Das Thema Rente ist in Deutschland omnipräsent. Einer Berechnung zufolge klettern die Sozialabgaben künftig enorm. Zum Beispiel für die Krankenversicherung.
Berlin – Wichtige Themen begleiten die Menschen über Weihnachten und Silvester hinweg (nicht nur hierzulande) ins neue Jahr. Rente, Versicherung und Steuer - es könnte für viele Bürgerinnen und Bürger noch teurer werden als es ohnehin schon ist. In Zeiten, in denen die Inflation in Deutschland zwischenzeitlich deutlich stieg. Und in denen sich viele Menschen etwa wegen ihrer künftigen Rente sorgen. Just vor Weihnachten sorgt eine Berechnung für Aufmerksamkeit, die enorme Sozialabgaben prognostiziert.
2026 steigen etwa die Abgaben für Gutverdiener enorm. Dabei geht es um die Beitragsbemessungsgrenze. Laut einer Einschätzung, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlicht hat, steigen in „einigen Krankenkassen“ ferner die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung. Im kommenden Jahr gehen vom Bruttogehalt vieler Arbeitnehmer in Deutschland 21,3 Prozent in die Rentenversicherung, in die Krankenversicherung, in die Pflegeversicherung und in die Arbeitslosenversicherung.
Sozialabgaben in Deutschland: Wirtschaftsweiser sagt enormen Anstieg voraus
Hat jemand keine Kinder, zahlt sie oder er sogar 21,9 Prozent ein. Der größte Teil der Sozialabgaben entfällt mit 9,3 Prozent auf die Rentenversicherung, während die Rentenauszahlungen angesichts weniger Beitragszahler in den kommenden Jahren langfristig wohl sinken werden. Die derzeitigen Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung liegen dagegen bei 7,4 Prozent vom Bruttogehalt. Da kommt einiges zusammen, was zugunsten der sozialen Absicherung letztlich nicht im Geldbeutel landet.
Und das soll einer jüngsten Berechnung zufolge nach und nach offenbar immer weniger werden. Der Wirtschaftsweise Martin Werding hat diese Berechnung auf Basis der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes in einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin Spiegel zusammengestellt. Demnach könnte die Gesamtbelastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hierzulande durch Sozialabgaben bis im Jahr 2050 auf etwa 53 Prozent der Bruttogehälter und -löhne gestiegen sein.
Bevölkerung in Deutschland: Die Zahl der Erwerbstätigen nimmt laut Schätzung ab
Begründet wird diese Annahme von Werding damit, dass die Erwerbsbevölkerung in Zukunft deutlich kleiner sein wird als es heute der Fall ist. Also, was die Anzahl der Erwerbstätigen und damit der Einzahler in die Sozialkassen angeht. Dieser Trend soll sich in den kommenden Jahrzehnten nochmal verschärfen. In Zahlen: Die Mitte Dezember veröffentlichte Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes geht für das Jahr 2070 von 37,1 bis 45,3 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 20 und 66 Jahren aus.
Laut derselben Quelle waren im Oktober 2025 noch etwas mehr als 46 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Der gesetzlichen Renten-, Kranken und Pflegeversicherung fallen im Vergleich zu heute demnach Millionen Beitragszahler weg - bei einer gleichzeitig immer älteren Bevölkerung. Laut Statistischem Bundesamt werden 2070 in Deutschland geschätzt zwischen 20,1 und 21,8 Millionen 67-Jährige und Ältere leben. (Quellen: Spiegel, Institut der deutschen Wirtschaft, Statistisches Bundesamt) (pm)