Auf dem Heimweg von der CSU-Klausur im Kloster Seeon stattete Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dem Türkenfelder Gasthaus Hartl einen Besuch ab. Gemeinsam am Herd ging es um regionale Kreisläufe und Probleme in der Gastronomie.
Türkenfeld – Im Sinne einer Politik „nah am Menschen“ mache er viele Betriebsbesuche im ganzen Land, sagte CSU-Politiker Alois Rainer. „Ich spüre, dass die Leute das wollen.“ In diesem Fall hatte ihn Bürgermeister Emanuel Staffler eingeladen, um, wie er sagte, „den Türkenfelder Vorzeigebetrieb“ zu präsentieren. Aber auch, um Themen wie regionale Lebensmittelerzeugung, Vermarktung vor Ort und die Anliegen der Gastronomie auf den Tisch zu bringen.
Der Metzger ist für den Zander zuständig
Zunächst aber ging es gemeinsam mit Landrat Thomas Karmasin und der CSU-Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler in die generalsanierte Küche, wo die Besucher nach Anweisungen von Josef Hartl mit Hand anlegen durften.
Der Wirt hatte Probierportionen seines beliebten Braumeister-Schnitzels vorbereitet und ließ den Minister frischen Zander („vor zwei Tagen ist der noch im Ammersee geschwommen“) in der Pfanne schwenken. Anschließend wurden die Köstlichkeiten verzehrt.
Rainer zeigte sich beeindruckt – von Hartls Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern, seinem komplett papierlosen Betrieb, in dem selbst die Bestellungen digital an die Küche übermittelt werden, und den vielen Angeboten neben dem florierenden Wirtshausgeschäft. So soll in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe das Angebot für Senioren erweitert werden. Zusätzlich zum etablierten Essenslieferservice ist die Einführung eines Seniorenmittagstisches an ein bis zwei Tagen im Monat im Gespräch – auch, um Vereinsamung vorzubeugen, wie Staffler sagte.
„Das hier ist echt etwas Besonderes“, lobte Rainer, der früher selbst nicht nur Metzger, sondern auch Gastronom und Festwirt war. Gerade aus der Metzgerei kenne er „riesige Personalprobleme“. Die hat Josef Hartl nach eigener Aussage nicht, weil er seine Servicekräfte „sehr gut“ zahle. Er lege Wert auf null Fluktuation, damit die Stammgäste stets die vertrauten Gesichter vor sich haben.
Senkung der Mehrwertsteuer
Die Probleme sind andere. Zu viel Bürokratie, zu hohe Lohnnebenkosten, zu hohe Energiekosten. Diese wirken sich auch auf seine Einkaufspreise aus, wie Hartl erklärte. Denn jeder Lieferant berechne zusätzlich zum Preis seiner Produkte eine Energiepauschale. Die Mehrwertsteuersenkung („ein Segen“) könne er daher nur marginal an die Gäste weitergeben.
Darum wird auf Büffets verzichtet
Alois Rainer berichtete von einer Initiative gegen Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten. Der Startschuss soll auf der bevorstehenden Grünen Woche in Berlin fallen. Für die geplanten Social-Media-Beiträge mit Profi-Köchen wäre Josef Hartl eine gute Besetzung, denn Lebensmittelverschwendung ist auch ihm ein Graus. „Deshalb gibt es bei mir keine Büffets.“
Der Bundeslandwirtschaftsminister nahm neben vielen positiven Eindrücken vor allem das Rezept für das Braumeister-Schnitzel mit Panade aus Breznbröseln, Meerrettich, Sahne und Bier mit auf die Heimreise nach Niederbayern – wo ihn eine nachträgliche Feier zu seinem 61. Geburtstag erwartete.