Diese Orte in Thailand sind so magisch, dass sie Geheimtipps bleiben sollten

Angetrieben von drei dröhnenden Motoren, pflügen wir mit unserem Schnellboot durch die glitzernde Andamanensee. Das Randmeer des indischen Ozeans dürften seit dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio fast jeder kennen. Das Thermometer zeigt 30 Grad. Sonne pur. 

Knapp anderthalb Stunden brauchen wir für die 100 Kilometer lange Strecke zwischen dem kleinen Pier an Thailands Südwestküste und einem wahren Naturwunder: den Surin Islands. Die Inseln zählen zu den besten Schnorchel- und Tauchgebieten der Welt. Mehr als 120 Korallenarten sind hier heimisch, mehr als 200 Fischarten und weit über 100 Arten anderer Meeresbewohner. 

Kaum ist der Motorenlärm verstummt und der Anker gesetzt, springen wir mit Taucherbrille und Schnorchel ins warme, kristallklare Wasser. Unter uns eine farbenfrohe, unberührt wirkende Welt. Riesige Korallengärten mit bizarren Formen, steil abfallende Riffe und jede Menge Doktorfische, Ziegenfische, Papageienfische. Sie schimmern rot, grün, gelb, violett, blau.  

Wie bei „The Beach“: Schnorchel- und Badeparadiese 

Allein diese Erlebnisse – im Laufe des Tages steuern wir mehrere Schnorchelparadiese und einsame Badestrände an, die wir ausgiebig erkunden können – machen einen einwöchigen Kurztrip ins sonnige Thailand lohnenswert. Was gibt es Schöneres, als Anfang Januar dem deutschen Schmuddelwetter zu entfliehen und bei tropischem Klima die Akkus aufzuladen?

In weniger als 12 Stunden Flugzeit erreicht man Phuket, die größte Insel Thailands und bis heute eines der großen Traumziele für Reisende aus aller Welt. Kein Wunder: Hier gibt es Instagram-Kulissen ohne Ende. Schneeweiße Sandstrände, türkisfarbenes Meer, sattgrüne Urwälder, verwunschene Dschungel, Bilderbuch-Lagunen, spektakuläre Wasserfälle und vieles mehr.

 

Urlaub in der Sonne Thailands - Preisbeispiel

Thailand, Khao Lak, 4 Sterne Hotel Sentido Khao Lak (Hotel der gehobenen Mittelklasse), 7 Nächte im DZ, Frühstück, inkl. Flug, z.B. am 04.05.2026 ab München, pro Person ab 959 EUR. Buchbar im Reisebüro und auf www.dertour.de

Wer es ruhig und relaxt mag, ist in der Region Khao Lak gut aufgehoben. Sie gehört zu den bekanntesten Badeorten im Süden Thailands. Hier findet man luxuriöse, aber preiswerte Hotels direkt am Meer, in kleinen Buchten gelegen, umgeben von hohen Kokospalmen und üppigem, im leichten Sommerwind rauschenden Blättergrün. 

Das zur DERTOUR Hotels & Resorts gehörende Resort Sentido Khao Lak verspricht seinen Gästen „Erholung für alle Sinne“. Mehrere Restaurants am Strand, Swimmingpools, Bars, ein großer Sport- und Spa-Bereich, perfekter Service – eigentlich müssten Urlauber die sehr gepflegte, saubere Anlage gar nicht verlassen. Allerdings würden sie dann einiges verpassen.   

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Schnorcheln auf den Surin-Inseln in Thailand Fol

Bei einem Spaziergang durch das nur wenige Gehminuten entfernte Dorf – eigentlich handelt es sich um eine lange Reihe von Shops, Bars und Restaurants entlang der Hauptstraße – schlendern Touristen an zahlreichen Ständen mit bunten Hochglanzfotos vorbei. Die Bilder zeigen Ausflugsziele auf und um Phuket.

Die Auswahl ist groß. Flussfahrten im traditionellen Bambusfloß, Besuche von buddhistischen Tempeln und Schildkröten-Schutzzentren, Wildwasser-Rafting, Dschungeltrekking, Off-Road-Safaris, Kanu- und Katamaran-Ausflüge, Baden mit Elefanten, Höhlenerkundungen, Baumhaus-Übernachtungen, Marktbummel – alles ist möglich.

Insel Phuket: Startpunkt für viele unvergessliche Ausflüge

Zu den reizvollsten Offerten von Agenturen wie „GoVacation“ gehören Tagestrips mit dem Boot an paradiesische Flecken. Darunter die Phi-Phi-Inseln mit der berühmten, von hohen Kalksteinklippen eingerahmten Maya Bucht, Schauplatz von „The Beach“. Auch Abstecher auf die Krabi-Inseln, die Similan-Inseln und die Surin-Inseln versprechen unvergessliche Bade-, Schnorchel- und Tauchabenteuer. Preis pro Ausflug und Person: etwa 100 Euro.

Nicht nur bei Filmfans steht ein Ziel wohl ganz oben auf der Liste der Sehnsuchtsorte: die Insel Khao Phing Kan. Hier ragt eine Felsnadel aus dem smaragdgrünen Wasser, die als „James-Bond-Felsen“ weltberühmt ist. 1974 landete Roger Moore vor der atemberaubenden Kulisse – als Geheimagent 007 im Klassiker „Der Mann mit dem goldenen Colt“.

Wer den ikonischen, steil und einsam aufragende Kalkstein-Fels bewundern will, der wohl zu den meistfotografierten Naturwundern Thailands zählt, der sollte früh aufstehen. 

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Der ikonische Felsen auf der berühmten James-Bond-Insel Fol

Unser Tagesausflug startet vier Uhr morgens am Hotel in Khao Lak. Die 70-Kilometer-Fahrt in den Hafen Royal Phuket Marina dauert eine gute Stunde. Noch vor Morgengrauen checken wir ein, frühstücken kurz (Toast, Spiegelei, Obst, Kaffee), und los geht es.

Vom Deck unseres 750-PS-Speedboats den Sonnenaufgang zu beobachten, dabei den Fahrtwind in den Haaren und ein paar Spritzer Salzwasser im Gesicht, ist ein tolles Gefühl. Etwa 90 Minuten lotst uns die Crew durch die Andamanensee bis zur Phang Nga Bucht. Dass man bei Tempo 60 ab und an gehörig durchgeschüttelt wird, stört nicht. 

Spätestens beim Anblick der ersten, bis zu 300 Meter senkrecht aufsteigenden, von Höhlen und Grotten durchlöcherten, mit üppigem Grün überwucherten Felsen, verfliegen jegliche Rückenschmerzen. Die Landschaft, die an die nicht minder schöne Halong-Bucht im nordöstlichen Vietnam erinnert, ist spektakulär. 

Per Schnellboot auf die berühmte Insel mit dem „Bond-Felsen“ 

Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Grotte mit bizarr geformten Stalaktiten und Stalagmiten sowie einer höhlenartigen Lagune, in der uralte Mangrovenbäume wachsen und Einsiedlerkrebse herumwuseln, erreichen wir die Insel mit dem „Bond-Felsen“. 

Die Crew des Touren-Anbieters „Siam Adventure World“ mit dem aus der Schweiz stammenden Guide René hat nicht zu viel versprochen: Wer früh aufsteht, ist klar im Vorteil. Denn tatsächlich legt unser Boot als erstes an. Weit und breit keine Touristen, sogar die meisten Souvenirstände haben noch geschlossen und liegen unter Planen. 

Mehr als eine Stunde können wir die durch Wind, Wetter, Meeresströmungen und Erdverschiebungen über viele Millionen Jahre geformte Felslandschaft bestaunen. Zeit genug für einen entspannten Insel-Rundgang und die Suche nach Perspektiven für das ideale Selfie mit dem „Bond-Koloss“ im Hintergrund.

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Traumhafter Strand vor dem Resort Sentido Khao Lak Fol

Nach kurzer Weiterfahrt steuern wir eine in einer idyllischen Gegend versteckte Kanustation an. Dort steigen wir in eines der schmalen, flachen Boote und lassen uns von einem Einheimischen durch die wunderbare Landschaft paddeln, vorbei an verschlungenen Mangrovenwäldern, durch riesige Höhlen, hinein in einsame Buchten, in denen wir Krabben, Vögel und Affen beobachten. 

Zu Mittag essen wir in einem Dorf, das komplett auf Pfählen im Meer gebaut ist, unterhalb eines riesigen Kalksteinfelsens. Die 1600 Bewohner, man nennt sie auch „Seezigeuner“, leben vom Fischfang und vom Tourismus. In Koh Panyee gibt es Restaurants, Bars, Märkte, eine Schule, eine Moschee mit goldglänzenden Kuppeln (im Dorf leben ausschließlich Muslime) und einen aus alten Brettern und Netzen gebauten schwimmenden Fußballplatz. 

Durch Mangroven-Landschaften paddeln und Pfahldorf besuchen

Trotz seiner Abgeschiedenheit gibt es in der Siedlung Internet und Mobilfunkempfang, Strom wird aus Generatoren gewonnen. Gern hätten wir uns in dem Stelzen-Dorf mit seinen bunten, windschiefen Häusern, den hölzernen Stegen und den Fischerbooten länger umgesehen und uns mit Einwohnern unterhalten. Doch in dem ursprünglich vor 200 Jahren von indonesischen Fischern errichteten Dorf sprechen nur wenige Menschen Englisch.  

Das gilt auch für jene Frauen, Männer und Kinder, denen wir während unserer Tour zu den Surin-Inseln begegnen: Sie gehören zum indigenen Volk der Moken, eines der letzten Naturvölker der Welt. 

Etwa 200 Moken leben heute noch auf der Insel Koh Surin Tai, die zum Mu-Ko-Surin-Nationalpark gehört. Dicht an dicht stehen ihre Pfahlhäuser mit Wänden und Dächern aus getrockneten Palmenblättern am goldgelben Strand der Ao Bon Bucht, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Gleich dahinter erhebt sich sattgrüner Urwald.

Auf dem Weg ins Dorf müssen wir vom Boot aus hüfthoch durch das Wasser laufen. Mit jedem Schritt nähern wir uns einer geheimnisvollen Welt, die im scharfen Kontrast zur westlichen Zivilisation steht. 

Abstecher zu den Moken, einem der letzten Naturvölker der Welt 

Männer mit dunkler Haut und schwarzem Haar reparieren ihre am Ufer liegenden Fischerboote, säubern die Propeller der Außenbordmotoren, flicken Netze. Frauen hocken schweigend vor ihren Häusern oder beugen sich über mit schaumigem Wasser gefüllte Tröge, um Kleider zu waschen. Ein junger Mann im grauen T-Shirt, der im Schneidersitz auf einer Terrasse hockt, bearbeitet ein Stück Treibholz mit einer Axt.

Im Schatten unter ihren Stelzenhäusern sitzend, halten Mütter ihre Babys im Arm. Manche Gesichter sind mit einer gelblich-weißen Paste aus fein geriebener Baumrinde bedeckt. Die Bemalung dient als natürlicher Sonnenschutz. 

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Pfahlhäuser und Fischerboote des Moken-Volkes auf den Surin-Inseln in Thailand Fol

Am Ende des Dorfes ein Fußballplatz mit zwei Toren, die aus Ästen zusammengebunden sind, und die Freiluft-Schule der Insel. Kinder sitzen über Schreibheften an großen Holztischen und machen mit Bleistiften Notizen. Ein kleiner Junge hat ein FC-Barcelona-Trikot an, andere tragen blaue Shirts mit dem Aufdruck einer Stiftung, die das Volk der Moken unterstützt.

Die Dorfbewohner sind freundlich, sie lächeln und nicken, wenn man ein Foto von ihnen machen möchte. Trotz der entspannten Atmosphäre hat der Besuch auf dem Eiland etwas Merkwürdiges. Man fühlt sich wie ein Eindringling. 

Ich selbst frage mich, ob dieser magische, so bedeutungsvolle Ort wirklich taugt, um wohlhabende Touristen herzubringen. Einerseits lernt man auf diese Weise die einzigartige Seenomadenkultur der Moken kennen und hilft ihnen, indem man ihre handgefertigten Souvenirs kauft, geflochtene Taschen, geschnitzte Delfine oder Glasperlenketten. 

Faszinierende Begegnungen im Mu-Ko-Surin-Nationalpark

Andererseits scheint der Besucheransturm mit dafür zu sorgen, dass die Moken ihre traditionelle Lebensweise und ihre Selbstbestimmung mehr und mehr aufgeben. 

Ursprünglich verbrachten die Halbnomaden die meiste Zeit des Jahres auf dem Meer. In Booten segelten sie über die Andamanensee, fingen mit Speeren Fische und tauchten ohne Hilfsmittel bis zu 20 Meter tief, um Muscheln und Schalentiere aufzusammeln. Auf das Festland zogen sie sich nur während der Regen- und Monsunzeit zurück.

In den letzten Jahrzehnten versuchte die thailändische Regierung verstärkt, das Volk der Moken sesshaft zu machen und mit Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation auszustatten. Ein Zeugnis dieser Entwicklung ist das von Touristen aus aller Welt besuchten Stelzendorf im Mu-Ko-Surin-Nationalpark.

Wie eng die Moken mit der Natur verbunden sind und wie schnell sie bestimmte Zeichen erkennen, etwa das sich zurückziehende Meer, zeigte sich vor 21 Jahren. 

Als am 26. Dezember 2004 ein gewaltiger Tsunami große Küstenabschnitte von Thailand verwüstete, wurden auch die Pfahlhütten der indigenen Fischerfamilien komplett zerstört. Doch die Gemeinschaft hatte die Gefahr der „Menschenfresserwelle“ früh erkannt und flüchtete auf die Hügel im Dschungel.

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Ein Angehöriger der Moken bei Arbeiten an seinem Boot Fol

Der verheerende Tsunami kostete in ganz Südostasien mehr als 200.000 Menschen das Leben. Unter den Toten waren auch etwa 2000 ausländische Touristen, die hier ihren Weihnachtsurlaub verbracht hatten. 

Heute erinnert nur noch wenig an die Katastrophe. An Stränden in der Region Khao Lak, die damals besonders hart getroffen war, findet man einige private Gedenkorte mit Fotos von Verstorbenen. Eines der Überbleibsel, das „Navy Boat 813“, steht als eindrucksvolles Mahnmal in einem Memorial Park. Das über 60 Tonnen schwere Schiff war mit unfassbarer Wucht mehr als zwei Kilometer ins Landesinnere geschleudert worden. 

Nur weniges erinnert an Tsunami - jetzt gibt es Warnsystem

Auf den Küstenstraßen zeigen Schilder mittlerweile die Evakuierungsrouten an, falls wieder eine Riesenwelle kommen sollte. Es gibt Sammelpunkte und Schutzräume. Außerdem wurde ein Warnsystem geschaffen, das bei einem drohenden Tsunami Alarm schlägt. Menschen werden über Radio und Fernsehen, Sirenen und Lautsprecher, Apps und SMS informiert.

Die Schutzmaßnahmen geben Touristen ein beruhigendes Gefühl. Überhaupt scheinen die Sorgen vor Naturgewalten und gesellschaftspolitisch negativen Entwicklungen gering zu sein. Thailand und besonders die südliche Insel Phuket gehören für deutsche Urlauber noch immer – oder wieder – zu den beliebtesten Fernreisezielen, gerade zur Trockenzeit im Januar, Februar, März, April.

Wir selbst lassen den Kurztrip mit einer Fahrt in die Altstadt von Phuket ausklingen. Auf dem Weg dorthin bringt uns der Fahrer (die Buchung einer privaten Tagestour kostet rund 120 Euro) wunschgemäß zu einigen Wasserfällen, darunter zum Ton Prai Waterfall. 

So beeindruckend wie der herabstürzende Strudel selbst – rund 25 Meter hoch, drei Ebenen zum Baden oder Duschen – ist der rund 700 Meter lange Fußweg dorthin durch den Dschungel. Es geht über armdicke Wurzeln, natürliche Steintreppen, eine Bambus-Brücke. Als fast einzige Besucher an diesem Vormittag können wir ungestört die Natur genießen, farbenprächtige Schmetterlinge, Waldeidechsen und Frösche beobachten.

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Pastellfarbene Häuser prägen das Bild in der Altstadt von Phuket Fol

Nach einem Stopp am berühmten Großen Buddha (45 Meter hohe Statue auf einem Berg, nach einem Erdrutsch abgesperrt und derzeit nur eingeschränkt zu sehen) besuchen wir die Tempelanlage Wat Chalong. Herzstück ist die 60 Meter hohe goldglänzende Chedi. Im obersten der drei Stockwerke, in einer Glasvitrine, ist ein Knochenfragment Buddhas zu sehen. Überall an dem heiligen Ort sieht man Menschen meditieren.

In der Altstadt von Phuket mit ihren pastellfarbenen Häusern, den vielen Cafés, Restaurants und Boutiquen ist es mit der spirituellen Ruhe vorbei. Durch die engen Gassen und Straßen schieben sich Massen von Touristen und Einheimischen. Der gegen Nachmittag anschwellende Feierabendverkehr ist von Polizisten nur mühsam zu regulieren.  Zum Glück gibt es kleine Ruheoasen, in die man sich zurückziehen und traditionelles thailändisches Essen genießen kann. 

Altstadt von Phuket: pastellfarbene Häuser, traditionelle Küche

Beim Spaziergang durch Old Phuket mit seinen alten, im chinesisch-portugiesischen Stil gehaltenen Häusern, entdecken wir einen charmanten Food-Court. Die lichtdurchflutete Halle mit mehreren Garküchen liegt versteckt in einer Nebenstraße. Eine Nudelsuppe mit Garnelen, fleischgefüllten Dumplings und Pak Choi kostet 2,40 Euro, eine üppige Portion knuspriger Schweinebauch mit Ei und frischem Gemüse gut 5 Euro. Beides köstlich.

Im „Soho Phuket Town“, auf zwei Barhockern am offenen Fenster zur belebten Straße, nehmen wir unseren Abschlussdrink. Während die Sonne langsam sinkt und die Stadt in mildes Orange taucht, tuckern Einheimische auf ihren Motorrollern vorbei. Vermutlich fahren viele nach Hause. Unsere Maschine ins winterkalte Deutschland geht morgen kurz nach zehn. Leider.

Transparenzhinweis: Die Teilnahme an der Reise wurde durch den Veranstalter unterstützt, was jedoch keinerlei Einfluss auf die freie redaktionelle Berichterstattung hatte