Hoffnung für die Autobranche: Umfrage zeigt Vertrauen in deutsche E-Autos

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Viele Bundesbürger halten E-Autos aus Deutschland für besonders wettbewerbsfähig. Deutsche Hersteller könnten auch vom geringen Vertrauen in chinesische Marken profitieren.

München/Ostfildern – Noch im Mai des vergangenen Jahres kamen die Autoren einer Studie der Strategieberatung Oliver Wyman zu dem Ergebnis, dass die deutschen Automobilhersteller im globalen Wettbewerb auf der Verliererseite stehen. Grund dafür ist, dass Deutschland weltweit der teuerste Standort für die Automobilproduktion ist.

Fahrszene Prototyp ID.Polo von Volkswagen
Der bald erhältliche ID. Polo von Volkswagen könnte die E-Mobilität in Deutschland weiter voranbringen. © Volkswagen AG/dpa-tmn

Nun hat Oliver Wyman der deutschen Autoindustrie jedoch den Rücken gestärkt. Laut einer aktuellen Umfrage, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, glauben 43 Prozent der Bundesbürger, dass die wettbewerbsfähigsten E-Autos in Deutschland hergestellt werden. China sehen nur 23 Prozent vorn. Für die Studie hat Oliver Wyman im November des vergangenen Jahres etwas über 1000 Personen in Deutschland online befragt. Die Umfrage ist Oliver Wyman zufolge repräsentativ.

Hoffnung für die deutsche Autobranche: Vorhandenes Verbrauchervertrauen muss genutzt werden

„Das ist eine Chance, die Wertschöpfung der Automobilbranche in Europa zu erhalten und sogar zu steigern“, sagte Simon Schnurrer, Partner bei Oliver Wyman, laut Mitteilung. Jetzt komme es darauf an, Preisargumente und digitale Stärken noch gezielter zu besetzen, um das vorhandene Vertrauen in Qualität und Sicherheit in klare und schnelle Kaufentscheidungen zu verwandeln, sagte Schnurrer. 

Die Umfrage offenbart jedoch auch einen Rückschlag. So würden 42 Prozent der Befragten den Kauf eines E-Autos einer chinesischen Marke statt einer deutschen Marke in Erwägung ziehen. Hauptgrund ist der bessere Preis. Nur 34 Prozent würden dies hingegen nicht tun. Sie befürchten vor allem Mängel bei der Qualität und den Sicherheitsstandards.

Hoffnung für die deutsche Autobranche: Etablierte Hersteller behaupten sich gegen Marken aus China

Der DAT-Report 2026, der alle Antriebsarten berücksichtigt, liefert ähnliche Ergebnisse. Demnach sind 49 Prozent der Pkw-Halter und 66 Prozent der Neuwagenkäufer zuversichtlich, dass sich die etablierten Hersteller gegenüber chinesischen Marken durchsetzen werden.

Allgemein scheint laut dem aktuellen DAT-Report die Skepsis gegenüber Fahrzeugen von Marken wie BYD oder GWM zu überwiegen. Für 29 Prozent der Pkw-Halter kommt der Kauf eines Autos eines chinesischen Herstellers nicht infrage. Bei den Neuwagenkäufern sieht das allerdings anders aus: Nur fünf Prozent von ihnen lehnen dies ab.

Umfrage zeigt: Verbraucher sorgen sich um Datensicherheit

Diese Skepsis hat mehrere Ursachen. So glauben 33 Prozent der Pkw-Halter und 45 Prozent der Neuwagenkäufer, dass nicht alle chinesischen Hersteller auf dem deutschen Markt bestehen können. Sie erwarten, dass viele von ihnen in etwa fünf Jahren wieder vom Markt verschwunden sein werden.

Auch die Sorge um die Datensicherheit wiegt schwer. 38 Prozent der Halter und 52 Prozent der Neuwagenkäufer befürchten, dass ihre Daten in China weiterverarbeitet werden könnten.

Hoffnung für die deutsche Autobranche: Skepsis hinsichtlich der Qualität chinesischer Marken

51 Prozent der Pkw-Halter und 74 Prozent der Neuwagenkäufer sind zudem hinsichtlich der Qualität und Zuverlässigkeit chinesischer Marken skeptisch. Deshalb sprechen sich 62 Prozent aller Pkw-Halter und sogar 77 Prozent der Neuwagenkäufer für traditionelle Anbieter aus.

Allerdings wird auch ein Vorteil in der Präsenz chinesischer Marken in Deutschland gesehen. 63 Prozent der Halter und 41 Prozent der Neuwagenkäufer begrüßen den dadurch entstehenden Wettbewerb, die größere Auswahl und die Preisvorteile.

Hoffnung für die deutsche Autobranche: Hersteller aus China spielen bisher eine überschaubare Rolle

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist die Zahl der Neuzulassungen im Jahr 2025 im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent auf rund 2,86 Millionen gestiegen. Davon waren über 545.000 reine Batterieautos (BEV), was einem Plus von 43 Prozent entspricht.

Chinesische Anbieter spielen jedoch noch eine überschaubare Rolle, wenngleich die Wachstumsraten beachtlich sind. Derzeit stärkster chinesischer Anbieter ist MG Motor mit 26.479 Einheiten und einem Zuwachs um 26,2 Prozent. BYD konnte die Zahl der Neuzulassungen sogar um über 700 Prozent auf 23.306 Einheiten erhöhen. (Quellen: Oliver Wyman, DAT, Deutsche Presse-Agentur, KBA)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/hoffnung-fuer-die-autobranche-umfrage-zeigt-vertrauen-in-deutsche-autos-94161060.html