Rita Jungwirth bangt um ihr Kind auf dem Weg zur Schule

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Finstere Aussicht: Kein Gehsteig und kein Bushäuschen, dafür rechts und links Kurven: Um die Haltestelle Weghaus zu erreichen, müssen Kinder aus der Lichtenau die Staatstraße queren. © Archiv Kleinschmidt

Der Schulweg an der Staatsstraße Lichtenau ist dunkel und gefährlich. Seit über einem Jahr suchen Eltern und Behörden nach einer Lösung.

Dunkel, unübersichtlich, brandgefährlich: Die Staatsstraße an der Lichtenau sorgt bei den Anwohnern mit schulpflichtigen Kindern für Kopfzerbrechen. Bereits seit über einem Jahr sind Mutter Rita Jungwirth und weitere Mitstreiter mit der Stadt im Kontakt (wir berichteten).

Während Grundschüler noch mit dem Bus in dem Ortsteil selbst aufgegabelt werden, sind Fünftklässler auf den öffentlichen Verkehr angewiesen. Ihre tägliche Challenge: Nachdem sie laut Jungwirth teilweise bis zu 1.5 Kilometer durch die ganze Lichtenau gelaufen sind, müssen sie die völlig finstere Staatsstraße queren und teils an unbeleuchteten Bushaltestellen ohne Häuschen auf den Bus warten. „Wir haben Angst, weil unsere Kinder täglich diesen Weg zurücklegen müssen.“ Bei einem ihrer drei Zöglinge ist das ab dem kommenden Schuljahr der Fall. „Die Bäume an unsere Straße tragen fast alle sichtliche Zeichen von Unfällen. Ich sammle auch Zeitungsberichte, wo von Unfällen in Höhe Lichtenau berichtet wird“, klagt die Mutter.

Wie berichtet, gab es ein paar Kilometer weiter, zwischen Tankenrain und Weilheim, vor Weihnachten einen Ortstermin mit dem Landratsamt. Wenn alles klappt, soll die Stelle entschärft werden. Denn dort forderte die unübersichtliche Staatsstraße schon mehrere Menschenleben. „Ich frage mich, wenn Erwachsene am helllichten Tag auf tragische Weise verunfallen und zu Tode kommen, ist es dann wirklich für Kinder zumutbar, ein paar Kilometer weiter diese Straße zu überqueren, im Dunkeln und dann auch noch neben dieser Straße warten müssen, um so in die Schule zu gelangen?“

Doch was macht eigentlich einen sicheren Schulweg aus? Klaus Mergel, stellvertretender Pressesprecher des Landratsamtes Weilheim-Schongau, hat eine klare Antwort: „Der Anspruch auf Kostenfreiheit des Schulweges wird nach der Schülerbeförderungsverordnung geprüft. Hierzu gehört sowohl die Prüfung der Entfernung zur nächstgelegenen Schule im Sinne der Verordnung, als auch die der Gegebenheiten vor Ort.“ Im Bedarfsfall erfolge dann die Begutachtung durch den Verkehrsbeauftragten des Landkreises und durch die Polizei.

Schulweg kann geprüft werden

„Aktuell fahren einige Schüler ab Klasse 5-10 mit dem ÖPNV nach Weilheim in die Realschule und das Gymnasium“, so Mergel weiter. Für jeden Antrag auf Schülerbeförderung werde eine Einzelfallbewertung durchgeführt und über den Anspruch demnach entschieden. Dann prüfe der jeweils zuständige Träger den Anspruch und organisiere deren Beförderung. Für Grund- und Mittelschulen sind das die Gemeinden. Der Kreis ist für Realschule und Gymnasium zuständig.

Eltern hätten jedoch die Möglichkeit, dass der Schulweg näher beleuchtet wird. „Sie können das Landratsamt bei der Antragstellung auf eine Fahrkarte in Verbindung mit der Anmeldung bei der weiterführenden Schule darauf hinweisen“, erklärt der Pressesprecher.

Mit dem Thema befasst hat sich auch Manuel Neulinger, Verkehrsrefernt der Stadt Weilheim. Er hat sich die Situation vor Ort angesehen und es auch schon im Verkehrsausschuss „andiskutiert“. „Das Thema ist sehr komplex, da hier verschiedene Zuständigkeiten ineinander greifen.“ Doch Neulinger hätte eine pragmatische Lösung: „Der Bus, der die Grundschüler in der Lichtenau abholt, könnte auch die Kinder der weiterführenden Schulen einsammeln.“

Hier lägen die positiven Argumente auf der Hand. „Es muss nichts neu geschaffen werden, stattdessen gibt es einen existierenden Bus.“ Dieser sollte dann nur noch genügend freie Plätze haben. Außerdem müssten wohl die Fahrtzeiten angepasst werden. „Da sollten auch die Grundschuleltern mitmachen.“ In den kommenden Tagen möchte Neulinger mit dem Kinder- und Jugendbüro Kontakt aufnehmen: „Ich hoffe auf eine unbürokratische Lösung.“

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/rita-jungwirth-bangt-um-ihr-kind-auf-dem-weg-zur-schule-94113948.html