Bahnlinie monatelang gesperrt: Beeinträchtigungen auch beim Ersatzverkehr

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Ersatzbusse pendeln derzeit auf der Ammerseebahn und fahren alle Bahnhöfe (Foto: Raisting) an, die sich an der Strecke befinden. In der kommenden Woche fallen jedoch zwei Haltestellen weg. © Philip Dozauer

Die von langer Hand geplante Sanierungsmaßnahme der DB-InfraGo geht in die zweite Runde: Seit Montag wird wieder gebaut auf der Ammerseebahn zwischen Weilheim und Geltendorf. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet. Nächste Woche kommt es allerdings zu Beeinträchtigungen.

Es geht wieder los: Nachdem auf der Ammerseebahn bereits im vergangenen Jahr groß angelegte Bauarbeiten stattgefunden hatten, verkehren auf dem 33 Kilometer langen Teilstück im Ammersee-Altmühltal-Netz, das von Geltendorf nach Weilheim führt und von der Bayerischen Regiobahn (BRB) betrieben wird, nun erneut keine Züge – zumindest keine, die Pendler und Reisende transportieren.

Bahnstrecke in Bayern wird saniert: Ersatzverkehr ist eingerichtet

Die Strecke, deren Bau der bayerische Prinzregent Luitpold bereits im Jahre 1896 in Auftrag gegeben hatte, benötigt eine grundlegende Sanierung, da die Infrastruktur laut DB „teilweise überaltert und störungsanfällig“ ist. Allerdings sei der Umfang der Arbeiten dermaßen groß, dass sich die Bahn dazu entschlossen hatte, die Maßnahme auf zwei Bauphasen aufzuteilen.

Am Montag (11. August) wurden die Bautätigkeiten auf der Bahnlinie nun wieder aufgenommen – und der Personenverkehr vollständig eingestellt. Dem aktuellen Zeitplan zufolge sollen die Arbeiten zwischen Dießen und Geltendorf bis zum 13. Dezember so weit fertiggestellt sein, dass der Regelverkehr wieder aufgenommen werden kann. Läuft alles nach Plan, dürfen Zugreisende zwischen Dießen und Weilheim indessen schon am 13. Oktober wieder aufatmen.

Neuverlegung von 16 000 Metern Schiene

Wie die Bahn erklärt, sollen zwischen Geltendorf und Weilheim in den kommenden Monaten 16 000 Meter Schiene und 20 000 Schwellen verlegt werden. Auf 13 Kilometern Länge möchte man zudem den Gleisuntergrund in Schuss bringen: 42 000 Tonnen Schotter und 90 000 Tonnen Bodenmaterial werden hierfür umgebaut, informiert der Infrastrukturbetreiber DB-InfraGo. Damit aber nicht genug: Um ab dem kommenden Jahr einen reibungslosen Zugverkehr auf der Linie garantieren zu können, nimmt die Bahn ferner die Sanierung von Bahnübergangsbelägen, Beleuchtung, 13 Durchlässen, dem Entwässerungssystem sowie der Brücke am Albangraben bei Dießen in Angriff und greift dafür auf schweres Gerät wie sogenannte Gleisumbauzüge zurück. Vertreter dieser Zunft waren bereits 2024 über die Schienen im nördlichen Landkreis gerollt.

Für die Dauer der Maßnahme stellt die BRB als Betreiber der Strecke einen „leistungsfähigen Ersatzverkehr“ bereit, erklärt die DB. Doch eben diese Leistungsfähigkeit erlebt in der kommenden Woche einen ersten Dämpfer: Von Montag, 18. August, bis Freitag, 22. August, finden am Westufer des Ammersees Straßenbauarbeiten statt.

Beeinträchtigung beim Ersatzverkehr

Sprich: Dem regulären Ersatzverkehr, dessen Sonderfahrpläne auf der Webseite www.brb.de heruntergeladen werden können, ist es nicht möglich, die Haltepunkte Riederau und St. Alban zu bedienen. Doch die Bahn hat vorgesorgt: In Utting und Dießen besteht die Möglichkeit, auf kleinere Busse umzusteigen, die explizit die beiden vom regulären SEV abgeschnittenen Dörfer anfahren.

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Übrigens: Auf der angrenzenden Pfaffenwinkelbahn, die von Weilheim nach Schongau führt, möchte die Bahn in diesem Jahr ebenfalls baulich tätig werden. Wie eine Sprecherin auf Nachfrage der Heimatzeitung bestätigt, ist auf der Strecke im Herbst (Ende Oktober/Anfang November) eine „Gleiserneuerung“ geplant. Aufgrund von „Ressourcenengpässen“ verschoben wurde hingegen die Beseitigung der bekannten Langsamfahrstelle bei Weilheim, die ursprünglich in diesem Jahr hätte stattfinden sollen.

Weitere Baumaßnahmen im Landkreis

Auch sonst hat die Bahn im laufenden Jahr noch einiges vor: Vom 6. Oktober bis 7. November kommt der Regelverkehr auf der Kochelseebahn zum Erliegen. Zwischen Seeshaupt und Penzberg steht – wie im westlichen Landkreis – eine Gleiserneuerung, im Bahnhof Kochel eine Schienenerneuerung auf dem Programm. Eine Maßnahme, bei der man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Denn im gleichen Zug sollen auch einige der lästigen Langsamfahrstellen verschwinden. Zwischen dem 3. und 10. November finden auf der Werdenfelsbahn schließlich Weichenerneuerungen statt – unter anderem in Weilheim.

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