Kunstmeile in Geretsried: Ein Spaziergang durch die Vielfalt der Stadt

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Geretsried

Kommentare

Farbenfrohe Vielfalt ist in der B11-Unterführung zu sehen. Graffitikünstler Axel Berger hat die grauen Betonwände gemeinsam mit Jugendlichen verschönert. © Sabine Hermsdorf-hiss

Von der Neuen Mitte bis zur Petruskirche gibt es auf der Kunstmeile allerhand zu sehen. Werke wie das „Sterbende Pferd“ erinnern an die Vergangenheit der Stadt. Auch Street Art ist ein Teil davon.

Geretsried – Kunst, für jeden zugänglich und umsonst. Dieses Konzept verfolgt die Geretsrieder Kunstmeile. Entlang der Strecke vom Museum der Stadt Geretsried bis zur Petruskirche soll die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen mittels Kunst erzählt werden. Die Idee dazu hatte Bürgermeister Michael Müller. Im Jahr 2023 machte sich der Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport gemeinsam mit dem Kunstbeirat bei einem Ortstermin Gedanken. Seither ist viel passiert. In der Neuen Mitte kann man mittlerweile verschiedene Skulpturen und Gemälde bewundern.

Alle Nachrichten aus Geretsried lesen Sie hier.

Zur Kunstmeile gehört unter anderem das „Sterbende Pferd“ von Hans Neumann im Garten vor dem Museum. Es steht für die Flucht und Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieses Thema verdeutlicht auch die erst vor wenigen Wochen aufgestellte Bronzefigur „Der Geher“ von Otto Süßbauer neben dem Rathaus. Der Gedenkstein „Not und Tod brachten uns her, Arbeit und Fleiß schufen uns Ehr“ vor dem Rathaus erinnert an die Anfänge der Stadt.

Graffiti repräsentiert die Bewohner der Stadt

Noch recht neu ist die Street Art Gallery, die im Sommer in der Unterführung unter der B11 entstanden ist. Als „Entree in die City“, wie Müller damals sagte, soll das farbenfrohe Graffiti die Stadt und ihre vielfältige Bewohnerschaft repräsentieren. Graffitikünstler Axel Berger gestaltete es gemeinsam mit einigen Jugendlichen. Zu sehen sind 24 Menschen aus 14 Ländern, zum Beispiel Siebenbürger Sachsen als Urzeln verkleidet oder Egerländer in Tracht. Sie stehen stellvertretend für die knapp 120 Nationen, die in Geretsried leben.

Vor und im Rathaus geht es um „Gemeinde, Politik und Bürger“. Im Freien stehen die „Wasserträgerinnen“, die derzeit noch unter ihrer hölzernen Winterabdeckung versteckt sind. Aber auch innen ist künstlerisch viel geboten, viele Werke, die man nicht unter freiem Himmel präsentieren kann, finden im Rathaus einen Platz. Im kleinen Sitzungssaal etwa hängt „Die goldene Mitte“, eine Wand- und Lichtinstallation von Johanna Widmann. Verschiedene Gemälde oder Kunst aus der französischen Partnerstadt Chamalières sind auch im Rathaus ausgestellt.

Auf dem Karl-Lederer-Platz thematisieren die Kunstwerke die „Menschen in der Stadt“. Hier ist „Der Dialog“ von Ernst Grünwald zu sehen. Zwischen den beiden Figuren, einer Dame mit einem Buch in der Hand, und einem turnenden Mann, nehmen Passanten gerne Platz. Auch der „Gorilla“ von Hans Kastler ist für viele nicht mehr aus der Neuen Mitte wegzudenken. Außerdem soll der „Jüngling“ von Bildhauer Professor Wilhelm Srb-Schloßbauer von der Kreuzung Am Stern auf den Karl-Lederer-Platz umziehen.

(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Thema „Kirche, Glaube, Hoffnung“ beschließt die Meile

Mit dem Thema „Kirche, Glaube und Hoffnung“ endet die Kunstmeile. Im Garten der Petruskirche an der Egerlandstraße steht die Vater-Unser-Säule, ein Werk von Otto Süßbauer.

Welche Kunstwerke entlang der Kunstmeile präsentiert werden, ist wohlüberlegt. „Wir kaufen nicht einfach irgendwas zusammen“, sagte Bürgermeister Michael Müller einmal gegenüber unserer Zeitung. Die Kunstmeile sei ein langwährender Entstehungsprozess.