Ritterturnier Kaltenberg: Tausende beim „Tag der Vergeltung“

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Die Arena zu Kaltenberg ist wieder Schauplatz eines spektakulären Ritter-Spektakels: „Tag der Vergeltung“ heißt die diesjährige zweistündige Live-Show mit atemberaubenden Stunts und Pyroeffekten. © Roettig

Zu einer Zeitreise ins Mittelalter lädt Luitpold Prinz von Bayern noch an sechs Tagen im Juli ein. Das über 40.000 Qua­dratmeter große Gelände rund um das 1292 erbaute Schloss Kaltenberg hat sich dazu in eine mittelalterliche Turnierstadt verwandelt.

Kaltenberg – Dutzende von originalgetreuen Markt- und Handwerkerständen, zahlreiche Schänken und Tavernen, Bühnen mit Musikanten und Gauklern sowie Zeltlager im Stil von anno dazumal lassen eintauchen in die Epoche von edlen und auch weniger tugendhaften Rittern. In Kal­tenberg hat sich im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten das größte Ritterturnier der Welt entwickelt, das in jeder Saison eine neue spannende Geschichte erzählt, die viel Raum für Fantasie lässt. Luitpold von Bayern: „Wir bieten kein nachgespieltes historisches Ereignis, sondern Mittelalter, wie es gewesen sein könnte.“

Ritterturnier in Kaltenberg: Auch der Schwarze Ritter ist wieder mit dabei

„Tag der Vergeltung“ heißt die diesjährige zweistündige Live-Show in der zehntausend Besucher fassenden Arena, die bei der Premiere natürlich ausverkauft war. Sie begann gleich mit Höchstgeschwindigkeit, als die französische Stuntgruppe Cavalcade in vollem Galopp ihre Tricks auf dem Rücken der Pferde zeigten. Fahnenträger zu Pferd und Fahnenschwinger zu Fuß agieren dann zu Ehren von Ulrich dem Starken, der auf Schloss Kaltenberg ein rauschendes Ritterfest feiert. Spielverderber ist der Schwarze Ritter Wolfsbarth, der mit finsteren Gesellen wie dem Mongolen Attila, Ritter Eberwin in seiner Wildschweinrüstung, Samurai Kato und Lyssa mit der vergifteten Lanze Böses im Sinn hat.

Spektakulär ist sein dekadentes Fest in Szene gesetzt, bei der er seinen geraubten Reichtum mit goldenem Katapult und goldenen Bierfässern zur Schau stellt. Auch ein diamantenes Schwert mit magischen Kräften spielt eine Rolle, als dem verstoßenen Ulrich die Amazone Helena mit ihren Soldatinnen und der geheimnisvolle Schamane Jakob zur Seite stehen. Überraschende Spezial- und Pyroeffekte sorgen bis zum kämpferischen Finale für Hochspannung. Natürlich fehlen auch in diesen Jahr die packenden Lanzen-Duelle nicht, bei denen die Stuntleute mit halsbrecherischen Stürzen vom Pferd für Schnappatmung beim Publikum sorgen.

Für Regisseur Alexander May, der ansonsten Opern, Musicals oder Schauspiel inszeniert, ist „Der Tag der Vergeltung“ bereits seine sechste Regiearbeit in Kaltenberg. Er hat es insbesondere geschafft, das Zusammenspiel von professionellen Schauspielern, Kampf- und Stuntgruppen sowie Laiendarstellern zu einer intensiven Einheit zu verschmelzen. Im Gespräch mit dem KREISBOTEN hob er besonders Frédéric Laforet hervor, der als langjähriger „Schwarzer Ritter“ zur Kaltenberg-Legende wurde. Seit er nicht mehr die Hauptrolle reitet, kümmert er sich noch effizienter um seine Arbeit als Stuntkoordinator und Stuntchoreograph. Ob Stürze von der Königsloge oder Steitwagen, die durch die Arena preschen – dank Laforet ist Nervenkitzel garantiert.

Das Rahmenprogramm beim Kaltenberger Ritterturnier: Gaukler, Hexen, Narren und Jongleure

Nach Kaltenberg fährt man nicht nur wegen des Arena-Spektakels, sondern auch wegen des Rahmenprogramms, das einem auf jedem Meter begegnet. Wie die Gaukler, die durch das Gelände ziehen und ihre Späße mit den Besuchern machen: Die Hexen Walburga und Roxanna, der Narr Maxx, die Jongleure Forzarello, die übergroßen und doch zarten Waldwesen Fabula und natürlich der fast nackte Publikumsliebling Adonis. Er sagt selbst, in der Natur gebe es nichts Vergleichbares mit ihm – außer der Trauerweide.

Nicht zu vergessen die vielen Ritter-, Kostüm- und Trommlergruppen aus ganz Süddeutschland, die zum Teil in mittelalterlichen Lagern nächtigen. Dort kann man die Landsknechte aus Wasserburg, die Münchner Barbaren oder die Augsburger Bürgergilde besuchen. Wer sich nicht benimmt, der wird auf dem Richtplatz öffentlich geteert und gefedert. Und die vielleicht nicht so holde Weiblichkeit muss nach einem Schauprozess auf die Hexenwaage.

Auf fünf Bühnen unterhalten die besten Künstler des Mittelalter-Genres das Publikum. Wie die Streuner, Tanzwut, Corvus Corax, Daridel, Koenix, Weibsvolk oder „Des Teufels Lockvögel“. Auf der Rabenbühne sorgt die Eigenproduktion „Kaltenberger Totentanz“ für Gänsehautmomente.

In diesem Jahr hat es das Kaltenberger Ritterturnier sogar in die digitale Welt geschafft. Der Spieleentwickler Gameloft hat in seinem Onlinespiel „March of Empires“ ein Kaltenberg-Level als Hommage an das Mittelalterfest integriert. In der ehemaligen Badstube auf dem Gelände können Besucher ihr Geschick mit Lanze und Pferd zumindest virtuell unter Beweis stellen.

Termine und Details zu den Kaltenberger Ritterspielen findet man im Netz unter www.ritterturnier.de.

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