So schnell könnte die Ukraine eine Atombombe bauen – Experte skizziert Zeitplan

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Die Ukraine verzichtete einst auf Atomwaffen – später folgte der Angriff von Putin. Ist es denkbar, dass das Land neue Nuklearwaffen baut? Ein US-Experte klärt auf.

Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor einigen Wochen auf einem EU-Gipfel über ukrainische Atomwaffen gesprochen. Das Überleben der Ukraine könne nur durch eine Nato-Mitgliedschaft gesichert werden – oder durch eine atomare Wiederbewaffnung.

Selenskyj erinnerte an das Budapester Memorandum vom 5. Dezember 1994. Damals erklärten Russland, die USA und Großbritannien die staatliche Unabhängigkeit der Ukraine und auf militärische Zwänge gegen das Land zu verzichten. Im Gegenzug gab die Ukraine ihre strategischen Atomwaffen aus Sowjetbeständen an Russland ab und trat noch am gleichen Tag dem Atomwaffensperrvertrag bei.

Selenskyj will keine neue neuen Atomwaffen für die Ukraine

„Wer hat auf Atomwaffen verzichtet? Alle? Nein. Die Ukraine. Wer kämpft heute? Die Ukraine“, sagte Selenskyj auf dem EU-Gipfel und weiter: „Entweder wird die Ukraine Atomwaffen haben und das wird unser Schutz sein, oder wir sollten eine Art Bündnis haben. Abgesehen von der Nato kennen wir heute keine wirksamen Bündnisse.“ Erst vor kurzem hatte die Nato bekräftigt, die Ukraine in naher Zukunft nicht aufzunehmen.

Moskau: Werden vereinbarte Atomwaffen-Obergrenze weiter achten
Russland verfügt gemeinsam mit den USA über die meisten Atomraketen überhaupt. (Archivbild) © -/YNA/dpa

Später stellte Selenskyj auf einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte klar: Er wolle sein Land nicht mit Atomwaffen bewaffnen. „Wir haben nie gesagt, dass wir uns auf die Herstellung von Atomwaffen vorbereiten. Ich habe erwähnt, dass die Ukraine bei der Unterzeichnung des Budapester Memorandums ihr Atomwaffenarsenal aufgegeben hat und Russland, China und die Vereinigten Staaten uns zugesichert haben, dass wir Garantien für Sicherheit, territoriale Integrität und Souveränität erhalten würden“, erklärte der ukrainische Präsident.

Russlands Machthaber Wladimir Putin bezeichnete Selenskyjs Andeutungen als „gefährliche Provokation“.

US-Experte: Ukraine bräuchte für Atomwaffen-Herstellung einige Jahre

In einem Interview mit kyivindependent.com hat sich Robert Kelley zu einem möglichen Bau ukrainischer Atomwaffen geäußert. Im Gespräch mit Reporter Oleg Sukhov sagte der US-Nuklearwaffen-Experte, dass die Ukraine eine einfache Atomwaffe wohl in 18 bis 24 Monaten herstellen könnte. Allerdings könne der Prozess auch länger dauern. Denn: Der Aufbau einer notwendigen Infrastruktur nehme wohl weitere Jahre in Anspruch.

Kelley sehe keine Anzeichen dafür, dass die Ukraine das notwendige Wissen für den Bau einer Atomwaffe habe. Eine frühere Atomwaffen-Stationierung zu Sowjetzeiten ändere daran nichts. Denn: Russland habe sein Wissen über die Konstruktionen von Atomwaffen nicht mit anderen Sowjetstaaten geteilt. Die ukrainischen Forscherinnen und Forscher müssten quasi bei null anfangen.

Kelley bezeichnet Atomwaffen als politische Waffen

Immer wieder drohen russische Abgeordnete und Propagandisten mit dem Einsatz russischer Atomwaffen – beispielsweise gegen die USA, Frankreich und Großbritannien. Laut Expertinnen und Experten will Putin mit den Drohungen vor allem Angst schüren und Panik verbreiten.

Kelley charakterisiert Atomwaffen weniger als militärische Waffen, eher als politische. Der Experte hält den Einsatz russischer Atomwaffen im Ukraine-Krieg für sehr unwahrscheinlich. Denn: Atombomben seien nicht für die Bombardierung von Soldaten konstruiert – sondern für das Abfeuern auf Städte und um feindliche Atombombenarsenale zu zerstören.

Laut neuesten Nato-Berichten unterstützt Russland das Atomprogramm von Nordkorea. Kurios argminentiert jetzt ein russischer Oligarch bezüglich Atomwaffen im Ukraine-Krieg: Sie könnten durch eine „Strahlungszone“ sogar den Konflikt beilegen, spekuliert er. (Jan Wendt)

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