„Muss ich mir nicht noch einmal antun“: Organisator nach oberbayerischem Bierfest in Katerstimmung

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Das 3. Tölzer Bierfest lockte wieder viele Besucher an. Das Bild zeigt Bierkönigin Anna Winkler beim Anzapfen. Ob es eine Neuauflage gibt, ist aber fraglich. © Arndt Pröhl

Das Bierfest in Bad Tölz kam sehr gut an. Doch Ideengeber Ralph Munkert stellt am Tag danach klar: Ein weiteres Mal wird er die Veranstaltung nicht auf die Beine stellen.

Bad Tölz – Bei den Besuchern kam das dritte Tölzer Bierfest am Wochenende (12. bis 14. September) sehr gut an, und auch Ideengeber und Organisator Ralph Munkert bilanziert: „Es war ein sehr schönes Fest.“ Trotzdem herrscht bei ihm nach der dreitägigen Veranstaltung auch ein Stück weit Katerstimmung. Für ihn steht fest: Er will als Verantwortlicher kein weiteres Bierfest mehr auf die Beine stellen.

Organisator nach Bierfest in Bad Tölz frustriert

„Ich habe dreimal gezeigt, wie es funktionieren kann. Noch einmal mache ich es nicht“, sagt der Mediziner im Gespräch mit unserer Zeitung. Der „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sei für ihn gewesen, dass er wegen des Bierfests mit einem Anwohner Probleme bekommen habe. „Ich stecke viel Energie, Zeit und Geld in das Bierfest“, sagt der 68-Jährige. „Da sei mir verziehen, wenn ich mir sage: Das muss ich mir in meinem Alter nicht noch einmal antun.“

Aber auch andere Faktoren hätten dazu beigetragen, dass er sich frage: „Wie soll ich mich da noch weiter motivieren?“ So beklagt Munkert allgemein mangelnde Unterstützung. Mehr Rückenwind hätte sich Munkert schon im Vorfeld gewünscht – gerade von anderen Geschäften, die Mitglieder bei „Wir für Tölz“ sind. Der Verein ist offizieller Veranstalter des Bierfests. Doch etliche Geschäftsleute hätten seine Bitte abgelehnt, in ihren Schaufenstern das Plakat mit der Bierfest-Werbung aufzuhängen.

Bei Bierfest zu wenige Gläser verkauft

Während der Veranstaltung selbst „bestand die Festbürobesetzung zu 90 Prozent aus meiner Familie und meinen Freunden, die nicht einmal Mitglieder bei ,Wir für Tölz‘ sind“, sagt er. Aus den Reihen des Vereins vermisste Munkert tatkräftige Unterstützung. „Jeder sagt: ,Mach’s wieder, das ist super, ein klasse Fest‘. Aber wenn man fragt, ob einer mitmacht, heißt es: ,Leider keine Zeit.‘“ Das habe dazu geführt, dass seine Familie beziehungsweise deren Unternehmen, die Rehaklinik Frisia, über das ganze Fest hinweg einen Spüler habe bezahlen müssen, um das Defizit für den Verein möglichst klein zu halten.

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Unterm Strich könne trotzdem noch ein Minus herauskommen. „Fakt ist: Wir haben zu wenige Gläser verkauft“, stellt Munkert fest. Das Konzept des Bierfests sah vor, dass die Besucher sozusagen als Eintrittskarte ein Bierglas für 3,50 Euro erwerben. Dieses Glas konnten sie dann an den Ständen der neun teilnehmenden Brauereien für 4 Euro gegen ein volles eintauschen. „Viele sind allerdings mit ihrem Glas vom Vorjahr gekommen“, hat Munkert beobachtet. „Unser Defizit hängt aber davon ab, wie viele Biergläser wir verkaufen.“ Das Verhalten einiger „Sparfüchse“ summiere sich dann am Ende für den Verein. Genau abgerechnet ist noch nicht, aber Munkert schätzt, dass etwa 2000 Gläser verkauft wurden – gegenüber rund 3000 im Vorjahr.

Suche nach neuen Organisatoren fürs Bierfest

Das liege freilich auch daran, dass wetterbedingt „nicht so viel los war wie letztes Jahr“, sagt Munkert. Mit dem Besucherzuspruch zeigt er sich dennoch zufrieden. „Am Samstag waren alle Sitzplätze belegt. Am Sonntag war es vormittags leer, aber sobald der Himmel blau war, wurde es wieder voll.“ Bei jeder Freiluftveranstaltung gebe es eben ein Wetterrisiko. Schön sei auf alle gewesen, dass „sehr, sehr viele Tölzer“ da und alle Generationen vertreten gewesen seien.

Insgesamt kam der Veranstalter aber zu dem Schluss: „Aller guten Dinge sind drei.“ Bei einer möglichen vierten Auflage des Bierfests im kommenden Jahr werde er gerne mit Rat und Tat zur Verfügung stehen und seine Erfahrungen einbringen. „Aber ich möchte nicht mehr in der ersten Reihe stehen.“ Auch sein Sohn Andreas stehe als Organisator nicht zur Verfügung. „Er hat schon genügend Ehrenämter.“ Eine naheliegende Lösung wäre aus Munkerts Sicht, wenn künftig jemand aus dem Kreis der beteiligten Brauereien das Bierfest in Bad Tölz veranstaltet. Mit einigen von ihnen habe er auch schon darüber gesprochen. (ast)

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