Wiedereröffnung ein Geschenk zu Weihnachten 2025? Halbzeit bei Wellenbad-Sanierung in Garmisch-Partenkirchen

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Luftig geht‘s zu im Alpspitz-Wellenbad: Ein Dach fehlt derzeit über dem Lernschwimmbecken. Bis zum Jahresende soll die Hülle der Anlage aber wieder vollkommen hergestellt sein. © THOMAS SEHR

Wie eine Ruine steht das Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen derzeit da. Die Kernsanierung läuft seit dem Frühjahr 2023. Nun gibt es erste Hoffnungen zur Wiedereröffnung.

Garmisch-Partenkirchen – Vielleicht wird’s ein Weihnachtsgeschenk an die Garmisch-Partenkirchner? Allerdings erst im Jahr 2025. Denn wer dieser Tage in die Nähe des Alpspitz-Wellenbads kommt, der schreckt womöglich zusammen: Ein Skelett ist noch übrig von den Schwimmhallen, nur die Betonstützen ragen aus dem Boden heraus. Der Trakt mit den Umkleiden steht noch – vollkommen eingerüstet. Man kann einfach durch den Komplex in Richtung Berge schauen. „Das ist eben eine echte Kernsanierung“, sagt Dr. Sabine Wagner, die Technische Leiterin der Gemeindewerke. Das 27-Millionen-Projekt schreitet voran – aber sehr langsam. Immerhin: Der Rückbau ist längst abgeschlossen, derzeit laufen bereits die Aufbauarbeiten. „Bis Herbst wollen wir das Dach regendicht fertig haben, zum Winter das komplette Objekt dann auch verschlossen haben.“ Das Jahr 2025 soll dann dem Innenausbau gehören.

Fast 50 Jahre alte Anlage bekommt nun modernste Technik mit PV-Anlagen

Am frühen Abend laden die Gemeindewerke zum Ortstermin ein. Dann ist nichts mehr los auf der Baustelle, sind die Gefahren minimiert. Die Anlage wirkt gespenstisch, so verlassen im Abendlicht. Von außen erinnert wenig ans bisherige Alpspitz-Wellenbad. Erst bei näherem Hinschauen erkennt man die bekannten Strukturen. Das große Freibecken ist sogar mit Wasser gefüllt. Muss so sein, damit der Druck auf die Konstruktion bleibt, erklärt Wagner. Daneben liegen die abmontierten Rutschen. „Sie kommen aber alle wieder, nicht, dass wieder Gerüchte entstehen“, wirft sie ein. Nur jetzt mussten sie weg, um später die neue Glasfassade anbringen zu können. Diese wird direkt die Photovoltaik-Module beinhalten. Modernste Technik für das fast 50 Jahre alte Bad, das neuen Glanz erhält. Auch aufs Dach kommt eine PV-Anlage. „Wir schaffen es aber nicht ganz, uns damit komplett selbst zu versorgen“, sagt Wodan Lichtmeß, der Chef der Gemeindewerke. „Dazu bräuchten wir sicher noch eine Freiflächen-Anlage.“ Ein Projekt, das er in der Zukunft für nicht ganz ausgeschlossen hält. Wärme zum Heizen des Wassers in den Becken gibt es künftig vom Blockheizkraftwerk im Eisstadion. Wird alles helfen, energetisch besser zu werden und Kosten zu sparen.

Blick in die Katakomben zwischen Wellenbecken (l.) und Springerbecken. Im hinteren Bereich werden neue Filter- und Lüftungsanlagen anlagen installiert.
Blick in die Katakomben zwischen Wellenbecken (l.) und Springerbecken: Im hinteren Bereich werden neue Filter- und Lüftungsanlagen installiert. © SEHR

Das schadet gewiss nicht, liegen die Investition für die Sanierung des Bads doch bei 27 bis 30 Millionen Euro. Und da ist die Sauna nicht inbegriffen, die aufgrund der Teuerungsraten in einen zweiten Bauabschnitt ausgelagert wurde. „Wir planen sie jetzt aber schon voll in die Arbeiten ein, die Technik dafür wird vorbereitet“, betont Wagner.

Wegen der Baupreise noch nicht alle Gewerke vergeben

Wegen der horrenden Preise haben sich die Gemeindewerke auch Zeit gelassen, gewisse Gewerke beispielsweise für den Innenausbau zu vergeben. Die Fliesenarbeiten nennt Lichtmeß. „Da hoffen wir noch auf einen weiteren Abschwung in der Baubranche.“ Grundsätzlich sind der größte Trumpf die eigenen Mitarbeiter. „Die Flexibilität unserer Leute hat uns schon das eine oder andere Mal gerettet, wir konnten und können sehr viel selbst machen“, bekräftigt Wagner. „Und so liegen wir auch noch ganz gut im Zeitplan.“

Dennoch braucht das Projekt seine Zeit, auch wenn das für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist. Seit März 2023 wird im Bad gewerkelt. Rechnet man hoch bis Dezember 2025 ist nun ungefähr Halbzeit. „Im Sommer oder Herbst 2025 wollen wir beginnen, die Technik hochzufahren“, erklärt Lichtmeß. Ein Prozess, der auch keine Sache von Stunden ist. „Das muss man langsam machen, und am Anfang wird sicher irgendwas nicht funktionieren.“ Der Werkedirektor rechnet mit rund acht Wochen, bis dann die ersten Gäste wieder zum Baden kommen können. „Wir müssen ja auch unsere Mitarbeiter sehr gut in die neuen Anlagen einweisen.“

Haben bei der Besichtigung gute Laune: Abteilungsleiterin Barbara Oberfranc (l.) und Technische Leiterin Dr. Sabine Wagner.
Kein Grund, um Trübsal zu blasen: Abteilungsleiterin Barbara Oberfranc (l.) und Technische Leiterin Dr. Sabine Wagner sind bester Laune bei der Besichtigung. © SEHR

Viel passieren darf nicht mehr, wenn es mit dem Weihnachtsgeschenk 2025 klappen soll. Daraus macht Lichtmeß keinen Hehl. „Ein bisschen Ärger gibt’s mit der einen oder anderen Firma“, verrät er. Das meiste laufe unter der Rubrik „Nachverhandlungen“. Doch genau deshalb stehen die Beteiligten sehr eng im Austausch. Täglich sei ein Bauleiter des Fachplaners vor Ort, zudem gibt es direkten Austausch mit Abteilungsleiterin Barbara Oberfranc und einem Bautechniker der Gemeindewerke. Wagner bleibt zuversichtlich: „Das läuft gut.“

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