Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat seine Kriminalitätsstatistik für den Landkreis Miesbach veröffentlicht. Die Beamten zeigen sich zufrieden mit den Zahlen, nur die Gewalt gegen Polizisten bereitet Sorge.
Miesbach/Landkreis – Täter geschnappt. Die Polizei hat vergangene Woche in Gmund einen Mann festgenommen, der nach einem Schockanruf in Hausham Geld abgeholt hatte. Doch immer wieder sind Betrüger mit der Masche erfolgreich, trotz aller Präventionsmaßnahmen und Informationskampagnen. Und die Zahl der Anrufe ist hoch. „Das bereitet mir Sorgen“, sagte Polizeipräsident Manfred Hauser. Insgesamt, findet der Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd jedoch, „dass man hier sehr sicher lebt“.
Kriminalität im Landkreis Miesbach: die Zahlen
Die Einschätzung untermauerte Hauser mit der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2023. Die Zahlen stellte er bei einem Pressegespräch im Anschluss an eine Besprechung mit den Dienststellenleitern im Landkreis vor. „Die Sicherheitslage ist auf einem stabilen, sehr guten Niveau“, sagte Hauser.
Zwar stieg die Gesamtzahl der Straftaten um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4.414. Ausländerrechtliche Verstöße herausgerechnet, beträgt der Anstieg nur 0,2 Prozent, was neun Straftaten mehr als 2022 bedeutet. Da gleichzeitig die Einwohnerzahl zunahm, zeigt die Statistik sogar einen geringfügigen Rückgang der Kriminalität. Die Häufigkeitszahl – bekanntgewordene Fälle je 100.000 Einwohner – ist „noch besser als im Vorjahr“, erklärte Hauser. Sie liegt bei 4.098. Im gesamten Präsidiumsbereich, der von Garmisch-Partenkirchen bis Berchtesgaden und Altötting reicht, beträgt sie 3.715, für ganz Bayern 4.361. Zufrieden ist Hauser auch mit der Aufklärungsquote von 65,0 Prozent, die damit etwas besser ist als 2022 (64,4 Prozent).
Polizei vermeldet Erfolg bei Einbruchsserie im Landkreis
Noch nicht in die Statistik eingeflossen ist ein erst kürzlich erzielter Erfolg. Eine Einbruchsserie im Landkreis, die seit Jahresbeginn für Verunsicherung sorgte, ist geklärt. Da die Ermittlungen noch andauern, gibt es aber noch keine näheren Angaben.
Im Vorjahr und damit im Sicherheitsbericht 2023 ist die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 17 stabil geblieben, während sie laut Hauser „sonst überall nach oben geht“. Negativ sticht der Anstieg der Gewaltkriminalität in der Statistik heraus. 134 und damit 35 Fälle mehr als 2022 registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das Gesamtniveau – ähnlich dem Vor-Corona-Stand – hält der Polizeipräsident aber für „noch überschaubar“.
Sorge bereitet ihm auch die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. 3.050 Polizisten wurden laut Innenministerium im vergangenen Jahr in Bayern im Einsatz durch Angriffe verletzt. Hauser berichtete von im Schnitt zwei Beamten, die jeden Tag Opfer von Gewalt werden. Dazu zählen auch verbale Attacken, 230 körperliche Angriffe verzeichnete das Präsidium im vergangenen Jahr. Und die Tendenz geht seit Jahren nach oben – von 400 im Jahr 2010 auf inzwischen mehr als 700. „Das beschäftigt mich sehr“, sagte Hauser. Zwar wäre er „um jeden Kollegen mehr“ froh, sagte Hauser zur Personalsituation, „aber die Zahlen zeigen, dass wir unsere Aufgaben gut erfüllen können“.
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