Puchheim wird bei den Vorranggebieten für Windkraft nach aktueller Lage leer ausgehen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt möchte sich jedoch dafür einsetzen, dass ein Gebiet doch noch mit aufgenommen wird, obwohl es zwei Gründe dagegen gibt.
Puchheim – Um die Energiewende voranzubringen, setzt die Bundesrepublik unter anderem auf Windkraft. Dazu sollen die Bundesländer besonders geeignete Flächen ausweisen. Die gelten als Vorranggebiete mit entsprechenden Privilegien. In Puchheim kommt dafür lediglich ein rund fünf Hektar großes Areal auf dem Parsberg infrage.
Der regionale Planungsverband sprach sich in seinem Vorabentwurf aber dagegen aus, für das Areal eine Privilegierung auszusprechen. Zwei Gründe sprechen dagegen: Einerseits könnten Windkraftanlagen eine Erdbebenmessstation in der Nähe stören, außerdem würden sie den äußeren Sicherungsring des Flughafens Oberpfaffenhofen tangieren.
Einzige Chance
Umweltreferentin Lydia Winberger (Grüne) und Parteikollege und Zweiter Bürgermeister Manfred Sengl wollten sich damit nicht abfinden. Laut Sengl wisse man, dass das Geophysikalische Observatorium in Bruck mit einer Windkraftanlage leben könne, weil sich das fragliche Gebiet lediglich im Randbereich befinde. „Wir müssen für den Standort kämpfen!“, so Sengl. Er sei die einzige Chance für Puchheim, „ohne den bürokratischen Aufwand eines Bauleitplans“ ein Windkraftwerk zu bauen.
Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) stellte klar, dass eine Windkraftanlage am Parsberg nicht ausgeschlossen sei, nur weil es kein Vorranggebiet sei. Wichtiger sei sowieso, die Energiewende insgesamt voranzubringen. Weiter erklärte er, dass es dem Planungsverband darum gehe, die wirklich rentablen Gebiete auszuweisen und nicht alles, was theoretisch möglich ist.
Vonseiten der CSU-Fraktion meldete sich Dritter Bürgermeister Thomas Hofschuster zu Wort. Auch er verwies darauf, dass man nicht so tun müsse, als könne man kein Windrad bauen, nur weil man kein Vorranggebiet habe. Es brauche dann eben ein Bauleitverfahren. „Deshalb verstehe ich diese Diskussion hier nicht“, sagte Hofschuster. Parteikollege Thorsten Heil warf die Frage auf, was denn wäre, wenn sich alle Gemeinden für Flächen starkmachten, die am Ende nicht geeignet seien.
Mehr Flächen
Für Sengl war dies kein Argument. Am Ende sei es besser, mehr Flächen auszuweisen als gesetzlich vorgegeben (in Bayern bedeutet das: bis 2027 1,1 Prozent der Fläche beziehungsweise 1,8 Prozent bis 2032). „Dann hat man noch einen Puffer, wenn manche Vorhaben verhindert werden, zum Beispiel durch Gerichtsverfahren.“
UBP-Fraktionssprecher Jürgen Honold warf ein, dass man bald wissen werde, ob sich der Flughafen Oberpfaffenhofen als Ausschlusskriterium erweise. „Aber als Stadt ein Zeichen dafür zu setzen, dass wir uns dafür einsetzen, wäre schon gut.“
Für Seidl zählte schließlich der geringere Verwaltungsaufwand, den ein Vorranggebiet mit sich brächte: „Warum sollten wird uns dieser Möglichkeit berauben?“, fragte das Stadtoberhaupt in die Runde. Schlussendlich schlug er vor, sich beim Planungsverband dafür auszusprechen, das Areal am Parsberg mit aufzunehmen.
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Dem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters stimmte nach kurzem Bedenken auch die CSU Fraktion zu. Damit war das Ergebnis einstimmig. Ob die Stadt damit beim Planungsverband auf offene Ohren stößt, bleibt abzuwarten.
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