Nach fast dreijähriger Sanierung: Kardinal Marx weiht Altar von Sankt Emmeram

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Architektur, Innenausstattung und Stuck von St. Emmeram gestaltete der Münchner Hofbaumeister Constantin Pader. © wjr

Nach einer fast dreijährigen Sanierung weiht Kardinal Marx am Sonntag den Altar von Sankt Emmeram in Kleinhelfendorf bei einem Gottesdienst.

Kleinhelfendorf - Fast drei Jahre war die Kleinhelfendorfer Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Emmeram geschlossen. Am Sonntag, 7. September, wird darin nach einer aufwändigen Renovierung zum ersten Mal wieder Gottesdienst gefeiert. Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, wird dabei eine Altarweihe vornehmen.

Wichtige Kirche aus dem 17. Jahrhundert

Bei einer Vorbesichtigung zeigen sich die Verantwortlichen der Pfarrei mehr als erleichtert. Pünktlich zum Besuch des Erzbischofs sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen, das Finanzbudget scheint eingehalten zu werden und – was viel wichtiger ist – endlich zeigt sich das Gotteshaus wieder in prächtigen Farben.

„14 Jahre habe ich als Kirchenpfleger dafür gekämpft, dass unsere Kirche endlich renoviert werden kann“, sagt Peter Friedrich. Immer wieder gab es Anläufe, damit das Erzbistum sein Einverständnis gab. 2020 gab es dann die notwendige Zustimmung aus dem Ordinariat. „Bei der Kirche handelt es sich um eine der wichtigsten aus dem 17. Jahrhundert im Erzbistum; Architektur, Innenausstattung und Stuck stammen aus einer Hand und wurden von dem Münchner Hofbaumeister Constantin Pader gestaltet“, hieß es damals.

Der neue Altar aus Kelheimer Marmor wiegt 1,8 Tonnen.
Der neue Altar aus Kelheimer Kalkstein wiegt 1,8 Tonnen. © wjr

Nur durch diesen Beschluss war klar: Das Erzbistum zahlt 90 Prozent der Kosten. Ein Zehntel der Kosten muss die Pfarrei Helfendorf aufbringen. Derzeit liegen die Gesamtkosten bei 3,7 Millionen Euro. Laut Friedrich dürften es am Schluss so um die 4,2 Millionen Euro sein. Ein Batzen Geld. Doch wer das ehrwürdige Gotteshaus vor der Renovierung kannte und nunmehr den sakralen Raum betritt, kann vermutlich zur Feststellung kommen: Das Geld ist gut angelegt.

Neuer Ort für Taufstein

1907 war die letzte große Generalsanierung. Davon war bis vor Kurzem nichts mehr zu sehen. Altbürgermeister Hans Eichler, der für die Kirchenverwaltung der Bauverantwortliche ist, merkt an, dass nun der Zustand von 1907 größtenteils wieder erreicht worden ist: „Alles wurde vom Staub gereinigt, der Stuck wurde, wo notwendig, gefestigt. Auch die Altäre, Kanzel, Statuen, der Kreuzweg und Emmeramszyklus wurden überarbeitet.“

Um 9.30 Uhr beginnt am Sonntag der Gottesdienst mit Kardinal Marx in Kleinhelfendorf.
Um 9.30 Uhr beginnt am Sonntag der Gottesdienst mit Kardinal Marx in Kleinhelfendorf. © wjr

Natürlich gab es auch gestalterische Veränderungen. Am auffälligsten ist die liturgische Neuausstattung, bestehend aus Altar, Ambo und Sedilien. Der Münchner Künstler Werner Mally setzte dafür bewusst auf gerundete Formen in Bezugnahme auf die für frühbarocke Kirchen charakteristischen doppelt gerundeten Fenster. Der aus sogenanntem Kelheimer Kalkstein gearbeitete, 1,8 Tonnen schwere Altar entspricht im Grundriss einem solchen Fenster, als würde man zwei Kreise miteinander zu einem Oval verbinden. Die Tischplatte des Altars ist etwas größer als die Bodenfläche. Das prägnanteste Motiv aber sind die in Front und Rückseite eingearbeiteten Vertiefungen, die den Unterbau des Altars in der Mitte bis zu einer dünnen Membran reduzieren. Für die Reste eines gotischen Seitenaltars, der als Sockel für eine Pietà dient, schuf Mally eine transparente Verkleidung, ein Metallgespinst, das das Motiv der Leiter und damit das Tribut des Heiligen Emmeram aufgreift. Für manche wird das gewöhnungsbedürftig sein. Doch Eichler weist auf die Vergangenheit hin: „Es gab immer Veränderungen in der Kirche.“ Und auch Gesprächsbedarf.

Wenn es nach dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ginge, wäre der historische Taufstein nicht aus dem Chorraum verschwunden. Doch für Pfarrer Manuel Kleinhans war klar, eine Tauffeier braucht einen passenden Raum und so konnte die Behörde letztlich den Schritt mitgehen, dass der Taufstein neu gesetzt werden konnte.

Alles wurde vom Staub gereinigt, der Stuck wurde, wo notwendig, gefestigt. Auch die Altäre, Kanzel, Statuen, der Kreuzweg und Emmeramszyklus wurden überarbeitet.

Technisch ist die Dorfkirche auch auf dem neuesten Stand: ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem, eine Alarmsicherung, eine Heizung- und Lüftungsanlage und ein Schließsystem.

Pfarrer Manuel Kleinhans ist stolz auf die Ehrenamtlichen in seiner Pfarrei: „Ohne die Energie vor Ort wäre das nicht möglich gewesen.“ Die meisten, die hier federführend mitgewirkt haben, haben sehr viel Herzblut in die Arbeiten gesteckt, so Kirchenverwaltungsmitglied Hermann Huber. Weit mehr als 2200 Stunden seien ehrenamtlich geleistet worden. Und viele Spenden, darunter eine Großspende, hätten es ermöglicht, dass die Pfarrei ihren Teil zur Maßnahme beitragen konnte. Fast die Hälfte des Eigenanteils sei durch Spenden realisiert worden, so Hans Eichler. Der Rest des Geldes stammt aus Rück㈠lagen. Nicht nur für Kirchenpfleger Peter Friedrich ist eins klar: „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.“

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