Die Schöngeisinger Grünen scheitern an der Aufstellung einer Kandidatenliste

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Die Grünen sind im Gemeinderat von Schöngeising derzeit zu dritt vertreten. © picture alliance / dpa

Die Grünen in Schöngeising, im Jahr 2020 erstmals und mit Erfolg zur Gemeinderatswahl angetreten, schaffen es nicht, für die Wahl am 8. März 2026 eine Liste aufzustellen.

Schöngeising – Bei der Kommunalwahl 2020 traten die Grünen in Schöngeising erstmals an und eroberten aus dem Stand drei der zwölf Gemeinderatsmandate. Sechs Jahre später ist von der einstigen Aufbruchstimmung nichts mehr übrig. Für die Wahlen im März fanden sich so wenige Interessierte, dass keine Liste zustande gekommen ist.

„Es ist extrem schade“, sagt Barbara Lackermeier. Sie ist eines der Grünen-Gemeinderatsmitglieder und will aus beruflichen, privaten und gesundheitlichen Gründen nicht erneut antreten. Ihre Fraktionskollegen Gerhard Jilka und Christian Dawid hingegen hätten gerne weitergemacht, berichtet die 54-Jährige. Doch ansonsten hätten sich trotz intensiver Suche keine Bewerber gefunden, nicht mal für eine Liste mit nur sechs Kandidaten.

Schwieriger Start im Jahr 2020

Woran liegt das? Lackermeier macht verschiedene Gründe aus. Von den Bewerbern und Unterstützern bei der letzten Wahl seien schon in der Corona-Zeit viele weggebrochen. „Die Leute waren mehr mit eigenen Themen beschäftigt.“

Pionierarbeit umsonst?

Außerdem sei der schwierige Start ihrer Fraktion für manchen wohl ein abschreckendes Beispiel gewesen. Sowohl im Gremium als auch im Ort war nicht jeder glücklich über die neue politische Farbe und ließ deren Vertreter das auch spüren. „Die Anfangszeit war anstrengend und schwer auszuhalten“, erinnert sich Lackermeier. Nach den ersten ein, zwei Jahren habe sich das Klima jedoch verbessert. Deswegen sei es umso bedauerlicher, dass es nun, da „die ganze Pionierarbeit“ geleistet worden sei, nicht weitergehe. Aber man könne niemandem einen Vorwurf machen, der neben Beruf, Familie und womöglich noch der Pflege von Angehörigen keine Kapazitäten mehr für ein kommunalpolitisches Ehrenamt habe.

„Bei mir geht es ja auch nicht mehr“, sagt die Kulturmanagerin. Sie hatte vergangenes Jahr mit einer langwierigen Erkrankung zu kämpfen. Außerdem habe sie als Sachgebietsleiterin im Kulturamt der Stadt Unterschleißheim lange Arbeitstage – mit Sitzungsterminen, die sich zuweilen mit dem Gemeinderat überschneiden. Dass sie auf zwei unzuverlässige S-Bahn-Linien angewiesen ist, erleichtert die Pendelei nicht.

Auf die zu Ende gehende Sitzungsperiode blickt die Schöngeisingerin trotz allem positiv zurück. Die Grünen hatten ein Blühflächenprojekt angestoßen, die Online-Veröffentlichung von Inhalten der Gemeinderatssitzungen durchgesetzt und die Einrichtung eines Jugendbeirats gefordert.

Wichtige Impulse gegeben

Damit habe ihre Fraktion „wichtige Impulse für eine nachhaltige, offene und zukunftsorientierte Entwicklung Schöngeisings“ gesetzt, so Lackermeier. Zuletzt sei es allerdings immer schwieriger geworden, Initiativen anzuschieben, weil die Zuarbeit aus dem Hintergrund gefehlt habe.