"Wird linke Gewalt in Deutschland verharmlost?"

Ein Stromanschlag auf das Berliner Stromnetz sorgt für eine breite Diskussion: Der Originalartikel von Ulf Lüdeke schildert das Schicksal eines herzkranken Rentners, der nach der Tat mehrere Tage ohne Strom und Wärme auskommen musste. In der Leserdebatte kristallisieren sich besonders die Kritik an linker Extremgewalt und Forderungen nach härteren Reaktionen sowie Zweifeln an der politischen und gesellschaftlichen Reaktion heraus. Ein weiteres Meinungsbild widmet sich dem Umgang der Familie mit dem Betroffenen; andere Kommentierende hinterfragen die Darstellung des Falls oder sehen Versäumnisse der Energiepolitik.

Kritik an linker Gewaltpolitik

Viele Leser (32 Prozent) kritisieren insbesondere die politische Einordnung und Bewertung des Anschlags auf das Berliner Stromnetz. Häufig werden die Tat und deren mutmaßlich linksextremer Hintergrund als menschenverachtend bezeichnet und ein schärferes Vorgehen gegen linke Gewalt gefordert. Es gibt den Vorwurf, dass Politik und Medien solche Vorfälle verharmlosen. Auch der Vergleich zur rechten Szene und die Forderung nach mehr Konsequenz bestimmen die Diskussion.

"Wo bleiben denn die Demos gegen links? Von dort kommt doch die gleiche Gefahr wie von rechts."  Zum Originalkommentar

""Im Bekennerschreiben behaupteten sie, den Anschlag auf kritische Infrastruktur angeblich im Auftrag des \"Gemeinwohls\" begangen zu haben." Die Vulkanleute sollten sich mal vorm Berliner Rathaus präsentieren. Dann könnte ihnen die Berliner Bevölkerung zujubeln und sich für das gebrachte Gemeinwohl angemessen bedanken."  Zum Originalkommentar

"Politik und ÖRR spielen den Linksterror seit vielen Jahren herunter. Jetzt, wo in Umfragen zu viele angeben, eventuell AfD wählen zu wollen und die Folgen der linken Aktionen zu offensichtlich und gravierend werden, wird man plötzlich wach."  Zum Originalkommentar

Kritik an politischer Führung und Reaktionen

In dieser Perspektive steht mit 16 Prozent die politische Verantwortung und das Krisenmanagement nach dem Anschlag im Mittelpunkt. Viele Kommentierende werfen führenden Politikern und Parteien mangelnde Reaktion, fehlende Transparenz und zögerliche Konsequenzen vor. Die Diskussion dreht sich auch um mögliche Versäumnisse der Ermittlungsbehörden und einen angeblich zu nachsichtigen Umgang mit linken Tätern.

"Was ich nicht verstehen kann, warum äußert sich Friedrich Merz nicht zu dem Terroranschlag in Berlin. Auch linke Politiker und Grüne halten sich zurück. Das zeigt mir einmal mehr, dass Friedrich Merz eher links-grün regiert. Hätten Rechtsextreme diesen Anschlag verübt, gäbe es ganz andere Reaktionen."  Zum Originalkommentar

"Frage: Hat sich denn der Merz eigentlich mal geäußert?"  Zum Originalkommentar

"Die Stunde Tennis des Bürgermeisters Wegners in der Stunde der Not zeigt nur dessen politische Instinktlosigkeit und Unfähigkeit… und das wird das Vertrauen in die Institutionen des Staates erschüttern und dann muss sich die Berliner Blase nicht wundern, dass sie keine Akzeptanz mehr besitzt…"  Zum Originalkommentar

Kritik an familiärem Umgang mit Betroffenem

Die familiäre Fürsorge für den betroffenen Herzkranken wird von manchen Lesern (14 Prozent)  kritisch beleuchtet. Manche Kommentatoren können nicht nachvollziehen, warum die Tochter nicht ihr Bett für den Vater geräumt hat. Die Fürsorgepflicht in solchen Extremsituationen und mögliche Alternativen wie das Ausweichen auf ein Hotel werden diskutiert. Insgesamt zeigt sich eine Diskussion über individuelles Verantwortungsbewusstsein und familiären Zusammenhalt.

"In einer solchen Situation seinen 74-jährigen kranken Vater auf dem Boden schlafen zu lassen, ist schon ... nun, ich nenne es mal merkwürdig."  Zum Originalkommentar

"„und zwar auf dem Fußboden“ Niemand behandelt seinen Vater so. Niemand kann mir erzählen, dass vor dem Fernseher kein Sofa stand."  Zum Originalkommentar

"Sehr schade eigentlich, dass die Tochter ihren alten Vater auf dem Boden schlafen lässt. Ich hätte ihm das Bett überlassen."  Zum Originalkommentar

Kritik an gesellschaftlicher Solidarität

13 Prozent kritisieren fehlende gesellschaftliche Solidarität und gegenseitige Hilfe, wie sie im Umgang mit dem betroffenen Rentner sichtbar geworden sei. Es wird angeprangert, dass ältere und kranke Menschen in Extremsituationen nicht ausreichend unterstützt werden. In der Diskussion spiegelt sich die Forderung nach stärkerer sozialer Verantwortung und Fürsorge gegenüber Schwachen wider.

"Es ist eine Schande, wenn Menschen in ihren letzten Lebensjahren auf dem Fußboden schlafen müssen, dass Kranke frieren müssen und Rentner hungern. Die Politbarden aller Couleur haben versagt und genau das verursacht. Das Leid der Menschen wird immer größer mit diesen sogenannten Politikern, die selbst die Taschen voll haben!"  Zum Originalkommentar

"Warum ist er nicht in ein Hotel gefahren, wenn die Tochter schon so egoistisch ist und ihm nicht das Bett überlässt? Manche Menschen stehen sich vor lauter Geiz einfach selbst im Weg."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber öffentlicher Darstellung

Mehrere Lesende (zehn Prozent) äußern Skepsis gegenüber der Schilderung des persönlichen Schicksals und der Einordnung im Artikel. Sie zweifeln an der Authentizität der Geschichte und sehen teils Widersprüche oder übertriebene Dramatisierung. Auch generelle Kritik an der Berichterstattung über politische Extreme findet sich in diesem Lager.

"Der Gute hat wohl einiges verpennt in seinem Juristenleben."  Zum Originalkommentar

"Selbst gewählt. Dit is eben Balin."  Zum Originalkommentar

Kritik am Energieversorgungssystem

Weitere Leser (sieben Prozent) kritisieren die Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur und sieht darin ein grundsätzliches Problem, das über Einzelfälle hinaus reicht. Die Debatte betrifft Nebeneffekte wie die Abhängigkeit von Technik, Fragen der Energiepolitik und die Auswirkungen wiederholter Stromausfälle auf besonders verletzliche Gruppen.

"Schlimmer als die Linksradikale sind Klimaschutz-CO2-Steuer und Energiewende. Wenn das Netz überlastet ist, kann das Gleiche passieren."  Zum Originalkommentar

"Früher funktionierte bei einem Stromausfall wenigstens das Telefon noch."  Zum Originalkommentar

Sonstige Kommentare

Hier finden sich Bemerkungen, die keiner klaren Perspektive zugeordnet werden können. Die Themen reichen von allgemeinen Wahlaufrufen bis hin zu beiläufigen oder ironischen Bemerkungen zum Fall und zu den politischen Rahmenbedingungen.

"Den Kapitalisten wurde gezeigt, wo der Hammer hängt, genauso ist es richtig."  Zum Originalkommentar

Wie viel Verantwortung tragen Politik und Gesellschaft? Diskutieren Sie mit: Ist im Fall des Berliner Stromanschlags vor allem die Politik gefordert, oder müssen Bürger und Familien selbst stärker Verantwortung übernehmen? Wir freuen uns auf Ihre Meinung in den Kommentaren!

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Herzkranker über Stromanschlag in Berlin: "Ich musste auf dem Fußboden schlafen"
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