Vor knapp vier Jahren wurde in Pastetten die Rettungshundestaffel offiziell in die Feuerwehr eingegliedert. Nun sollte Peter Lex als Kommandant die Staffel im Gemeinderat vorstellen. Warum das Thema jetzt und ohne Beschlussvorlage auf die Tagesordnung kam, wurde in der Sitzung schnell klar.
Pastetten – Nach allgemeinen Informationen, Ausbildung von Mensch und Tier sowie Entstehungsgeschichte, ging Lex beispielhaft auf das Jahr 2023 ein, in dem die Staffel zu 20 Einsätzen in den Landkreisen Erding und Ebersberg sowie einem in München und einem am Flughafen gefahren war. Laut seiner Aufstellung leisteten die Ehrenamtlichen neben den 453 Einsatzstunden zusätzlich noch 146 Übungen, 49 Prüfungen und 17 Lehrgänge ab – unterm Strich fast 6600 Stunden. Derzeit sind in der Staffel acht Hundeführer mit zehn Hunden sowie drei Fachberater aktiv.
Nachwuchssuche macht stutzig
Bei der Diskussion zeigte sich der Grund für die erbetene Vorstellung. Im März 2024 hatte die Feuerwehr mit einem kurzen Text im Amtsblatt Nachwuchs für die Staffel gesucht. Roswitha Bayer-Siegling (FWE) gab zu verstehen, dass man sich um die Kosten sorge. Sie wollte wissen, wieso neue Mitglieder für die Staffel geworben werden. „Am Anfang waren es drei oder vier Hunde, nun werden es mehr. Warum müssen es so viele sein, reichen nicht die, die jetzt da sind?“
Lex erklärte, dass die Hunde älter würden, außerdem sei es wichtig, mehr Leute zu haben. Bei den Alarmierungen könne nicht jeder mit ausrücken, weil er beispielsweise wegen der Arbeit nicht wegkönne. Wie bei der Feuerwehr selbst wolle man auch bei den Hunden gut aufgestellt sein, zumal die Hunde je nach ihrer Ausbildung als Trümmerhund, Flächenhund oder Mantrailer eingesetzt würden – „da brauchen wir von jeder Sparte einige“. Horst Ippisch (FWE) fragte, „wie sich das nun weiterentwickeln soll“, vor allem mit Blick auf Mannstärke und Kosten. Auch sei das Einsatzgebiet sehr groß.
Lex erklärte, dass das ursprünglich beantragte Budget von 500 Euro pro Jahr wegen der Prüfungsgebühren auf 1000 Euro erhöht werden sollte. Die Ausbildung bei der Feuerwehr, die jeder Hundeführer durchlaufen muss, koste die Gemeinde nichts extra, nur der Schutzanzug komme obendrauf, aber der bleibe ja auch bei der Feuerwehr. Außerdem sei der Hundeführer gleichzeitig auch bei der Wehr aktiv.
Ippisch: Truppe für den Ort nicht relevant
„Wir wollen auch keine 50 Hunde. Wir sind jetzt gut aufgestellt, zwei bis drei Hundeführer mehr wären jedoch schön.“ Die Einsätze fänden nur im Bereich der Integrierten Leitstelle statt – also in den Landkreisen Erding, Ebersberg und Freising. „Nach München kommen wir nur, wenn die dort eine Großlage haben und uns brauchen. Das ist so gut wie nie“, betonte Lex.
Ippisch hielt dagegen, dass die Hundestaffel im Bereich Pastetten, „wo wir eine Pflichtaufgabe als Feuerwehr haben“, nicht relevant sei. Aus seiner Sicht reichen „die 500 oder 1000 Euro nicht“, weil einige Leute sicher nicht zur Feuerwehr gegangen wären, wenn es die Staffel nicht gäbe. „Was ist, wenn die Werbung greift und ein Schwung an Menschen kommt?“
Lex machte deutlich, dass die Gefahr nicht bestehe. „Es melden sich schon einige, aber nicht jeder Hund ist geeignet.“ Man müsse sowieso erst mal jemanden finden, der dreimal in der Woche freiwillig zu Übungen komme und bereit sei, die Kosten für Versicherung und Sprit selber zu tragen.
Meine news
Auf Ippischs erneute Nachfrage nach einer Planung antwortete Staffelleiterin Carmen Adam, dass die nicht möglich sei. „Ich kann nicht sagen, dass es in einem Jahr fünf mehr sein sollen. Es kommen mal ein oder zwei, aber auch da wird aussortiert. Nicht jeder hat Lust, diesen Aufwand zu betreiben, den wir jetzt leisten.“
Alice Lorenz (Grüne) fragte, wo die Hundeführer von außerhalb ihre Einsatzkleidung lagern. „Die haben hier keinen Haken und keinen Spind. Selbst die aus Pastetten haben ihre Schutzausrüstung im Auto“, machte Lex deutlich. Bayer-Siegling interessierte sich dafür, ob den Geretteten der Einsatz in Rechnung gestellt werden könne. Lex vermeinte das, Menschenrettung sei für den Betroffenen kostenlos.
Eher eine Sache für den Landkreis?
Alois Huber (WRH) hat „höchsten Respekt“ vor dem Engagement, gab aber zu bedenken, dass man bei 20 Einsätzen jeden mit mindestens 1000 Euro ansetzen müsse. Pastetten übernehme hier etwas, was die anderen Feuerwehren im Landkreis nicht machen. Die Hundestaffel sei aber nicht Aufgabe der Gemeinde, die wäre beim Landkreis oder beim Katastrophenschutz besser aufgehoben.
„Um die Emotion rauszunehmen“ meinte Ippisch, es gehe nicht darum, „das schlechtzureden oder wieder aufzulösen“, aber es habe Fragen gegeben. Nun könne man schauen, wie es weitergeht. Andreas Wagner (BIG) bemängelte, dass keine konkreten Kosten genannt würden. „Für 2023 könnte man doch einen Betrag ermitteln. Erst dann kann man sagen, ob das nun zu viel kostet oder nicht.“ An dieser Stelle beendete Bürgermeister Peter Deischl die Debatte.