Greift Putin nach mehr als der Ukraine? US-Geheimdienste schlagen Alarm

Laut Berichten der US-Geheimdienste strebt Russlands Präsident Wladimir Putin weiterhin die vollständige Kontrolle über die Ukraine an. Zudem wolle er Teile Europas zurückerobern, die einst zur Sowjetunion gehörten, heißt es. US-Präsident Donald Trump und seine Friedensvermittler behaupten jedoch, Putin sei bereit, den Konflikt zu beenden. Die jüngsten Geheimdienstberichte stammen aus dem September, wie eine Quelle gegenüber „Reuters“ erklärte.

„Die Geheimdienste sind seit jeher der Meinung, dass Putin mehr will“, sagte Mike Quigley, demokratisches Mitglied des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, laut dem Bericht. „Die Europäer sind davon überzeugt. Die Polen sind absolut davon überzeugt. Die Balten glauben, dass sie die Ersten sind.“ 

Russland kontrolliert 20 Prozent der Ukraine

Russland hält derzeit etwa 20 Prozent des ukrainischen Territoriums. Dazu gehören große Teile der Regionen Luhansk und Donezk, die das industrielle Zentrum des Donbass bilden, sowie Gebiete in den Provinzen Saporischschja und Cherson. Auch die Krim, die strategisch wichtige Halbinsel am Schwarzen Meer, gehört dazu. Putin betrachtet diese Gebiete als russisches Staatsgebiet.

US-Präsident Trump drängt die Ukraine, ihre Truppen aus dem von ihr kontrollierten Teil von Donezk abzuziehen, um eine Friedenslösung zu ermöglichen. Dies wird jedoch von Präsident Wolodymyr Selenskyj und der Mehrheit der Ukrainer abgelehnt.

Sicherheitsgarantien für die Ukraine

Die Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und europäischen Vertretern haben Fortschritte bei Sicherheitsgarantien für die Ukraine erzielt. Laut „Reuters“ könnten diese Garantien nach einem Friedensabkommen greifen und beinhalten unter anderem die Stationierung einer europäischen Sicherheitskraft in der Region.

Die ukrainische Armee könnte auf 800.000 Soldaten begrenzt werden, wobei Russland eine noch niedrigere Zahl fordert. Die USA planen zudem Luftpatrouillen über der Ukraine und wollen Geheimdienstunterstützung leisten.

US-Präsident Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj
US-Präsident Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj Imago

Putin bleibt kompromisslos

Putin zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Freitag unnachgiebig. Er erklärte zwar seine Bereitschaft zu Friedensgesprächen, machte jedoch deutlich, dass seine Bedingungen erfüllt werden müssten. Laut „Reuters“ hat Russland in diesem Jahr 6.000 Quadratkilometer erobert. US-Außenminister Marco Rubio sagte dazu: „Wir wissen, was sie ursprünglich erreichen wollten. Diese Ziele haben sie nicht erreicht.“

Uneinigkeit über territoriale Zugeständnisse

Ein großer Streitpunkt bleibt die Frage, ob die Ukraine Gebiete an Russland abtreten soll. Während einige Diplomaten dies als Voraussetzung für Sicherheitsgarantien sehen, lehnt Selenskyj solche Zugeständnisse kategorisch ab. „Es gibt eine Frage, auf die ich immer noch keine Antwort bekomme: Was bringen diese Sicherheitsgarantien wirklich?“, sagte der ukrainische Präsident am Donnerstag.