Teneriffa, Lanzarote, Italien und Frankreich: Warum Experten die Orte auf der "No Travel List" platzieren

Reiseexperten haben mehrere bekannte Urlaubsregionen auf eine sogenannte „No-Travel-List“ (dt. Liste der Reiseziele, die gemieden werden sollten) für 2026 gesetzt. Wie der britische „Daily Express“ berichtet, geht es dabei nicht um ein Reiseverbot, sondern um einen Appell: Touristen sollen stärker auf die Folgen von Massentourismus achten und Alternativen in Betracht ziehen.

Kanaren, Italien und Frankreich unter besonderem Druck

Besonders betroffen sind laut „Daily Express“ die Kanarischen Inseln, darunter Teneriffa und Lanzarote. Dort kommt es seit Monaten zu Protesten von Einheimischen, die über überfüllte Straßen, steigende Mieten und eine wachsende Belastung der Infrastruktur klagen. Ähnliche Probleme zeigen sich auch in Teilen Italiens und Frankreichs, wo beliebte Küsten- und Städteregionen immer mehr Besucher anziehen.

Lanzarote gehört zu den Kanarischen Inseln und ist seit Jahren ein besonders beliebtes Reiseziel.
Lanzarote gehört zu den Kanarischen Inseln und ist seit Jahren ein besonders beliebtes Reiseziel. IMAGO

Auch kleinere Orte geraten zunehmend unter Druck. In Isola Sacra nahe Rom etwa sorgen Pläne für einen neuen Kreuzfahrthafen für Kritik, da Anwohner negative Folgen für Umwelt und Lebensqualität befürchten, heißt es im Bericht.

Naturziele stoßen an ihre Belastungsgrenze

Neben europäischen Reisezielen stehen auch empfindliche Naturregionen auf der Liste. Laut „Daily Express“ warnen Experten unter anderem vor Reisen in die Antarktis, da das fragile Ökosystem nicht für wachsende Besucherzahlen ausgelegt sei. Ähnlich sieht es im Glacier-Nationalpark in den USA aus, wo steigende Touristenzahlen zusätzlich zum Klimawandel die Gletscherregion belasten.

Die Empfehlung der Experten: Wer 2026 reist, sollte weniger bekannte Ziele wählen oder außerhalb der Hauptsaison verreisen. So lasse sich der Druck auf stark frequentierte Regionen mindern – ohne ganz auf Urlaub verzichten zu müssen.

Proteste zeigen Folgen des Massentourismus

Warum Reiseexperten immer öfter davon abraten, bestimmte Urlaubsziele zu besuchen, zeigt sich exemplarisch auf Mallorca. Dort eskalieren die Spannungen zwischen Einheimischen und Besuchern seit Jahren – ausgelöst durch steigende Mieten, überlastete Infrastruktur und eine zunehmende Verdrängung der lokalen Bevölkerung.

Im Sommer 2025 sorgten Protestaktionen gegen Touristen für Aufsehen, bei denen Aktivisten sogar einen Sightseeing-Bus stoppten. Die Vorfälle verdeutlichen, dass Massentourismus in beliebten Regionen längst nicht mehr nur ein Umwelt- oder Komfortproblem ist, sondern zunehmend zu sozialen Konflikten führt.