Auch junge Menschen erinnerten in Gmund und an der Kreuzstraße bei Gedenkfeiern an die Bedeutung von Versöhnung und Demokratie.
Gmund/Dürnbach – Die alljährliche Feierstunde auf den beiden Kriegsgräberstätten – in Gmund für die Verstorbenen während des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland und am Military Cemetery an der Kreuzstraße für die Kriegsopfer der damaligen Alliierten – ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Element der Erinnerungskultur und ein starkes Zeichen der Versöhnung. 80 Jahre nach Kriegsende rief der Wunsch nach Frieden und Menschlichkeit, nach Freiheit, Würde und Demokratie besonders junge Menschen auf den Plan. Der 15-jährige Leonhard Geisberger aus Reichersbeuern gedachte seiner drei Urgroßväter: „Krieg zerstört nicht nur Orte, sondern auch Familien und wirkt Generationen nach“, erklärte der junge, queere Mensch, der sich gleichzeitig gegen aktuelle Ungerechtigkeiten und Ausgrenzung aussprach.
Erstmals kein Vertreter aus den USA dabei
Von den aktuell „bewegten, unruhigen Zeiten, in denen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit täglich verteidigt werden müssen“, sprach Benedikt Klima vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dass Deutsche, Briten, Franzosen, Kanadier, Schweizer und weitere Vertreter verschiedener Nationen gemeinsam der Kriegstoten gedenken, sei leider nicht mehr selbstverständlich: Erstmals sei wegen der laufenden Haushaltsverhandlungen kein offizieller Vertreter der USA mit dabei.
Dafür zeigten die anderen Nationen auch an der Kriegsgräberstätte an der Kreuzstraße verstärkt Präsenz. Nach der Predigt von Reverend Squadron Leader Joshua Shinhmar (RAF), in der er für Verständigung, Freiheit, Gerechtigkeit und Friede betete, legten die Vertreter aller Nationen zu den Klängen der Tegernseer Blasmusik und eines schottischen Dudelsackspielers zig Kränze nieder. Darunter auch ein Mohnblumen-Kranz von Kindern, die ihrer verstorbenen oder verfolgten Vorfahren gedachten.