Russlands Wirtschaft zunehmend isoliert – noch mehr Banken lassen Putin hängen

  1. Startseite
  2. Wirtschaft

Kommentare

Die Isolation Russlands im internationalen Bankenwesen verstärkt sich weiter. Zusätzliche Geldhäuser haben ihre Geschäftsbeziehungen zu Moskau drastisch reduziert.

Moskau – Die Zahl der Banken, die Geschäfte mit Russland meiden, steigt kontinuierlich: Nach der Ankündigung verschärfter EU-Maßnahmen gegen Moskau im Kampf gegen Geldwäsche distanzieren sich weitere Geldhäuser von Wladimir Putin. Wie RBC nach Angaben von Anwälten und Finanzberatern berichtet, wollen Kreditinstitute aus Armenien und Serbien sich aus Zahlungsgeschäften mit Russland noch stärker zurückziehen.

Wirtschaftssanktionen verunsichern Banken – Institute in Armenien und Serbien ziehen sich zurück

Nach RBC-Informationen lehnen serbische und armenische Banken die Kontoeröffnung für russische Kunden ab und verweigern zudem die Abwicklung von Transaktionen für russische Kunden. In einigen Fällen seien Dienste sogar komplett eingestellt worden, lediglich mit dem Verweis auf „interne Compliance-Anforderungen.“

Darüber hinaus meldet RBC, dass in Serbien oder Armenien bereits eröffnete Konten wieder geschlossen wurden, selbst wenn die russischen Kontoinhaber in beiden Ländern eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Arbeitserlaubnis oder einen langfristigen Wohnsitz haben. Armenische Banken hatten laut RBC bereits im Jahr 2024 angekündigt, ab dem 30. März 2024 keine Karten mehr zu akzeptieren, die das russische Mir-Zahlungssystem nutzen.

Ebenso ergreifen Banken in Kasachstan, Tadschikistan und Oman entsprechende Maßnahmen. Nach Angaben der Moscow Times haben Geldhäuser in diesen Staaten damit begonnen, Geldtransfers intensiver zu überprüfen. Die neuen Regelungen betreffen sowohl Privatpersonen als auch juristische Personen, die in einer Verbindung zu Russland stehen. Zu den neuen strengen Bestimmungen gehört auch ein Nachweis über den wirtschaftlichen Zweck der Überweisungen und den Steuerstatus.

Wladimir Putin in Moskau.
Die Isolation Russlands im internationalen Bankenwesen verstärkt sich weiter. © IMAGO / ZUMA Press

Fachleute berichten, dass private Geldtransfers russischer Bürger gestoppt werden und Vermögen teilweise dauerhaft auf russischen Konten blockiert wird.

Europäische Union und FATF setzen deutliches Zeichen gegen russische Wirtschaft – zur weiteren Isolation Moskaus

Als Grund gelten nach Einschätzung der Moscow Times die kürzlich beschlossenen EU-Maßnahmen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Im Rahmen dieser Maßnahmen hatte die EU-Kommission Anfang Dezember 2025 Russland als Hochrisikoland eingestuft. „Gemäß der 4. Geldwäscherichtlinie (4AMLD) ergreift die Kommission daher Maßnahmen zum Schutz der Integrität des EU-Finanzsystems, indem sie Russland in ihre Liste der Hochrisikoländer aufnimmt, deren nationale Systeme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung strategische Mängel aufweisen“, heißt es in einer Mitteilung. EU-Unternehmen, die dem Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche unterliegen, seien verpflichtet, bei Transaktionen mit diesen Ländern erhöhte Sorgfalt walten zu lassen.

Die Financial Action Task Force (FATF) hatte bereits im Jahr 2023 die Mitgliedschaft Russlands aufgrund des Ukraine-Kriegs suspendiert. Gleichzeitig forderte sie sämtliche Länder und Rechtsbereiche auf, Schritte gegen potenzielle Gefahren im weltweiten Finanzsystem zu unternehmen und mahnte vor Schlupflöchern, die die Sicherheit des Finanzsystems bedrohen könnten. Die FATF bezeichnete die Suspendierung Russlands zuvor als eine der stärksten Maßnahmen, die sie gegen ein Mitglied ergreifen kann. „Die Tatsache, dass die Russische Föderation suspendiert ist, bedeutet, dass sie von unserer Arbeit isoliert ist“, sagte FATF-Präsidentin Elisa de Anda Madrazo im Februar dieses Jahres.

Westliche Staaten zielen auf Schwächung der russischen Wirtschaft ab – verschärfte Schritte gegen Putins Bankensektor

Es wäre nicht das erste Mal, dass internationale Banken aus Sorgen vor Folgen der indirekten Sanktionen sich von Russland abwenden. So hatte die chinesische Heilongjiang Rural Commercial Bank den Zahlungsverkehr mit Russland blockiert, nachdem die EU indirekte Sanktionen gegen Institute erlassen hatte, die weiter Handel mit Russland betreiben. Finanzinstitute in Drittstaaten, die mit sanktionierten russischen Banken Geschäfte machen, wird der Zugang zum SWIFT-System, einem wichtigen Netzwerk für internationale Finanzgeschäfte, erschwert. Einige russische Banken wurden komplett aus dem SWIFT-System ausgeschlossen.

Außerdem haben die USA im Jahr 2024 die indirekten Sanktionen gegen Unternehmen verschärft, „die die russische Kriegswirtschaft finanzieren.“ Ziel sei, Russland noch weiter aus dem internationalen Finanzsystem zu isolieren, so US-Finanzministerin Janet L. Yellen. (Quellen: Moscow Times, RBC, EU-Pressemitteilung, FATF-Mitteilung, Mitteilung US-Finanzministerium)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/russlands-wirtschaft-isoliert-noch-mehr-banken-lassen-putin-haengen-94096014.html