Der Garchinger Familienbetrieb „Neuwirt“ erzielt 40 von 40 Punkten in der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“.
Garching - Als es darauf ankommt, schlottern dem Daniel doch ein wenig die Knie. Die Konkurrenz überschlägt sich vor Begeisterung. Nur der Mario vom Braunauer Hof – da stimmt doch irgendwas nicht. Er müsse „ernsthaft“ mit ihm reden, hatte ihm der Münchner Wirt zugeraunt, sich eine unerträglich lange Pause genommen, um „Omas Rinderroulade“ endlich zu bewerten: „Einfach der Hammer“, schwärmte Mario Klaric, und ein Tropfen von dem Saft des zarten Fleisches glitzerte in seinem Mundwinkel.
Gewinnend vor der Kamera
Der rundum gelungene Auftritt von Gastwirt Daniel Rieger (48) und seinem Team hat dem „Neuwirt“ in Garching mehr als eine Vorentscheidung im Biergarten-Special von „Mein Lokal, Dein Lokal“ beschert. 40 Punkte! Mehr geht nicht!
Moderiert von Sternekoch Ali Güngörmüs, dem ersten deutsch-türkischen Koch mit Michelin-Stern, vergaben die Konkurrenten aus München und Umgebung für den Gasthof „Neuwirt“ durch die Bank Bestnoten. Niemand konnte sich erinnern, ob es jemals 40 Punkte gab bei der seit 2013 im TV laufenden Doku-Soap. Suleiman Hotaki, der Wirt vom zweitplatzierten Biergarten „Schlossallee“ aus Haag im Landkreis Freising, brachte es tags darauf auf 35 Punkte.
Im unlängst beendeten Special von „Mein Lokal, Dein Lokal“ war das TV-Publikum nacheinander in den Lokalitäten der fünf teilnehmenden Wirte zu Gast. Der „Neuwirt“ war in der Wochenmitte dran und Daniel Rieger von Vornherein recht guter Dinge. „Der Siegeszug hält seit 120 Jahren an“, strahlte der Wirt zu Beginn der 40-minütigen Sendung gelassen in die Kamera: „Das wird heute nicht zu Ende gehen!“
Ganze Familie wirkt mit
Seit vier Generationen ist der „Neuwirt“ in Familienhand. Mutter Monika wirkt bis heute mit. Auf Tradition zu setzen, bot sich da geradezu an. Riegers Charme und sein Lächeln, das für die Kamera wie gemacht scheint, garantieren Sympathiewerte. Er setzt auf bayerisch-österreichische Küche mit mediterranem Einschlag, serviert unter knorrigen Kastanie Klassiker, aber auch Überraschungen wie bayerische Garnelen. Liebevolle Details wie die Speisekarte im Lederhosen-Look runden das Konzept ab.
Für die Gäste standen allerlei Vorspeisen, Hauptgerichte und Nachspeisen zur Auswahl. Dass hinter der Wirtschaft die ganze Familie steht, habe man spüren können, wird Konkurrent Mario Klaric später sagen. Der Wirt vom Braunauer Hof hatte es selbst auf 35 Punkte gebracht: Im Neuwirt habe er sich auf Anhieb „pudelwohl“ gefühlt. Auch Dessert-Liebhaber kamen auf ihre Kosten: „In die Crème Brûlée hätte ich mich reinsetzen können“, schwärmte ein Mitstreiter. Und Markus Hirnschal vom „Schinken-Peter“ aus Gieising hatten es die Bayerischen Garnelen angetan.
Von seinen Gerichten ist auch Rieger überzeugt. Den Sieg tatsächlich davongetragen zu haben, schreibt er aber auch den „fairen Bewertungen“ der Konkurrenz zu. „Dass wir uns nicht falsch verstehen“, meint Rieger: Er habe schon gewusst, dass er gut abschneiden würde. Trotzdem: „Allerhöchsten Respekt!“ Nach seinem Lieblingsgericht gefragt, muss er nicht lange überlegen: „Schnitzel, ein geiles Wiener Schnitzel!“ – egal wie hochgestochen die Küche klinge: „Jeder Sterne-Koch liebt Wiener Schnitzel!“