Die Gemeinde Grasbrunn hat Geld und das will investiert werden. So entstehen mehr kommunale Wohnungen und die erste Geothermie-Zahlung ist fällig.
Grasbrunn – „Mit vollen Hosen lässt es sich gut stinken“, sagt der Volksmund. In Grasbrunn sind die finanziellen Hosen voll: schuldenfrei, 20 Millionen Euro Rücklagen, hohe Gewerbesteuer-Einnahmen. Dementsprechend hat die Gemeinde für 2024 viel vor: Geothermie, Grundstücke für kommunalen Wohnungsbau, Radwege, LED-Straßenbeleuchtung und die nächste Straßensanierung.
Die größten Projekte 2023 waren die Bezahlung der Restkosten für die neue Turnhalle, die mit fast zehn Millionen Euro die größte Investition der Gemeindegeschichte war. Für knapp sechs Millionen Euro wurden 18 barrierefreie und kostengünstige Wohnungen für Gemeindemitarbeiter in Harthausen fertiggestellt, die Sanierung der Zornedinger Straße kostete 1,1 Millionen Euro.
Wärme aus der Tiefe
2024 ist die erste Zahlung von rund 7,2 Millionen Euro für die Geothermie fällig, dazu hat die Gemeinde mit Vaterstetten, Haar und Zorneding die Fördergesellschaft „GeoEnergieMünchenOst“ (GEMO) gegründet und hält daran 25 Prozent. Man rechnet alleine für die Bohrung mit Kosten von 50 Millionen Euro, daneben muss das örtliche Fernwärmenetz, das das heiße Wasser zu den Verbrauchern bringt, aufgebaut werden. Bohrbeginn soll Anfang 2025 sein, das Wasser soll ab Ende 2025 fließen, in jenem Jahr rechnet Grasbrunn mit weiteren 6,5 Millionen Euro.
Für bezahlbaren Wohnraum, dessen große Bedeutung die Gemeinde an den vielen Bewerbungen für die 18 Wohnungen in Harthausen gesehen hat, erwarb man in Grasbrunn ein Grundstück für 3,2 Millionen Euro; hier sollen rasch Wohnungen entstehen. Im Ortszentrum Grasbrunns sollen weitere 80 Wohnungen rund um den Grasbrunner Hof, gebaut werden, der abgerissen und wieder als neue Gaststätte errichtet wird. Das Projekt zieht sich schon recht lange hin, im Frühjahr 2024 soll es endlich an den Start gehen. Auch hier wird die Gemeinde auf einige kostengünstige Wohnungen zugreifen können.
LED-Umstellung
Schon für 2022 und 2023 war die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED geplant, sie soll jetzt 2024 endlich fertiggestellt werden und so 70 Prozent der Strommenge einsparen. Erneut stellt die Gemeinde rund 700 000 Euro zur Verfügung, rechnet aber damit, dass Bund und Freistaat ein Drittel davon bezahlen. Ebenfalls schon zum zweiten Mal plant man 900 000 Euro für den schnellen Radweg von München nach Ebersberg sowie für andere Radwege ein. Doch nachdem alles berechnet und geplant war, sogar schon Aufträge vergeben waren, gab es eine Vollbremsung durch die Bahn im Sommer 2023. Bis heute weiß niemand, ob sie ihre Grundstücke entlang der Bahnlinie überhaupt zur Verfügung stellt.
Sicher sind hingegen die Sanierung des Haarer Weges, die energetische Sanierung des Feuerwehrhauses in Grasbrunn und die Installation von weiteren PV-Anlagen auf mehreren kommunalen Gebäuden. Der Landkreis will den Radweg zwischen Möschenfeld und Harthausen bauen und der Tennisclub TCN seine neue Halle. Ungewiss ist hingegen der weitere Glasfaser-Ausbau, der eigentlich schon 2023 beginnen sollte. Mittlerweile ist das für die Telekom nicht mehr wirtschaftlich genug.
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Im neuen Gewerbegebiet Keferloh wurden kürzlich die weiteren Pläne für das noch freie Grundstück „Am Lohfeld“ vorgestellt. Und dann ist Ende April 2024 in Grasbrunn auch noch feiern angesagt: 50 Jahre Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Le Rheu.
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