Die Verhandlungen in Abu Dhabi sind beendet. Ein Kremlsprecher sagt, weitere Gespräche zwischen Russland und der Ukraine würden „bald“ stattfinden.
Moskau – Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow hat angekündigt, die nächsten Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine könnten „bald“ stattfinden. Am Donnerstag (5. Februar) endeten die jüngsten Gespräche in Abu Dhabi. Bisher sind keine substantiellen Ergebnisse bekannt, die Parteien konnten jedoch einen Gefangenenaustausch vereinbaren. Am Donnerstag wurden Hunderte Ukrainer freigelassen. Viele von ihnen waren seit 2022 in russischer Gefangenschaft.
Der Kremlsprecher Peskow wurde laut dem russischen Staatsmedium RIA Novosti gefragt, wann die Verhandlungen weitergehen würden. Er sagte: „Es gibt noch kein genaues Datum. Aber es wird bald sein.“ Peskow bestätigte damit laut der Kyiv Post am Freitag (6. Februar) die Zusicherungen des ukrainischen Verhandlungsführers Rustem Umerow. Dieser hatte am Donnerstag erklärt, die Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine würden „in den nächsten Wochen“ fortgeführt.
Neue Verhandlungen zwischen USA, Russland und Ukraine wohl kommende Woche in Miami
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Samstag (7. Februar) bekannt, dass Washington „erstmals vorgeschlagen“ habe, dass sich die ukrainischen und russischen Unterhändler in den USA treffen. Das Treffen solle voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami stattfinden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Peskow hatte am Freitag noch nichts in dieser Richtung erwähnt. Laut Selenskyj wollen die USA ein Ende des Kriegs in der Ukraine „bis zum Beginn des Sommers, bis Juni“.
Die Gespräche in Abu Dhabi waren die ersten seit langem, bei denen russische und ukrainische Vertreter direkt auf einer hohen Ebene miteinander sprachen. Die ukrainische und die US-amerikanische Seite lobten die Gespräche bisher als „konstruktiv“ und „produktiv“. Selenskyj stellte am Samstag allerdings klar, dass die Ukraine keine ausschließlich zwischen Russland und den USA ausgehandelten Vereinbarungen akzeptieren werde. Eine Vereinbarung, die „über uns, ohne uns“ getroffen werde, sei nicht annehmbar. Der Kreml gibt sich bei der Bewertung der Verhandlungen etwas zurückhaltender. Peskow bezeichnete die Gespräche zwar auch als „konstruktiv“, aber auch als „sehr schwer“.
Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs drehen sich um Donbass
Zentrales Thema der Verhandlungen bleibt dabei die Zukunft des Donbass. Das Donbass-Becken ist das Zentrum der ukrainischen Industrie und beherbergt gleichzeitig ein Vorkommen sogenannter „seltener Erden“. Diese Erden werden zum Beispiel für die Herstellung von Computerchips und Handys benötigt und spielen daher für die Wirtschaft der Zukunft eine große Rolle. Bei den Diskussionen um die Donbass-Region geht es vor allem um die Region Donezk. Russland erhebt Anspruch auf das gesamte Territorium, auch auf die Gebiete, die es nicht erobert hat.
Am Donnerstag berichteten russische Staatsmedien laut der Kyiv Post, dass Russland „die Anerkennung [der östlichen Donbass-Regionen der Ukraine] durch alle Länder” als Teil eines Friedensabkommens sehe. Die Ukraine weigert sich, auch die nicht besetzten Gebiete an Wladimir Putin abzutreten. Neben Donezk betrifft das auch die Region Luhansk. Zusätzlich beansprucht Russland auch die Krim und die Regionen Saporischschja und Cherson für sich. Hier soll die Frontlinie eingefroren werden. (Quellen: Kyiv Post, Stern, RIA Novosti, AFP) (cdz)