgt, dass wieder eine Fußball-Mannschaft am offiziellen Spielbetrieb teilnimmt und 1969 die Außensportanlagen neu errichtet wurden. Die Älteren im Verein erinnern sich noch gut an die zweitägigen Feierlichkeiten zur Platzeinweihung im Juli 1971.

Fritz Albert, Ewald Schwalb und Fritz Grimm übernahmen nacheinander in den Jahren bis 1979 Führungsverantwortung im TSV, bis schließlich der heutige Altbürgermeister und Ehrenbürger Richard Schnell bis 1991 das Kommando übernahm. In die Ära Schnell fällt der Bau des neuen Vereinsheims an der Schulstraße, das 1984 eingeweiht wurde. Die Gemeinde Jetzendorf begann 1983 neben dem Schulhausbau mit dem Bau einer großzügigen und teilbaren Turnhalle, was Grundlage für die tollen Turnerfolge unter Turnvater Hans Winklmair war, an den sich viele Bürger noch gut erinnern, weil Winklmair auch Gaudibursch bei den Jetzendorfer Hinterhofmusikanten war.

Zwei Institutionen im TSV Jetzendorf: Michael Wallner (links) war 14 Jahre Vorstand und Ludwig Pfleger (rechts) führte 41 Jahre vorbildlich die Vereinskasse.
Zwei Institutionen im TSV Jetzendorf: Michael Wallner (links) war 14 Jahre Vorstand und Ludwig Pfleger (rechts) führte 41 Jahre vorbildlich die Vereinskasse. © ost

Von 1991 bis 2004 hat Rainer Schleier den TSV geführt. In der Ära Schleier wurde das Lowa-Stadion gebaut und schließlich im Juli 2003 eingeweiht. Das war natürlich ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Michael Wallner hat von 2004 bis 2018 ebenfalls vorbildlich den TSV geführt. In dessen Amtszeit entstand das Turn-Förderzentrum. Magnetwirkung entwickelten die großen Turnschauen im TSV, für die sich sogar das Bayerische Fernsehen interessierte. Seit 2018 ist Klaus Rackerseder am TSV-Ruder. Er kann stolz auf die insgesamt 21 Sportarten sein, die im Jubiläumsverein betrieben werden.

Dass sich die Jetzendorfer Fußballer in der Landesliga etabliert haben und gleichzeit die Turnerinnen und Turner von Erfolg zu Erfolg eilen, macht Rackerseder glücklich. „Das geht aber nur, weil der Sport- und Vereinsbetrieb bei uns durch viele ehrenamtliche Tätigkeiten im Hintergrund unterstützt wird“, unterstreicht Rackerseder im 100. Vereinsjahr.

Das Festprogramm in der Jetzendorfer Bauhof-Halle: Freitag, 19. Juli, 14.30 Uhr, Senioren-Nachmittag mit der Fliesendich-Musi.  Samstag, 20. Juli, 13 bis 17 Uhr Gaudi-Olympiade auf dem Sportplatz sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen; Siegerehrung um 18 Uhr in der Festhalle; ab 19 Uhr Musikabend mit den Road Runners und Barbetrieb. Festsonntag, 21. Juli, 9.30 Uhr Aufstellung der Fahnenabordnungen; 10 Uhr Festgottesdienst mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen; 14 Uhr Festansprachen und Ehrungen; 18 Uhr Festausklang.

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