Immer mehr Schuldner im Landkreis

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Es muss in vielen Dachauer Haushalten gerechnet werden. © Wolfilser/Imago

Daten von Creditreform: Über fünf Prozent der Dachauer sind überschuldet.

Dachau - Im Landkreis Dachau hat die Überschuldung im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Waren im vergangenen Jahr 4,88 Prozent aller erwachsenen Einwohner überschuldet, sind es dieses Jahr bereits 5,19 Prozent. Dennoch steht der Landkreis Dachau mit dieser Quote deutlich besser da als der Bundesdurchschnitt. So zeigen aktuelle Daten der Auskunftei Creditreform, dass die Überschuldungsquote deutschlandweit bei 8,09 Prozent liegt. Während die Überschuldung im Dachauer Landkreis zunahm, ging sie bundesweit zurück.

Die Überschuldungsquote misst den Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen in einer Region. Deutschlandweit sank sie geringfügig um 0,06 Punkte auf 8,09 Prozent.

Dachau liegt mit einer Überschuldungsquote von 5,19 Prozent auf Platz 43 aller 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Besser als Dachau schneiden die Nachbarlandkreise Aichach-Friedberg (4,19 Prozent) und München (5,06 Prozent) ab. Schlechtere Überschuldungswerte haben Fürstenfeldbruck (5,32), Freising (5,51 Prozent) und die Landeshauptstadt München (7,58 Prozent). In all diesen Regionen gab es ebenfalls leichte Anstiege der Verschuldungsquote im Vergleich zum Vorjahr.

Die Regionen um München haben sich damit gegen den Bundestrend entwickelt. Creditreform führt die Bundesentwicklung darauf zurück, dass die Verbraucher aufrund der aktuellen Krisen „Angst vor der Zukunft haben und ihr Geld deshalb zusammenhalten“, so Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirschaftsforschung. Dazu hätte die Politik der Ampel-Regierung ebenso beigetragen wie schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft, der Ukraine-Konflikt und die Wahlen in den USA. So sei 2024 der Konsum in Deutschland deutlich zurückgegangen, so Hantzsch. Ähnlich wie den Verbrauchern ergehe es derzeit den Unternehmen, die aus Unsicherheit ebenfalls kaum noch investieren würden.

Viele junge Menschen geraten in Schuldenspirale

Innerhalb der Gruppe der Überschuldeten gebe es aufschlussreiche Trends. „Bei stabil bleibender Überschuldungslage insgesamt sind erneut vor allem Geringverdiener in die Überschuldungs㈠spirale geraten“, so Michael Goy-Yun, Geschäftsführer von Creditreform Boniversum und microm. Dieser Gruppe machten vor allem die in Deutschland besonders hohen Energie- und Lebensmittelpreise zu schaffen, da sie einen größeren Anteil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse ausgeben müssen.

Außerdem sieht Creditreform einen weiteren Anstieg der Verschuldung bei jungen und konsumorientierten Menschen. Diese Entwicklung korrespondiere mit der zunehmenden Nachfrage nach Ratenkrediten und sogenannten „Kaufe jetzt, zahle später“-Angeboten.

„Insgesamt sind es vor allem die Männer, die sich weitaus häufiger überschulden als Frauen – und das altersunabhängig. Doch vor allem sind es alleinerziehende Frauen, die immer noch überdurchschnittlich häufig von Überschuldung betroffen sind und damit weiterhin wirtschaftlich Herausgeforderte die hauptsächlich Leidtragenden“, erklärt Goy-Yun.

Bei der Betrachtung des Alters würden vor allem die Ränder gestärkt: Nur die jüngste (unter 30 Jahre) und die älteste Altersgruppe (ab 70 Jahre) zeigten einen Anstieg der Überschuldungsquote. Insgesamt verschulde sich vor allem die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Große Anschaffungen, Familienplanung und beispielsweise der erste Hauskauf sorgten hier für große finanzielle Belastungen.

Bernhard Hirsch

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