„Viele denken, es ist alles gut“: Eselfarm Asinella ist weiterhin nur geduldet

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Stolz auf ihre Esel, Rinder und all die anderen Tiere: Anahid Klotz und Gerhard Gregori. © Katrin Kleinschmidt

Die Eselfarm Asinella in Pähl existiert seit 20 Jahren. Doch eine Abrissanordnung ist nur ausgesetzt – die Zukunft bleibt ungewiss.

Pähl– Der Nebel liegt schwer über der Landschaft, die Sonne will sich einfach nicht zeigen. Doch Anahid Klotz strahlt. Wie immer, wenn sie ihre Esel sieht. Diese traben gemütlich über die feuchte Wiese. Es herrscht eine angenehme Stille auf dem Hof von Klotz und Gerhard Gregori. Hier draußen, im Außenbereich von Pähl, ist der Verkehr weit weg, rauscht kein Stimmengewirr durch die Luft. „Viele denken, es ist alles gut“, sagt Klotz und blickt über den Hof. Doch es fühlt sich ein bisschen so an wie die Ruhe vor dem Sturm. Und das nun schon seit drei Jahren.

Jahrelanger Streit mit Landratsamt

Oktober 2022 war es, als sich das Landratsamt und das Paar auf die Duldung des Hofs einigten. Zuvor gab es jahrelangen Streit. Die Einschätzung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim, dass die Landwirtschaft des Ehepaars Gregori und Klotz die Kriterien für privilegierte Bauvorhaben im Außenbereich erfüllt, erkennt das Landratsamt nicht an. Damit sind die beiden nicht befugt, im Außenbereich zu bauen. Selbst das laut Klotz 1945 von einem Vorbesitzer errichtete Wohnhaus darf nur noch als Schutzhütte genutzt werden.

Das Paar hat sich damit arrangiert, ließ einen kleinen Stadel und eine Hütte entfernen. Da im Duldungsvertrag neue Bauanträge nicht ausgeschlossen waren, reichte der gelernte Landwirt Gregori vor rund einem Jahr einen für einen Heustadl ein. „Den brauchen wir dringend“, sagt er – doch es folgte eine Ablehnung.

75 Schulklassen besuchten seit 2022 die Eselfarm

„Unsere berufliche Existenz steht täglich auf dem Spiel“, sagt Klotz über die Situation mit dem Duldungsvertrag. Richtig sicher fühlt sich das Paar nie. Denn die Abrissanordnung kam laut Klotz direkt nach dem Duldungsvertrag, sie ist nur ausgesetzt. „Wir wissen nicht, wann sie umgesetzt wird.“ Und ob dann tatsächlich die elf Esel, zwölf Murnau-Werdenfelser-Rinder, fünf Bienenvölker, 18 Schafe, zwei Ziegen, drei Hunde, zehn Hennen und drei Laufenten ihre Heimat verlieren.

Dann wäre auch die Asinella, die Eselfarm, Geschichte. Die gibt es heuer seit 20 Jahren. Und sie hat viele Menschen erreicht. Allein 75 Schulklassen kamen seit 2022 im Rahmen des Programms „Erlebnisbauernhof“ vorbei. Es gibt Ferienprogramme, „Esel- und Kuhzeit“, Wanderungen mit den Tieren. „Manche kuscheln auch ganz lange mit den Eseln“, schildert Klotz. „Das Schöne ist, dass der Esel das mag. Anders als zum Beispiel ein Lama oder manche Schafe.“

Klotz ist auch mit den Therapieeseln unterwegs, besucht beispielsweise Senioren- und Behindertenheime sowie heilpädagogische Tagesstätten. „Das ist ein Vorteil, dass ich mit den Eseln auch wohin fahren kann.“ Wer ein Angebot bei ihr besucht, der bekommt einen Eselführerschein überreicht. Kürzlich hat Klotz den 14 100. überreicht. Sie hofft auf viele weitere.