Die Freiwillige Feuerwehr Dachau musste im vergangenen Jahr 966 Mal ausrücken – so oft wie noch nie. Die Einsätze deckten ein breites Spektrum ab: Feuer, Unfälle, Hochwasser und Volksfestumzug.
Dachau – Kommandant Thomas Hüller hatte auf der Hauptversammlung im Sommer 2024 berichtet, „dass 2023 mit insgesamt 695 Einsätzen das einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Dachauer Wehr war, diese Zahl 2024 voraussichtlich aufgrund der allein etwa 400 Einsätze rund um das Pfingsthochwasser Anfang Juni aber nochmals getoppt wird. Wenn es nach der Statistik geht, könnten es 1000 werden.“ Hüller sollte nicht ganz Recht behalten, am 31. Dezember 2024 belief sich die Zahl der Einsätze auf 966. Dennoch bedeutet diese Zahl einen einsamen Rekord.
Durchschnittlich 44 Mal im Monat mussten die Dachauer Brandschützer ausrücken. Unglaubliche 481 Mal beim Hochwasser Anfang Juni. „Alleine von Freitagfrüh bis Sonntagabend waren wir 40 Stunden im Dauereinsatz“, so FFW-Pressesprecher Wolfgang Reichelt. Hinzu kamen 737 technische Hilfeleistungen, 187 Brände, 19 ABC-Gefahrgut-Einsätze (meist beim Auslaufen von Öl und Benzin aus Fahrzeugen) sowie 20 Sicherheitswachen. Zwei Absicherungen von Umzügen (Volksfest) und das Legen einer Ölsperre am Ascherbach fallen unter den Punkt „sonstige Tätigkeiten“. 83 Wohnungen musste die Wehr 2024 öffnen. Bei 40 Verkehrsunfällen standen sie parat. Einige Male war die FFW als First Responder gefragt. „Wir werden immer dann alarmiert, wenn gerade die ,normalen‘ First Responder alle im Einsatz oder nicht verfügbar waren“, so Reichelt.
Die „kniffligsten Einsätze“ 2024, so Reichelt, gab es bei zwei Bränden. Einmal im Juli bei der Firma ASD Altpapier. Das Problem: Vor den Brandschützern stand ein riesiger Müllberg in Flammen. Die Rauchwolke war immens. Immer wieder mussten die Kräfte alles auseinanderziehen, um Glutnester zu entdecken und abzulöschen. Fünfeinhalb Stunden dauerte das.
Ende Oktober dauerte es ebenso lang, bis das Feuer in einer Firma am Kräutergarten aus war. „Der große Industriekomplex ist sehr verwinkelt, der Zuweg war schwierig“, so Reichelt. Kunststoff brannte, die Aktiven kamen nicht gut an den Brandherd ran. Erst als das Dach „durchgebrannt“ war, so der Sprecher, konnte von oben alles gelöscht werden.
Reichelt nennt noch ein Beispiel, was manchen Einsatz heikel macht: „Oft gibt es ein anderes Schadensbild als gemeldet. Etwa, wenn wir bei einem Unfall nicht gewusst haben, dass eine Person eingeklemmt ist. Das verursacht Stress und erfordert ein Umdenken.“
Eines ist dem Sprecher noch wichtig: „Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Pellheim und dem THW Dachau klappt einwandfrei! Wir sind sehr gut eingespielt.“
Nachwuchs der Feuerwehr Dachau ist gerüstet
Kurz vor Weihnachten haben 13 Nachwuchskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dachau ihre Modulare Truppausbildung (MTA), die Grundausbildung für den Einsatzdienst, erfolgreich abgeschlossen und ihr Können in der Prüfung unter Beweis gestellt. Neben einem schriftlichen Test bewiesen die jungen Damen und Herren ihr erlerntes Wissen bei verschiedenen praktischen Übungen. Kommandant Thomas Hüller und weitere Führungskräfte beglückwünschten die Nachwuchskräfte zur bestandenen Ausbildung und freuen sich sehr über ihr künftiges Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr Dachau.