Brücke seit Monaten nur noch Ruine – Jetzt scheitert auch noch die Übergangslösung

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So sah es vor gut einem Jahr aus: Die Brücke, die herunterkrachte, weil der marode Unterbau einstürzte. Die Brücke selber liegt repariert im Bauhof. © TB

Die Brücke über den Olchinger Vogelpark ist seit fast einem Jahr nur noch Ruine. Die Idee, sie durch einen Damm zu ersetzen, ist am Budget gescheitert. Dennoch soll etwas passieren.

Olching - Jetzt ist es bald ein Jahr her, dass das Wehr unter der Brücke zum Olchinger Vogelpark eingestürzt ist, bislang hat sich dort aber nichts getan. Wer das Piepmatz-Paradies besuchen will, muss weiter einen Umweg in Kauf nehmen. So mancher Olchinger vermisst den idyllischen Übergang allerdings sehr.

Die Stadtverwaltung wollte zuletzt ein Provisorium errichten: einen Damm mit Durchlässen. Man fürchtet, dass die Strömung, die durch die immer noch im Wasser liegenden Ruinen umgeleitet wird, das Erdreich am Ufer abträgt. Im schlimmsten Fall könnte die Böschung abrutschen, hieß es aus dem Rathaus. In der Nähe befindet sich eine Stromleitung.

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Brücke über den Olchinger Vogelpark - Es hat ein Gespräch gegeben

Beim Wasserwirtschaftsamt und beim Landratsamt sah man die Sache hingegen weitaus weniger kritisch. Von Gefahr in Verzug könne keine Rede sein, hieß es vor wenigen Wochen auf Tagblatt-Anfrage. Das Vorhaben wurde nicht erlaubt (wie berichtet).

Der Streit darüber ist nun trotzdem vom Tisch: Denn das angedachte Provisorium kann zu dem Budget, das die Stadtratsmitglieder bewilligt hatten (und ausdrücklich nur in dieser maximalen Höhe), nicht umgesetzt werden. Es handelte sich um 20 000 Euro. „Zu diesem Preis ist das nicht zu machen“, wie Bauamtsleiter Markus Brunnhuber in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend einräumte. Keine Firma konnte demnach ein entsprechendes Angebot abgeben.

Man sei aber weiter hinterher, eine Lösung zu finden. Laut Brunnhuber hat es kürzlich ein Treffen mit den beteiligten Parteien gegeben. Dazu gehören neben der Stadtverwaltung das Wasserwirtschafts- und das Landratsamt. Man habe sich darauf geeinigt, dass zumindest die Ruinen entfernt werden, die seit August 2023 aus dem Gewässer ragen.

Fertige Brücke liegt repariert im Bauhof

Außerdem soll nun mit Tempo der Übergang wieder errichtet werden. An der Brücke an sich scheitert es nicht: „Sie liegt fertig repariert im Bauhof“, sagte Brunnhuber. Darum hatte sich das Rathaus bereits gekümmert. Immerhin war diese erst vor gar nicht allzu langer Zeit neu gebaut worden. Was fehlt, ist das sogenannte Brückenwiderlager, also der Unterbau. Auch dieser soll vorangetrieben werden. „Jetzt geht wirklich etwas voran“, betonte Brunnhuber. Man könne da auch nicht länger einfach zuschauen.

Bleibt nach wie vor die Frage der Kosten, die bislang für die Verzögerung gesorgt hatte. Es muss weiterhin geklärt werden, wer eigentlich für das Gewässer zuständig ist. Ist es ein Nebenarm der Amper oder nicht? Handelt es sich um den Ursprung eines größeren Flusses oder ist es ein kleiner Bach? Ist der Freistaat zuständig oder die Stadt? Möglicherweise bringen alte Urkunden aus dem 18. Jahrhundert Aufschluss darüber, auch der Kraftwerksbetreiber spielt eine Rolle. Noch herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber vor, wer denn nun bezahlen muss.

Im Hauptausschuss erkundigte sich Ewald Zachmann (Für Olching), wem denn die Fläche drumherum eigentlich gehöre. „Dem Freistaat“, antwortete Brunnhuber. Er erklärte dann aber eben die Problematik mit der Zuständigkeit hinsichtlich des Bachs. Zachmann lobte: „Ich begrüße, dass nun etwas getan wird.“ Wer am Ende zahlt, bleibt dann abzuwarten.

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