Interview vor der Wahl zum Bundestag: „Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“

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Michael Schrodi will wieder in den Bundestag. © mm

Michael Schrodi ist 47 Jahre alt und wohnt in Olching. Für die SPD gehört er seit 2017 dem Bundestag an.

Vorher war er Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde. Wiederum zuvor hatte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert.

Was hat Sie motiviert, in die Politik zu gehen?

Zum einen der Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Ich komme aus einem gewerkschaftlich geprägten Elternhaus, mein Vater war Schlosser, meine Mutter Angestellte. Gute Löhne und auskömmliche Rente für alle sind mir ein großes Anliegen. Zum zweiten der Kampf für unsere Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

Was sind die wichtigsten Werte, die Sie als Politiker vertreten?

Das Wichtigste ist Vertrauen. Die Bürgerinnen und Bürger verlangen zu Recht, dass sie sich auf Zusagen verlassen ㈠können. Herr Merz hat vergangene Woche sein Vertrauen verspielt. Er hatte versprochen, keine Mehrheit mit Rechtsextremisten zu bilden und dann gemeinsame Sache mit der AfD gemacht. Das ist ein unverzeihlicher Tabubruch.

Welches Thema liegt Ihnen in Ihrer politischen Arbeit am meisten am Herzen und warum?

Als finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion natürlich eine gerechte Steuer- und Finanzpolitik. Mir ist es wichtig, dass Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer oder Familien mit kleinen und mittleren Einkommen entlastet werden und dafür die höchsten Einkommen und Vermögen ein Stück weit mehr zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben beitragen. Und das ist kein Selbstzweck. Wir wollen und müssen die Digitalisierung, Schulen und Kitas, Straßen, Brücken und Schienen bis hin zu Krankenhäusern und Wohnungen finanzieren. Das Programm von CDU/CSU, AfD und FDP bedeutet dagegen ganz klar eine Umverteilung von der Mitte zu den Reichsten in dieser Gesellschaft. Gerechtigkeit setzt sich aber auch in anderen Politikfeldern fort, zum Beispiel bei der Gleichstellung von Frauen in unserer Gesellschaft. Da ist noch einiges zu tun.

Wie würden Sie die aktuelle politische Lage in Deutschland beschreiben und was muss sich dringend ändern?

Wir erleben eine Polarisierung und ein Schlechtreden unseres Landes. Ja, wir stehen vor großen Herausforderungen, aber wir haben innovative Unternehmen und fleißige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sind weiterhin die drittgrößte Wirtschaftsnation. Damit das so bleibt, müssen wir jetzt private wie öffentliche Investitionen vorantreiben, das hilft der Wirtschaft und nutzt den Bürgerinnen und Bürgern. Wir brauchen moderne Schulen, gute Straßen und funktionierende Brücken. Und wir müssen unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen.

Welches Gesetz oder welche politische Initiative würden Sie gerne in der nächsten Legislaturperiode anstoßen?

Die notwendigen Erhöhungen des Mindestlohns und des Kindergelds. Und die Einführung eines Made-in-Germany-Bonus. Das bedeutet: Wenn Unternehmen investieren, werden sie steuerlich entlastet. Das ist gut für die Modernisierung unserer Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze.

Wie würden Sie sich selbst als Politiker beschreiben, pragmatisch oder ㈠idealistisch?

Beides. Ich mache Politik auf der Basis eines festen Wertefundaments – Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität –, und weiß gleichzeitig, dass es in der Politik immer auch Kompromisse geben muss. Nur an einer Stelle gibt es für mich keine Kompromisse: Ich werde niemals gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten machen.

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