Explosionsgefahr bei Wärmepumpen? Heizungsprofi erklärt die Gefahren

Ein mehrtägiger Stromausfall bei eisigen Temperaturen wie aktuell im Südwesten Berlins kann für Wärmepumpen problematisch werden – vor allem für sogenannte Monoblock-Anlagen mit Außengerät. Fällt der Strom aus, steht die Umwälzpumpe still, das Heizungswasser kann in den außenliegenden Leitungen einfrieren und Bauteile beschädigen. Im schlimmsten Fall droht ein teurer Totalschaden. 

Vor diesem Extremfall wird aktuell gewarnt

Zuletzt sorgten Warnungen vor einer möglichen Explosionsgefahr bei Propan-Wärmepumpen für zusätzliche Verunsicherung: Wenn durch einen Frostschaden Leitungen oder der Wärmetauscher reißen, kann bei Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan Gas in den Heizkreislauf gelangen. Gelangt dieses Gas ins Gebäudeinnere und sammelt sich dort, kann es bei einer Zündquelle zu einer Verpuffung oder Explosion kommen. 

Technisch möglich – in der Praxis aber selten

Technisch sei dieses Szenario zwar möglich, sagt ein Berliner Heizungs-Anlagetechniker: „Das kann passieren, ist aber sehr unwahrscheinlich“, erklärt er. Komme es infolge eines Frostschadens tatsächlich zu einer undichten Stelle, könne Kältemittel austreten. In der Regel reagiere die Anlage jedoch sofort: Der Kompressor schalte ab, das Gerät gehe aus und melde eine Störung, schildert der Fachmann. Die verbauten Schutzmechanismen seien genau für solche Fälle vorgesehen und sollten verhindern, dass sich gefährliche Situationen entwickeln.

Außengerät meist unkritisch

Mit Blick auf das Außengerät hält er Brände oder Explosionen für kaum realistisch. Explosionen oder Feuer seien draußen eher unwahrscheinlich, solange keine zusätzliche Zündquelle vorhanden sei, sagt der Techniker. In der öffentlichen Debatte werde dieses Risiko aus seiner Sicht überschätzt.

Im Haus entscheidet die Menge des Gases

Deutlich sensibler sei die Lage im Gebäudeinneren. Dort komme es vor allem auf die Menge des austretenden Propans an, erläutert er. Bei größeren Mengen könne grundsätzlich ein Brand entstehen. Zugleich betont er, dass ein solcher Fall höchst unwahrscheinlich sei.

Bei vielen gängigen R290-Luft/Wasser-Monoblock-Wärmepumpen für ein Einfamilienhaus liegen die Kältemittel-Füllmengen eher im Bereich um die 1 bis 1,5 Kilo, je nach Modell und Leistung. 

Für eine Verpuffung ist allerdings nicht allein eine große Gasmenge an sich entscheidend, sondern ihre Konzentration im Raum. Propan ist bereits ab 2,2 Volumenprozent entzündlich. In einem 15-Kubikmeter-Raum können laut Experten bereits rund 0,33 Kubikmeter Propangas für eine Explosion ausreichen. 

Gefährlich wird es erst bei mehreren ungünstigen Faktoren

Besonders kritisch werde es nur, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammentreffen. Propan sei schwerer als Luft und sammle sich am Boden, erklärt der Techniker. „Wenn die Räume nicht gelüftet sind und das Kältemittel Propan austritt, sinkt es nach unten“, warnt er. Komme dann eine Zündquelle hinzu – etwa das Betätigen eines Lichtschalters –, könne es zu einer Explosion kommen.

Warum jeder Fall einzeln bewertet werden muss

Ob daraus tatsächlich eine Gefahr entsteht, müsse jedoch immer im Einzelfall betrachtet werden. Es gebe zwar ein Gefährdungspotenzial, betont der Fachmann, doch entscheidend seien geschützte Leitungen, funktionierende Sicherheitseinrichtungen und ausreichend belüftete Räume. 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, könne sich ein eventuell austretendes Gas verflüchtigen. Das Risiko einer Explosion wird deutlich gesenkt, ausschließen lässt es sich im Extremfall jedoch nicht.