Robert Kühn (SPD) will Bürgermeister bleiben in Bad Wiessee. Unklar ist, ob er einen Gegenkandidaten bekommen wird. CSU und FWG haben bisher keinen Bewerber fürs Bürgermeisteramt gefunden.
Bad Wiessee – Bei ihrer Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl 2026 im Oktober hatte sich die SPD Bad Wiessee sehr selbstbewusst präsentiert. Nicht ohne Grund: Sie geht mit einer vollen Gemeinderatsliste in die bevorstehenden Wochen des Wahlkampfs, Amtsinhaber Robert Kühn wurde einstimmig wieder zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. „Einfach Robert“ lautet das Motto für die heiße Phase.
Wie einfach es tatsächlich werden wird für den amtierenden Rathauschef, müssen die nächsten Wochen zeigen. Ein Gegenkandidat, der Kühn die Stirn bieten wird, ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keinen Kandidaten präsentieren“, sagt Christian John, der heuer im Frühjahr den CSU-Ortsvorsitz von Florian Sareiter übernommen hat, nachdem sich dieser in die zweite Reihe zurückziehen wollte. Zwar habe die CSU im Sommer einige Gespräche mit sehr guten potenziellen Kandidaten geführt, letztlich hätten aber allesamt aus beruflichen und familiären Gründen abgewunken. „Da hängt sehr viel dran“, weiß John.
Aufgegeben habe der Ortsverband die Suche nach einem geeigneten Kandidaten noch nicht. Klar ist laut John aber auch: „Wir wollen nur jemanden aufstellen, von dem der gesamte Vorstand zu hundert Prozent überzeugt ist.“ Gelinge dies nicht, werde man lieber verzichten.
Zunächst wird die Wiesseer CSU am Donnerstag, 13. November, lediglich die Kandidaten für die Gemeinderatswahl nominieren (19.30 Uhr, Hotel Terrassenhof). John freut sich, dass man hier eine volle Liste präsentieren könne. Ziel sei es, weiterhin stärkste Kraft im Gemeinderat zu bleiben.
Auch von Seiten der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Wiesseer Block scheint Kühn keinen scharfen Gegenwind befürchten zu müssen. „Aus der bestehenden Mannschaft wird es keiner machen“, sagt Birgit Trinkl, Vize-Bürgermeisterin und Zweite Sprecherin des Wiesseer Blocks, zur Frage der Bürgermeisterkandidatur. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich noch jemand von außen auftue, der seinen Hut in den Ring werfen möchte, hält Trinkl für gering. „Es zeichnet sich ab, dass wir keinen Kandidaten aufbieten werden.“
Im Sinne der Demokratie würde es Trinkl zwar begrüßen, wenn der Wähler eine echte Auswahl hätte. Sie könnte aber auch mit einem Alleingang Kühns leben, sagt sie. „In Bad Wiessee hat sich viel getan, wir arbeiten sehr gut zusammen.“ Im Dezember werde der Wiesseer Block seine Liste für die Gemeinderatswahl aufstellen, kündigt Trinkl an. Ihr Ziel sei es, die Zahl der FWGler im Gemeinderat – derzeit nur mit drei Mandatsträgern im Gremium vertreten – wieder deutlich zu erhöhen.
Bleiben noch die Grünen. Gemeinderatsmitglied Johannes von Miller, der bei der Kommunalwahl 2020 – ebenso wie Florian Sareiter – dem Überraschungssieger Robert Kühn unterlegen war, äußert sich auf Nachfrage nicht abschließend dazu, ob er 2026 erneut antreten möchte. „Ich befinde mich noch in der Beobachtungsposition“, sagt Miller, der auch bei der zurückliegenden Kommunalwahl erst spät aus der Deckung gekommen war. Dies würde er diesmal wieder so handhaben, sagt der Wiesseer für den Fall, dass er sich für eine Kandidatur entscheide.
Grundsätzlich, so erklärt Miller, sollte es das Ziel jeder politischen Gruppierung sein, einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt aufzustellen. „Der Wähler sollte die Wahl haben“, findet er. „Allerdings muss sich auch jemand finden, der bereit dazu ist“, fügt er hinzu.
gab