Rente, Versicherung und Steuer: Die Neuerungen 2026 - wo es teurer wird und wo man sparen kann

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Im Jahr 2026 kommen einige Neuerungen auf deutsche Bürger zu. In einigen Bereichen muss mehr bezahlt werden - in anderen kann man Geld sparen.

München – Die Krise der deutschen Wirtschaft hat die Regierung von Kanzler Friedrich Merz bislang nicht beendet. Dennoch hat die Merz-Regierung viele Neuerungen auf den Weg gebracht. Von Mindestlohn bis Krankenkassen-Beiträge und Steuerfreibeträge. Insofern gibt es im Jahr 2026 einige Neuerungen, auf die sich die Deutschen einstellen müssen.

Skyline von München. Im Hintergrund die schneebedeckten Ausläufer der Alpen.
Skyline von München. Im Hintergrund die schneebedeckten Ausläufer der Alpen. © IMAGO/Sandra Alkado

Die Änderungen für die Deutschen erstrecken sich von Rente über Steuern bis hin zu Versicherungen fürs Auto. In einigen Bereichen kann man dabei Geld einsparen.

Neuerungen 2026 im Überblick: Das ändert sich in Sachen Steuern

Starten wir mit dem Themengebiet Steuern. Diese Neuerungen kommen 2026:

  • Die Pendlerpauschale steigt zum Jahreswechsel auf einheitlich 38 Cent. Bislang beträgt sie 30 Cent für die ersten 20 Kilometer der Wegstrecke zur Arbeit, ab dem 21. Kilometer 38 Cent.
  • Die Höchstbeträge für Spenden an politische Parteien, die steuerlich geltend gemacht werden können, verdoppeln sich im kommenden Jahr auf 3300 Euro für Singles und 6600 Euro für Paare.
  • Gute Nachrichten für Gewerkschaftsmitglieder: Sie können ihren Beitrag künftig zusätzlich zu bestehenden Pauschbeträgen und Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abziehen.
  • Wer seine Steuererklärung digital einreicht, etwa über das Portal Elster, erhält künftig auch den Steuerbescheid in elektronischer Form, es sei denn er oder sie fordert explizit einen Bescheid auf Papier an. Bislang war es andersherum: Wer einen digitalen Steuerbescheid wollte, musste dem aktiv zustimmen. Wer seine Erklärung auf Papier einreicht, erhält auch weiterhin einen Bescheid auf Papier.
  • Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt: Der steuerbefreite Anteil des Einkommens steigt von derzeit 12.096 auf 12.348 Euro. Das jährliche Einkommen eines oder einer Alleinstehenden muss also nur für den darüber liegenden Teil besteuert werden. Zudem steigt die Mindesteinkommensgrenze für den Solidaritätszuschlag, dieser wird im kommenden Jahr ab 20.350 Euro Jahreseinkommen fällig. 2025 lag die Grenze bei 19.950 Euro.

Neuerungen 2026 im Überblick: Das ändert sich in Sachen Versicherung

Auch in Sachen Versicherungen gibt es einige Neuerungen in 2026:

  • Die Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialbeiträge steigen zum 1. Januar deutlich an. In der Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sie sich um 300 Euro auf 5812,50 Euro Bruttomonatsgehalt, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung von 8050 auf 8450 Euro. Wer mehr verdient, zahlt für das darüber liegende Einkommen keine Beiträge – durch die Anhebung des Grenzbetrags steigen also die Beiträge für Gutverdiener. Grund für den Anstieg sind die kräftigen Lohnsteigerungen 2024 um durchschnittlich 5,16 Prozent.
  • Für viele privat Krankenversicherte wird es spürbar teurer: Rund 60 Prozent von ihnen sind laut Verbraucherzentrale NRW von Anhebungen der Beitragssätze zum Jahresbeginn betroffen. Im Jahresverlauf dürften demnach weitere Versicherer nachziehen.
  • Auch der Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung dürfte entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung erneut steigen – davon geht zumindest der Chef der größten Kasse, der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, aus. Das Versprechen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Beiträge für das kommende Jahr stabil zu halten, hält er für unrealistisch.
  • Die Kfz-Versicherer werden laut Erwartungen der Versicherungswirtschaft ihre Prämien für Auto- und Motorradversicherungen weiter erhöhen. Grund sind demnach die gestiegenen Reparaturkosten. Das Vergleichsportal Verivox hat bislang durchschnittliche Preissteigerungen von rund sieben Prozent errechnet, sieht jedoch auch Sparpotenziale. Die Wechselsaison ist allerdings schon vorbei. Es bleibt unter Umständen noch das Sonderkündigungsrecht im Fall von Beitragserhöhungen.

Neuerungen 2026 im Überblick: Das ändert sich in Sachen Rente

Die Rente wurde für Merz zum echten Zankapfel. Auch wenn die große Reform noch fehlt, stehen in Sachen Rente dennoch bereits einige Neuerungen für das Jahr 2026 fest. Darauf müssen sich Rentnerinnen und Rentner einstellen:

  • Mit der Annahme des Rentenpakets im Bundestag wurde auch die sogenannte Aktivrente beschlossen: Sozialversichungspflichtig Beschäftigte im Rentenalter können monatlich bis zu 2000 Euro steuerfrei verdienen. Die Bundesregierung will so einen Anreiz zum längeren Arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus schaffen.
  • 21 Millionen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland könnten ab dem 1. Juli 3,73 Prozent mehr Rente erhalten. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht des Bundesarbeitsministeriums von Mitte November hervor. Damit läge die Rentenanpassung auf demselben Niveau wie in diesem Jahr (3,74 Prozent) und deutlich über der Teuerungsrate. Die Zahlen sind noch vorläufig, die Rentenerhöhung wird im Frühjahr beschlossen, wenn alle Daten zur Lohnentwicklung vorliegen.

Neuerungen 2026 im Überblick: Mindestlohn, Kindergeld, Minijobs – das ändert sich außerdem

Außerdem hat die Merz-Regierung noch folgende Änderungen ins Rollen gebracht, die 2026 auf die Bürger zukommen:

  • Für Speisen in Restaurants und Cafés wird ab Januar wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Ökonomen kritisieren dies als teures Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition. Die meisten Gastronomen wollen unter Verweis auf gestiegene Kosten ihre nicht Preise senken.
  • Der gesetzliche Mindestlohn steigt im kommenden Jahr von derzeit 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde. Laut Bundesarbeitsministerium profitieren rund sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Erhöhung. Besonders häufig wird der Mindestlohn im Gastgewerbe gezahlt.
  • Analog zum Mindestlohn steigt auch die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs von 556 auf 603 Euro. Wer weniger verdient, ist nicht kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungspflichtig.
  • Das Kindergeld steigt um 48 Euro im Jahr. Pro Monat und Kind erhalten Eltern ab dem 1. Januar 259 Euro. Der Kinderfreibetrag pro Kind steigt von 3336 auf 3414 Euro je Elternteil. Der Kindersofortzuschlag wird für Kinder in Haushalten gezahlt, die Bürgergeld beziehen, er steigt von 20 auf 25 Euro.
  • Menschen mit starkem Zigarettenkonsum haben ein hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wer viel raucht oder in der Vergangenheit über einen langen Zeitraum viel geraucht hat, kann sich ab April 2026 einer Lungenkrebsfrüherkennung unterziehen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dann die Kosten.

Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. (Verwendete Quellen: afp)