Die Merz-Regierung hat Steuererleichterungen im Jahr 2026 in Aussicht gestellt. Doch bei vielen Bürgern wird das Netto-Gehalt 2026 offenbar dennoch sinken.
Berlin – Neujahr steht vor der Tür und noch immer steckt Deutschlands Wirtschaft in der Krise.- Bislang hat die Merz-Regierung die Wende nicht geschafft. Auch wenn für 2026 viele Neuerungen angestoßen wurden, von Steuer über Mindestlohn bis hin zu Krankenversicherung. Allerdings macht sich das im kommenden Jahr nicht bei allen im Geldbeutel bemerkbar. Laut einer Berechnung sinkt das Netto-Einkommen 2026 für die meisten sogar.
Einem Bericht der SZ nach werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland im kommenden Jahr teilweise deutlich weniger Netto-Lohn und -Gehalt erhalten. Das hätten Berechnungen des Nürnberger Softwareunternehmens Datev ergeben. Den Berechnungen zufolge wird von den Steuersenkungen bei den Netto-Gehältern 2026 „erst einmal wenig zu spüren sein“.
Netto 2026: Gehalt sinkt für viele trotz Steuerentlastungen
In fast allen Steuerklassen bleibt bei Gehältern bis 5500 Euro im Jahr 2026 nur „ein wenig mehr Netto vom Brutto übrig“. Diese Entlastungen fallen sehr gering aus. Bei höheren Einkommen wird hingegen mehr abgezogen als im Vorjahr, so der IT-Dienstleister.
Zwei Hauptgründe sind dafür verantwortlich: Zum einen erwartet das Softwarehaus, das monatlich die Lohn- und Gehaltsabrechnungen für etwa 14,7 Millionen Beschäftigte erstellt, im Vergleich von 2025 zu 2026 höhere Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Vor allem aber müssen Besserverdienende höhere Sozialabgaben leisten, da die Beitragsbemessungsgrenzen erneut deutlich gestiegen sind.
Zur Berechnung von Datev:
Die Experten von Datev haben berechnet, wie viel netto mehr oder weniger übrig bleibt, wenn man ein gleichbleibendes Einkommen von 2025 mit 2026 vergleicht. Dabei wurden die wichtigsten Steueränderungen zum Jahreswechsel berücksichtigt, wie der steigende Grundfreibetrag, das erhöhte Kindergeld, der angehobene Kinderfreibetrag sowie der steuerliche Ausgleich bei der kalten Progression.
Das größte Plus verzeichnen demnach Singles mit einem Gehalt von 5500 Euro und Steuerklasse eins. Doch auch sie haben den Datev-Berechnungen zufolge im Jahr lediglich 64 Euro mehr im Geldbeutel. Singles mit diesem Gehalt profitieren am stärksten von den Steuersenkungen, ohne wegen der gestiegenen Obergrenze bei der Kranken- und Pflegeversicherung mehr Beiträge von ihrem Gehalt abknapsen zu müssen. Auch wer 3000 bis 5000 Euro verdient, egal welche Steuerklasse, bekommt unterm Strich minimal mehr heraus.
Schlechter kann es laut Datev für Geringverdiener aussehen: Wegen des höheren Zusatzbeitrags für die Krankenkasse kann bei ihnen 2026 sogar weniger netto übrigbleiben. So springt bei Verheirateten mit 2000 oder 2500 Euro brutto im Monat laut den Datev-Berechnungen ein kleines Minus auf dem Konto heraus. Die Steuerfachleute begründen dies so: „Da in diesem Bereich noch keine Lohnsteuer anfällt, zeigen die umgesetzten steuerlichen Entlastungen bei ihnen keine Auswirkungen.“ Daher mache sich der Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung stärker bemerkbar.
Netto bleibt 2026 Vielen weniger Gehalt übrig: Beispiel-Rechnung zeigt Zahlen
Mehr zahlen müssen vor allem Gut- und Topverdiener: Über alle untersuchten Steuerklassen hinweg sind im Vergleich von 2025 zu 2026 zwei deutliche Stufen mit höheren Abzügen zu erkennen, und zwar bei einem Bruttoeinkommen oberhalb von 5500 Euro und von mehr als 8000 Euro. Hier schlagen die jeweils höheren Beitragsbemessungsgrenzen zu Buche.
Eine Alleinerziehende mit einem Kind und monatlich 6000 Euro brutto sowie Steuerklasse zwei etwa hat laut dem SZ-Bericht wegen der gestiegenen Beitragsgrenze für die Kranken- und Pflegekasse schon 177 Euro im Jahr netto weniger.
Noch deutlicher ist demnach das Minus bei Arbeitnehmern, die zusätzlich wegen der höheren Bemessungsgrenze für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung stärkere Abzüge verkraften müssen: Verheiratete mit einem Monatsgehalt von 9000 Euro und Steuerklasse drei müssen mit das stärkste Minus hinnehmen: ohne Kinder haben sie im neuen Jahr 464 Euro beziehungsweise mit zwei Kindern 442 Euro weniger im Portemonnaie. (Verwendete Quellen: afp, SZ)