Unter dem Deckmantel von Arbeitsangeboten rekrutiert Russland afrikanische Soldaten für den Ukraine-Krieg. Kiew warnt vor der perfiden Strategie.
Moskau/Abuja – Inmitten des Ukraine-Kriegs hat Nigerias Außenministerium am Sonntag (15. Februar) die Alarmglocken geläutet. Mit eindringlichen Worten warnt die Regierung vor einem perfiden russischen Rekrutierungsbetrug, der nigerianische Bürger an die Ukraine-Front locken soll. Unter dem Deckmantel lukrativer Jobangebote würden ahnungslose Männer aus Nigeria nach Russland gelockt – und schließlich in die Ukraine geschickt.
Mehrere Nigerianer seien „in Kampfgebiete entsandt worden, nachdem sie getäuscht und zur Unterzeichnung von Militärdienstverträgen gezwungen worden waren“, zitiert die Kyiv Post aus dem nigerischen Schreiben. Auch Kiew warnte in einem Statement vor Putins Rekrutierungstricks: „Eine Reise nach Russland birgt das reale Risiko, in eine ‚Selbstmord‘-Angriffseinheit gezwungen zu werden und letztlich auf ukrainischem Boden zu verrotten.“
Nichtsahnend an die Ukraine-Front: Mehrere Afrikaner tot oder in Gefangenschaft
Obwohl konkrete Zahlen noch im Dunkeln liegen, lässt die Dringlichkeit der Warnungen aufhorchen. Wie die Kyiv Post berichtet, appellierte Nigerias Regierung nun an die Bevölkerung, Auslandsangebote mit Argusaugen zu prüfen. So kamen ukrainischen Angaben zufolge schon mehrere Nigerianer im Ukraine-Krieg um – etwa in der umkämpften Region Luhansk im Osten des Landes.
Auch Kenia warnte die eigenen Bürger vor russischen Angeboten. Moskau locke kenianische Männer nach Russland und schicke sie als „Kanonenfutter“ an die ukrainische Front. Ähnliche Berichte gibt es zudem aus Uganda.
„Diese Menschen werden als Kanonenfutter an der Front missbraucht“, sagte der kenianische Vize-Außenminister Korir Sing‘Oei der Nachrichtenagentur AFP. Außenminister Musalia Mudavadi kündigte bereits an, im März nach Moskau zu reisen, um „diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten“. Dem Minister zufolge wurden in den vergangenen zwei Monaten mehr als 30 Kenianer aus Russland evakuiert; mehrere seien in der Ukraine gefangengenommen worden.
Nordkorea schickt Putin Soldaten für den Ukraine-Krieg – und das freiwillig
Russland hat die Zahl der ausländischen Rekruten und Söldner im Ukraine-Krieg bisher nie bekannt gegeben. Überhaupt hält sich die Putin-Regierung mit solchen Aussagen zurück. So wurde lange Zeit abgestritten, dass Nordkoreaner für die russische Armee an der Ukraine-Front kämpfen. Später bestätigten zahlreiche Berichte die Gerüchte über nordkoreanische Soldaten. Laut Moskau setzte man diese jedoch nur in der heimischen Region Kursk ein.
Konkret nannte Putin die „Kämpfe zur Befreiung der Region Kursk von den Besatzern und die anschließenden Aktivitäten koreanischer Ingenieure auf russischem Boden“. Doch Nordkorea unterstützt Russland im Ukraine-Krieg nicht nur mit Soldaten, sondern auch mit der Lieferung von Munition, Raketen und Langstreckenraketen-Systemen. Experten zufolge erhält das Land im Gegenzug finanzielle Hilfe, militärische Technologie sowie Lebensmittel- und Energielieferungen. (Quellen: Kyiv Post, ukrainisches Verteidigungsministerium, AFP)