„Ein Segen für die Menschen, die dort durchschnaufen können“: Ehrenamtspreis für Projekt in der Langau

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Steingaden

Kommentare

Für die Erholungswochen nahmen Katharina Rüther (2.v.l.) sowie einige Ehrenamtliche der Langau den Preis von Sozialministerin Ulrike Scharf (l.) stellvertretend entgegen. © Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Elf Projekte sind von Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt ausgezeichnet worden. Darunter auch die Bildungs- und Erholungsstätte Langau.

Steingaden - „Demenz ist ein Thema, das unsere Gesellschaft noch mehr herausfordern wird“, sagte Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) bei der Verleihung des Bayerischen Innovationspreises Ehrenamt. Und deshalb sei es „gut, dass es Menschen gibt, die dieses Thema ins allgemeine Bewusstsein rücken und unter Beweis stellen, wie echte Hilfe und gelebte Nächstenliebe aussehen können“. Mit dem Lob bezog sie sich auf die Arbeit, die Ehrenamtliche gemeinsam mit der hauptamtlich-angestellten Katharina Rüther in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau bei Steingaden leisten.

Die Erholungswochen für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz wurden in der Kategorie „Innovative Projekte“ ausgezeichnet. Die Freude darüber ist freilich groß, wie Rüther im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt. Insgesamt sechs Preisträger gab es hier, fünf weitere in der Kategorie „Ideen“. Eingegangen waren laut Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales über 430 Bewerbungen.

Mehrere Ehrenamtliche machten sich zusammen mit Andreas Lay, Vertreter des Aufsichtsrats, und Rüther auf nach München, um den Preis entgegenzunehmen. Ein besonderes Ereignis, wie Rüther bestätigt. Im Vorfeld hatte man einen kurzen Film in der Langau gedreht, der dann bei der Verleihung gezeigt wurde.

Zur Auszeichnung gehört auch ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro. Das kann man gut gebrauchen und soll für bessere Ausstattung und damit vor allem den betreuten Gruppen zugutekommen. Doch auch für die Ehrenamtlichen, die allesamt eine tolle Arbeit leisten, wie Rüther betont, will man sich etwas überlegen. Eine Fortbildung beispielsweise, verbunden mit einer Feier.

Lob für gemeinsames Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen

„Das gemeinsame Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Langau ist ein Segen für die Menschen, die dort durchschnaufen können und eine wertvolle Abwechslung zum anstrengenden und belastenden Alltag finden“, so die Sozialministerin. Dreimal wurden heuer Erholungswochen angeboten. Im kommenden Jahr soll es sogar vier geben. Das Angebot für Menschen mit Demenz und deren pflegenden Angehörigen – meist sind es die Ehepartner – kommt gut an. Viele Paare würden sich bei der Abreise gleich wieder auf die Warteliste setzen lassen, erzählt Rüther. Der Bedarf sei enorm. Eine nochmalige Erweiterung des Angebots stoße aufgrund des großen Aufwandes und der nötigen Helfer aber an Grenzen.

Die Erholungswochen gibt es seit dem Jahr 2018. Zehn Paare werden jeweils aufgenommen. Die Menschen mit Demenz werden gemeinsam in der Gruppe von Ehrenamtlichen versorgt. Es wird etwa gesungen, gespielt oder geredet. Man habe viel Spaß gemeinsam, erzählt Rüther.

In dieser Zeit können sich die pflegenden Angehörigen ganz auf sich konzentrieren und sich entspannen. Sei es beim Lesen eines Buchs, in der Natur oder bei Angeboten mit den anderen pflegenden Angehörigen. Zum Beispiel hatte man schon Yoga, Klangreisen oder Ausflüge zur Wieskirche angeboten, schildert Rüther. Natürlich sollen die Paare aber auch unbeschwerte(re) Zeiten gemeinsam verbringen. So habe man schon musikalische Abende oder einen Fotografen für schöne Paarbilder organisiert.

15 Ehrenamtliche helfen bei „Erholungswochen“ mit

Möglich sei all‘ das nur, weil sich zahlreiche Menschen ehrenamtlich engagieren. Circa 15 Engagierte habe man derzeit, die alle eine Demenzhelfer-Ausbildung haben. Für die durchaus schwierige Arbeit seien Vorkenntnisse gut, so Rüther. Weitere Helfer sind immer gesucht. Auch für andere Angebote in der Langau. Wer Interesse hat, könne sich gerne melden.

„Ehrenamt schafft Zusammenhalt und gestaltet Zukunft“, betonte Scharf bei der Verleihung des Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt. „Ich bin beeindruckt von der Vielzahl und der Vielfältigkeit der Bewerbungen und voller Respekt für die vielen Menschen, die sich in Bayern für andere einsetzen und damit das Miteinander stärken. Was Menschen bewirken, ist großartig und nicht selbstverständlich.“ Ihnen gebühre höchste Anerkennung für ihren Einsatz.

Auch interessant

Kommentare